Wegen Corona: Kreuzschule setzt auf innovative Technik in der Mensa

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Die Kreuzschule geht wegen der Corona-Pandemie einen innovativen Weg in der Mensa. Einen digitalen Weg, den so im Kreis sonst noch niemand geht. Dabei geht es um die Corona-Kontaktverfolgung.

Heek

, 18.09.2020, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Donnerstagmittag in der Kreuzschule. Es ist 13.15 Uhr. Gleich beginnt der erste „Ansturm“ auf die Mensa. In Zeiten der Coronakrise natürlich unter strengen Auflagen. Pfeile auf dem Boden markieren die Laufrichtung. Desinfektionsmittelständer stehen im Flur. Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht. Ebenso wie eine Platz-Reservierung. Ansonsten wird der Zutritt zur Mensa verwehrt. Und genau dahinter steckt ein ausgeklügeltes System. Ein Novum im Kreis Borken.

Ein Piep, ein prüfender Blick auf den Bildschirm und die Lehrkraft lässt die Schüler der fünften bis siebten Klassen der Reihe nach in die Mensa hinein. Alle digitalen Schülerausweise im Format einer EC-Karte werden mit dem Barcode unter den Scanner am Eingang gehalten. Auf dem Bildschirm taucht der Name des Schülers auf, ob er reserviert hat und wenn ja, welchen Tisch und Platz er ausgewählt hat.

Eine genaue Rückverfolgung ist möglich

„Auf diesem Weg können wir genau nachverfolgen, wer wann und wo (Tische und Plätze sind durchnummeriert - d. Red.) gesessen und gegessen hat. Im Falle einer Infektion können wir alles ganz genau zurückverfolgen und dem Gesundheitsamt schnell Antworten liefern“, erklärt Schulleiterin Martina John hörbar stolz. Denn die Daten werden in einer Datenbank gespeichert.


Zusammen mit der Softwarefirma Meal-O aus Nienborg tüftelten die Verantwortlichen der Kreuzschule zuvor an der Idee. In den ersten Wochen nach den Sommerferien lief in der Mittagspause noch alles über den Kioskverkauf. Die Mensa blieb zu. Der Aufwand, alles so nachzuhalten, wie es in Restaurants mit einem ausgefüllten Kontakt-Bogen gemacht wird, erschien nicht effizient. Digital sollte es sein.

Seit 2013 arbeitet die Kreuzschule mit Meal-O in Sachen Bestell- und Abrechnungssoftware zusammen. Die Schüler bezahlen ihre Essen mit ihrem Schülerausweis, also bargeldlos.

Seit 2013 arbeitet die Kreuzschule mit Meal-O in Sachen Bestell- und Abrechnungssoftware zusammen. Die Schüler bezahlen ihre Essen mit ihrem Schülerausweis, also bargeldlos. © Till Goerke

Hintergrund ist, dass die Corona-Kontaktverfolgung auch im Schulalltag essenziell ist. In Klassenräumen haben die Schüler fest zugewiesene Plätze. Auf dem Schulhof hat jede Jahrgangsstufe ihren eigenen Bereich. „Da war es also nur konsequent, dass wir dies auch im Bereich der Mensa machen“, hebt Jürgen Lammers von der Gemeindeverwaltung hervor.

Erfahrung mit dem System seit 2013

Dazu muss man wissen: Bereits seit 2013 arbeiten die Kreuzschule und Meal-O in Sachen Bestell- und Abrechnungssoftware zusammen. Neu ist jetzt das Modul digitale Tisch- und Sitzplatzordnung. Innerhalb kürzester Zeit wurde dieses auf den Weg gebracht. „Es waren schon einige intensive Tage der Entwicklung“, blickt Meal-O-Projektleiter Friedhelm Egbert zurück. Seit dem 24. August ist es jetzt in der Kreuzschule im Einsatz.

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Laut Meal-O ist die Schule damit im Kreis Borken Vorreiter. Keine andere Schule verwende derzeit das Modul. Die Buchung erfolgt im Vorfeld über ein (mobiles) Endgerät. Bis um 9.15 Uhr am Tag des gewünschten Mittagessen kann gebucht oder im Krankheitsfall storniert werden. Auch die „Kinderkrankheiten“ zu Beginn der Einführung seien mittlerweile Geschichte, wie Projektleiter Egbert sagt.

Getrennte Gruppen

Und um das Ganze noch sicherer zu machen, speisen jeweils die Stufen fünf bis sieben (Mensa) und acht bis zehn (internationales Schülercafé) zusammen. Das entzerrt die Geschichte. Zudem gibt es zwei Zeitblöcke für das Mittagessen: Um 13.25 und 13.40 Uhr. Und dabei gilt für aller Schüler: Ohne vorherige Anmeldung geht nichts. Bezahlt wird bargeldlos. Ebenfalls mit dem Schülerausweis beim Scannen am Eingang.

Tische und Plätze sind durchnummeriert – jeder Schüler bucht sich im Vorfeld seinen festen Platz.

Tische und Plätze sind durchnummeriert – jeder Schüler bucht sich im Vorfeld seinen festen Platz. © Till Goerke

Einfach reinschummeln ist nicht möglich. Das zeigt ein Test vor Ort. Wird der Schülerausweis eines Schülers, der sich nicht zuvor angemeldet hat, verwendet, taucht ein roter Balken auf dem Bildschirm auf. Der Zutritt wird verwehrt.

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Der Clou: Das Zusatzmodul war nicht mal teuer. 799 Euro kostete die Lizenz. „Mit Wartungskosten und so weiter liegen wir bei etwa 1500 Euro brutto“, sagt Jürgen Lammers.

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