Vorzeigeläuferin Paula Epping prägte Heeker Sportwelt

Dutzende Schuhe verschlissen

Berlin im September 1988: Die Vorbereitungen für den Berlin-Marathon laufen auf Hochtouren, denn Anfang Oktober finden sich dort Sportler aus aller Welt ein, um daran teilzunehmen. Ortswechsel: In der Heeker Bauerschaft Ahle beobachtet eine Bäuerin, wie eine Person einige Tage vor dem sportlichen Berliner Großereignis die Anhöhe über die Autobahn 31 hochläuft, wieder runter, wieder hoch und so weiter.

HEEK

von Helmut Schwietering

, 15.01.2016, 17:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Paula Epping inmitten der Geehrten beim „Ball des Sports“ Anfang der 2000-er Jahre.

Paula Epping inmitten der Geehrten beim „Ball des Sports“ Anfang der 2000-er Jahre.

Sie sagt zu ihrer Tochter: "Cornelia, do häff een watt verlorn, laup häss to und help met söeken". "Datt is nich nörig - de löep hall siet längere tiet, verlorn häff de nix", bekommt sie zur Antwort. Des Rätsels Lösung: Es ist Heeks Vorzeigeläuferin Paula Epping, die für den Berlin Marathon trainiert und sich dafür die Steigung am Ahauser Damm ausgesucht hat.

Paula muss heute noch lachen, wenn sie an diese Begebenheit denkt. In fast 40 Jahren hat sie viel erlebt und ihre Augen glänzen, wenn sie sich die Bilder aus ihrer aktiven sportlichen Zeit ansieht. Sportliche Erfolge hat sie am laufenden Band erzielt und auch ihr Organisationstalent war immer wieder gefragt.

Panne bei 33 Grad

"Eines Tages sind wir mit einer größeren Gruppe den Schöppinger Berg hochgefietst, als plötzlich jemand einen Plattfuß hatte. Dra rn.jennifer.von-glahn ußen waren 33 Grad Hitze und kein Schatten weit und breit. Ich habe die anderen zu Jannings Quellen geschickt, sie sollten sich die Füße im kalten Wasser kühlen. Ich habe mittlerweile das Fahrrad geflickt - und weiter ging es."

Auch gegen Regen hatte "Päule", wie sie im Volksmund genannt wird, immer eine Lösung. Eingehüllt in gelbe Säcke blieben die Teilnehmer bei den Radtouren halbwegs trocken und konnten so bei guter Laune gehalten werden. Bereits seit 1980 hat sie, unterstützt von Karl-Heinz Esken, die Volksläufe in Heek organisiert, an denen oft mehrere hundert Sportler teilnahmen. Bernhard Probst sprach Paula Epping schon im Jahr 1974 darauf an und sie sagte spontan zu, sich im Bereich Sport zu engagieren. Seit dieser Zeit ist sie unermüdlich im Einsatz.

Der Heeker Lauftreff, die Frauenturngruppe und die Volksläufe von 1980 bis 2000 hat sie mitgeprägt, ihr Name ist seit Jahrzehnten aus der Heeker Sportszene nicht mehr wegzudenken. Auch das Nordic Walking hat sie mit Hilfe einer Therapeutin in Heek eingeführt und geleitet. Auf die Frage hin, wie viele Paar Sportschuhe sie während ihrer aktiven Zeit verschlissen hat, muss sie kurz überlegen. "Jedes Jahr ein Paar und das erste steht noch heute bei mir im Schrank" antwortet sie. "Ein Paar mit einer ganz dünnen Sohle - von Dämpfung und atmungsaktiver Sohle hat damals noch keiner gesprochen."

Weiter im Einsatz

Sportlich aktiv ist Paula Epping aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr, aber ihr Engagement hat in keiner Weise nachgelassen. Sie organisiert nach wie vor den Lauftreff und begleitet die Läufer auf dem Fahrrad. Ihr Engagement geht aber weit über das sportliche hinaus. Einmal im Jahr findet bei ihr zu Hause ein Eis essen statt und einmal gibt es ein Frühstück - natürlich auch bei ihr zu Hause.

Das alles ist für Paula Epping völlig normal und man merkt ihr an, dass es ihr große Freude bereitet, das alles zu organisieren. "Das alles geht auch nur, wenn die Familie mitzieht." Ihr Mann Bernhard und die Kinder haben sie während der langen aktiven Zeit immer unterstützt.

Als größte Anerkennung ihres Schaffens lässt sich die Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2003 durch den damaligen Landrat Gerd Wiesmann bezeichnen. Viele weitere Ehrungen hat sie vorher und nachher erhalten, die diese unglaublich lange Zeit ihres Einsatzes für das Allgemeinwohl kennzeichnen. In Heek und Umgebung ist sie bekannt wie ein "bunter Hund". Und wenn demnächst mal jemand die Autobahnbrücke am Ahauser Damm mit dem Fahrrad hoch und runter und wieder hoch fährt, wissen alle, wer das ist.

 

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