Daniel Heitmann, Trainer vom SV Herbern II, über einen Schützling, der eigentlich für die Erste vorgesehen war: „Er ist ein super Typ, der auch menschlich überragend in unser Team passt.“ © Döring
Fußball

Warteschleife bis 2023: Ehemaliger Jugendspieler von Rot Weiß Ahlen bleibt beim SV Herbern II

Nach seiner B-Jugend-Zeit bei Rot Weiß Ahlen wechselt ein Spieler 2018 in die A-Jugend des SV Herbern. Zwei Jahre später soll er eigentlich in die Erste übernommen werden. Doch es kommt anders.

Am 12. September läuft die 87. Spielminute im kleinen Fußball-Kreisliga-A-Derby zwischen Davaria Davensberg und der Reserve des SV Herbern. Die Heimmannschaft führt mit einem Tor, als sich plötzlich ein eingewechselter Herberner auf dem linken Flügel die Kugel schnappt – nach innen zieht und per Schlenzer zum 1:1-Endstand trifft.

Auch wenn Tim Rahenbrock (20) beim SVH regelmäßig als Innenverteidiger oder auf der Sechs spielt, wechselte ihn der Trainer der Zweiten gegen Davensberg in der Offensive ein. Das hat vor allem etwas mit seiner Zeit bei Rot Weiß Ahlen zu tun.

Tim Rahenbrock wechselte 2018 aus der Jugend von Rot Weiß Ahlen zum SV Herbern.
Tim Rahenbrock wechselte 2018 aus der Jugend von Rot Weiß Ahlen zum SV Herbern. © Johanna Wiening © Johanna Wiening

„Von 2014 bis 2018 habe ich bei Rot Weiß Ahlen als 10er oder 8er gespielt. Ich bin da aber flexibel und spiele in der Zweiten meistens in der Defensive“, sagt Tim Rahenbrock. Der Wechsel des heute 20-Jährigen in die A-Jugend des SVH sollte ursprünglich gerade mal für eine Saison Bestand haben. Doch dann kam alles anders.

„Damals hat in Ahlen der Trainer gewechselt und der konnte mir keine Einsatzzeiten garantieren“, erklärt Rahenbrock. Also bleibt er noch ein Jahr in Herberns A-Jugend. Im Sommer 2020 soll er dann eigentlich nahtlos in die Landesliga-Mannschaft übernommen werden. Seine Ausbildung zum Koch macht dem Allrounder allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Win-Win-Situation zwischen Trainer und Spieler des SV Herbern II

„Bei ihm ist es eine spezielle Situation, weil er aufgrund seiner Arbeitszeiten oft nicht am Training teilnehmen kann. Die Erste war deswegen nicht möglich, auch wenn er natürlich das Potenzial dazu hätte“, sagt der Trainer der Zweiten, Daniel Heitmann.

Zwar seien Einsätze auch in der Kreisliga-Mannschaft an die Trainingsbeteiligung geknüpft. Aufgrund von Ausfällen würde aktuell aber gar kein Weg an dem 20-Jährigen vorbei führen, sagt der Reserve-Trainer. Und auch so ist Heitmann voll des Lobes für seinen Schützling.

„Er ist ein super Typ, der auch menschlich überragend in unser Team passt. Aktuell ist es eine Win-Win-Situation: Bei uns kann er spielen, auch wenn er nicht so oft beim Training ist. Und wir profitieren von seiner Qualität“, fasst Heitmann zusammen. Das sieht Tim Rahenbrock genauso.

Nach der Ausbildung zum Studium nach Dortmund – und in die Erste?

„Ich kann meine Ausbildung wegen meines Abiturs zwar verkürzen, aber bis Anfang 2023 wird es noch dauern. Bis dahin bin ich froh, dass ich nicht ganz rauskomme und immer wenn es passt, bei der Zweiten trainieren kann und eben bei den Spielen dabei bin“, erklärt der Verteidiger.

Bis zum Ende seiner Ausbildung steht er beim SV Herbern also noch in der Warteschleife. Dann will er aber auch bei der Ersten angreifen. „Ich möchte in Dortmund ein Fachstudium anschließen und wenn ich dann wieder mehr Zeit für Fußball habe, wäre die Landesliga schon eine angemessene Liga“, sagt Tim Rahenbrock.

Aktuell fokussiert er sich aber voll und ganz auf seine Ausbildung und den SV Herbern II. „Ich wurde super aufgenommen und bin auch wirklich dankbar, trotz meiner Trainingszeiten gesetzt zu sein. Es macht mit der jungen Mannschaft wirklich Spaß. So ist es gerade am besten“, hält Rahenbrock fest.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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