Zehntausende Euro Verlust: Corona-Krise trifft Betreiber des Hotels Am Markt mit aller Härte

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Die Corona-Krise zieht Tag für Tag größere Kreise. Durch die restriktiven Vorgaben für das öffentliche Leben kämpfen viele Betriebe um das wirtschaftliche Überleben. Auch in Heek.

Heek

, 18.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Corona-Krise spitzt sich zu. Nicht nur, was die Anzahl der Infizierten betrifft, sondern auch bezogen auf die Sicherheitsvorgaben auf Bundes- und Landesebene. Das öffentliche Leben kommt Stück für Stück zum Erliegen. Auch in Heek. Für Silke und Thomas Lanvermann vom Hotel am Markt und Restaurant M3 ein doppelter Albtraum.

Seit Anfang 2020 hält das Ehepaar die Zügel im Hotel und Restaurant in der Hand – mit klarer Aufgabenverteilung. Thomas Lanvermann gehören als gelerntem Koch die Töpfe und Pfannen in der Küche, Silke Lanvermann ist als gelernte Hotelfachfrau vor allem für die Rezeption und die Organisation zuständig. Doch der anfängliche Enthusiasmus der beiden ist mittlerweile dem Frust gewichen. Die Corona-Pandemie bremst das Betreiberehepaar aus. Ein wirtschaftlicher Drahtseilakt hat begonnen.

„Das ist so traurig. Es ist hier so gut angelaufen.“
Silke Lanvermann

Die Gäste fehlen für den Umsatz

„Das ist so traurig. Es ist hier so gut angelaufen“, so Silke Lanvermann im Gespräch mit der Redaktion. Die Heeker hätten sie herzlich „aufgenommen“. Doch das zählt in der aktuellen Krisensituation alles nicht mehr. Erst blieben die Gäste im Hotel und Restaurant mit Beginn der Corona-Krise aus freien Stücken aus, dann gezwungenermaßen durch die sich täglich verschärfenden Verordnungen für Restaurant- und Hotelbetriebe.

Und schon jetzt habe das Virus einen mittleren fünfstelligen Euro-Schaden verursacht, berichtet Silke Lanvermann. Und eine Ende ist (noch) nicht in Sicht. „Der Betrieb ist bei uns um 95 Prozent runtergegangen.“ Das sei ein Wert zum Schauern. Alleine die Einschränkungen, die aktuell Restaurants einhalten müssen, sind erheblich.

Die Fixkosten laufen weiter

Unter anderem wurden die Öffnungszeiten auf 6 bis 15 Uhr beschränkt (Stand 18. März). Und auch das ist nur eine Momentaufnahme und kann sich praktisch stündlich ändern. Ein Abendtisch ist damit vom Tisch. Auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff habe sich bereits gemeldet, erzählt Silke Lanvermann.

Dabei sei es um die vorläufige Schließung des M3 gegangen. „Als Schutzmaßnahme, um einer weiteren Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken“, so die Betreiberin. Eine Entscheidung darüber war zum Zeitpunkt des Gespräches mit der Redaktion noch nicht gefallen.

Der Verlust für das Betreiberehepaar geht schon jetzt in die Zehntausende.

Der Verlust für das Betreiberehepaar geht schon jetzt in die Zehntausende. © Till Goerke

Problematisch: Die Fixkosten von 35.000 Euro pro Monat für den Gesamtbetrieb. Dem gegenüber stehen derzeit praktisch null Einnahmen. Dass dies ein wirtschaftliches Desaster ist, dürften jedem klar sein. „Wir haben praktisch keine Gäste mehr.“ Dabei hat Silke Lanvermann, das betont sie, vollstes Verständnis für die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen, aber: „Als Unternehmer muss man das Ganze ja leider auch immer wirtschaftlich sehen.“

„Es muss etwas passieren. Viele Unternehmen brauchen jetzt Hilfe – uns eingeschlossen.“
Silke Lanvermann

Gibt es bald gar keine Hotelgäste mehr

Und da laut Ministerpräsident Armin Laschet nicht nur Fernreisende, sondern auch NRW-Urlauber ihren Urlaub abbrechen müssen, dürfen Hotels und Pensionen ab Mittwoch (18. März) grundsätzlich keine touristischen Übernachtungen mehr erlauben. „Ja, was bleibt uns denn dann noch?“, fragt Silke Lanvermann hörbar frustriert. „Vielleicht der ein oder andere Berufskraftfahrer, aber das war es dann auch schon.“ Da helfe dann auch die Nähe und gute Anbindung zur Autobahn 31 nicht mehr weiter.

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Schon vor der letzten Verschärfung der Auflagen für Restaurantbetriebe (17. März) hätten etliche Gäste ihre gebuchten Übernachtungen oder Feiern abgesagt. „Alles nachvollziehbar, aber es ist für uns wirtschaftlich eben bitter.“ Und das werden in Kürze auch die Angestellten zu spüren bekommen. Kurzarbeit ist das Zauberwort. „Die Gespräche stehen jetzt an. Leider. Aber uns bleibt nichts anderes mehr übrig.“

Kredite sind keine Lösung

Auch mögliche günstige Kredite zum Überbrücken der Krisensituation seien keine Lösung. „Es weiß ja keiner, wie lang das noch so weitergeht“, so Silke Lanvermann. Das Risiko, dann später auf einem hohen Kreditberg zu sitzen, sei einfach zu hoch. Also eine Situation ohne Ausweg?

Gäste kommen praktisch keine mehr in das Restaurant M3.

Gäste kommen praktisch keine mehr in das Restaurant M3. © Till Goerke

Nicht ganz, doch es bräuchte einen klaren Erlass auf Bundes- und Landesebene, also ein generelles Verbot, dass Restaurant- und Hotelbetriebe geöffnet haben dürfen. Genau dann würde laut Silke Lanvermann die so genannte Betriebsausfallversicherung greifen. Der finanzielle Rettungsschirm.

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„Das würde vermutlich vielen Betrieben helfen“, so Silke Lanvermann. Und ein Blick in die Region und nach Münster zeigt: Etliche Hotels und Restaurants stehen exakt vor dem selben Problem. Und es scheint derzeit (noch) so, als ob viele Betriebe wirtschaftlich am langen Arm verhungern. „Es muss etwas passieren. Viele Unternehmen brauchen jetzt Hilfe – uns eingeschlossen.“

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