Was die Reparaturarbeiten im Klärwerk Wichum kosten und warum Handlungsbedarf bestand

hzAbwasser-Aufbereitung

Zum ersten Mal seit 30 Jahren stand kürzlich ein Becken der Kläranlage in Wichum still. Reparaturarbeiten standen an. Dass der Auftrag nicht ausgeschrieben wurde, hatte seinen Grund.

Heek

, 13.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum ersten Mal seit 30 Jahren stand kürzlich ein Becken an der Kläranlage in Wichum still. Grund war eine grundlegende Renovierung eines der Klärbecken – im laufenden Betrieb. Und die damit verbundenen Kosten waren im aktuellen Haushalt so nicht eingeplant.

Von einer hohen fünfstelligen Summe spricht Thorsten Meyer von der Gemeindeverwaltung mit Blick auf die nun vorläufig abgeschlossenen Reparaturarbeiten. „Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist alles fertig.“

Genauer kann Meyer die Summe derzeit noch nicht beziffern. Der Grund: Die Abschlussrechnung der Arbeiten liegt der Gemeinde noch nicht vor.

Reparaturauftrag wurde nicht ausgeschrieben

Dass die Gemeinde als öffentlicher Auftraggeber den Reparaturauftrag nicht ausgeschrieben hatte, lag an der Dringlichkeit der Arbeiten. Denn eine offizielle Ausschreibung hätte schlicht zu lange gedauert. „Wir hatten nur sehr wenig Reaktionszeit“, stellt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff klar.

„Wir hatten nur sehr wenig Reaktionszeit.“
Franz-Josef Weilinghoff

Denn eine Kommune ist bei der Vergabe mittels Ausschreibung an strikte Regeln gebunden. Hierzu gehören der Vergabegrundsatz an sich, der Vertraulichkeitsgrundsatz, das Transparenzgebot sowie Pflichten zur Markterkundung und Berücksichtigung kleinerer und mittlerer Unternehmen.

Reparaturen mussten sehr schnell erfolgen

All das kostet Arbeit und Zeit. Zeit, die die Gemeinde Heek in diesem dringlichen Fall nicht hatte. Darum erfolgte also eine freihändige Vergabe.

Jetzt lesen

Dass die Reparaturen nötig waren, lag daran, dass ein Becken undicht geworden war und so die Stromversorgung in Mitleidenschaft gezogen hatte. Damit war die Funktionssicherheit des Nachklärbeckens nicht mehr sichergestellt. Betroffen waren die Schleifringe eines Notstromaggregates.

Warum die Kosten in die Höhe schnellten

Und da Ersatzteile für Kläranlagen nicht standardmäßig genormt vorliegen, also in der Regel Einzelanfertigungen sind und das Becken ausgepumpt werden musste, schnellten die Kosten in die Höhe.

„Das ist sehr gut investiertes Geld.“
Thorsten Meyer

Aber: „Das ist sehr gut investiertes Geld“, stellt Meyer klar. Die so entstandenen Kosten waren natürlich nicht im Haushalt eingeplant, aber die Zielmarke soll unter dem Strich dennoch erhalten bleiben.

Und obwohl das Notstromaggregat 30 Jahre unter Wasser war und die Arbeiten als solches nicht ungefährlich gewesen seien, habe letztlich alles nach Plan funktioniert. „Da ist man dann natürlich erleichtert“, so Thorsten Meyer.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt