Zustimmung bis auf Abbruch

Heek G rundsätzlich Ja gesagt zur Bebauung des Innerorts-Bereichs Up'n Hoff notfalls auch ohne Investor - und damit zu einer Investition von 300 000 Euro für die Erschließungsarbeiten - hat der Ausschuss für Planen, Bauen und Denkmalpflege - wenn auch unter Vorbehalt. Die SPD-Fraktion will es nicht einsehen, dass die Gemeinde auf eigene Kosten das alte Jugendheim abreißt.

10.01.2008, 18:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Wir haben für Investoren gerade keine glückliche Zeit", kommentierte Bürgermeister Dr. Kai Zwicker, dass die bisherigen Bemühungen, einen Investor zu finden, gescheitert seien.

"Keine Abstriche"

Er machte keinen Hehl daraus, dass das strikte Festhalten der Gemeinde an dem Entwurf des Ahauser Planungsbüros fahrwick+grote, der als Sieger aus dem städtebauliichen Wettbewerb hervor gegangen war, die Verhandlungen nicht gerade leichter gemacht habe. Der Investor, mit dem die Gemeinde mehrere Gespräche geführt habe, wollte die großzügige Grünfläche mit altem Baumbestand reduzieren zu Gunsten weiteren Baulandes - "aus seiner Sicht verständlich, da so etwas für einen Investor unrentabel ist". Aus Sicht der Gemeinde handele es sich bei dem Grün aber um einen zentralen Bestandteil der Planung. "Und da lassen wir nicht mit uns diskutieren", so der Bürgermeister. Die Gemeinde Heek werde die Fläche erschließen, die Kirchengemeinde als Eigentümerin die elf bis 16 Wohneinheiten schrittweise vermarkten (Münsterland Zeitung berichtete). So sieht es der Entwurf vor, dem die Ausschussmitglieder zumindest im Prinzip zugestimmt haben. Zwicker sieht darin nicht nur eine Möglichkeit, die Bebauung der städtebaulich so bedeutsamen Fläche zeitnah zu realisieren, "auf diese Weise kann die Kirchengemeinde auch schneller ihr Kreuzzentrum bauen, und daran haben wir auch ein Interesse", erklärte er. Zum Hintergrund: Erst der Erlös aus den Grundstücksverkäufen im Bereich Up'n Hoff ermöglicht es der Kirchengemeinde, am Kirchplatz die zentrale Anlaufstelle zu schaffen.

"Präzedenzfall droht"

Reinhard Brunsch, SPD-Fraktionssprecher, mochte dem nicht widersprechen, verwies aber auf einen Haken an der Vereinbarung, wie er meint. Zu der Erschließung, die die Gemeinde vorfinanzieren will, gehört auch der Abbruch des ehemaligen Jugendheims. "Das kann ja nicht unsere Aufgabe sein", betonte er, und das aus prinzipiellen Erwägungen: "Wenn wir das machen, schaffen wir einen Präzedenzfall und können bei anderen Grundstückseigentümern nicht mehr Nein sagen." Brunsch sprach sich dafür aus, die Abrisskosten von schätzungsweise 20 000 bis 30 000 Euro aus der 300 000-Euro-Erschließungspaket heraus zu rechnen.

Bürgermeister Zwicker hielt zwar entgegen, eine "Erschließung aus einem Guss" - also mit Abbruch - sei sinnvoller, die weitere Beratung über diesen Punkt wurde aber vertagt. sy-

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