70. Geburtstag des Spielmannszugs: Herbern feiert Musiker und am Ende fließen sogar Tränen

Spielmannszug der Kolpingsfamilie

Ohne den Spielmannszug der Kolpingsfamilie würde etwas fehlen: Auf keinem Fest in Herbern dürfen die Musiker fehlen. Dieses Mal luden sie selbst ein - zum Jubiläumsfest. Dabei wurde es emotional.

Herbern

, 01.09.2019, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
70. Geburtstag des Spielmannszugs: Herbern feiert Musiker und am Ende fließen sogar Tränen

Sichtlich gerührt war Detlef Eckey (56), als er von seinen Kameraden überraschend zum Ehren-Tambourmajor ausgezeichnet wurde. Im Hintergrund: sein Spielmannszug, der in diesem Jahr das 70-jährige Bestehen feiert. © Andrea Wellerdiek

Lange musste er dagegen ankämpfen, aber irgendwann kam der Moment, da ließ er es einfach zu: Die Tränen kullerten. Tambourmajor Detlef Eckey (56) war sichtlich gerührt, als er zum Ehren-Tambourmajor ausgezeichnet wurde. Er konnte es selbst gar nicht fassen. Seine Kameraden aus dem Spielmannszug der Kolpingsfamilie Herbern wussten es schon längst.

Fast 30 Jahre lang spielten sie nach Eckeys Kommando. Nun tritt der Herberner auf eigenen Wunsch in die zweite Reihe. „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagt der 56-Jährige und greift noch einmal zum Taschentuch.

Perfekter Rahmen zum Abschied

Und schöner hätte sein Abschied an diesem Tag auch nicht sein können. Mit dem großen Jubiläumsfest am Sonntag (1.9.) zum 70-jährigen Bestehen des Spielmannszuges endet auch Eckeys Zeit als Taktgeber. „Aber ich bleibe euch natürlich weiter erhalten“, sagte Detlef Eckey bei seiner Abschiedsrede auf dem Schulhof der Mariengrundschule.

Nicht nur seine Kameraden vom Spielmannszug Herbern hörten das gerne, sondern auch die vielen (Musiker-)kollegen der befreundeten Vereine aus der Umgebung, die zum Jubiläum nach Herbern kamen. „Das ist ein schöner Rahmen zum Abschluss. Ich habe mit dem Spielmannszug alles erreicht. Deshalb sollen jetzt Jüngere die Aufgabe übernehmen“, sagte Detlef Eckey.

70. Geburtstag des Spielmannszugs: Herbern feiert Musiker und am Ende fließen sogar Tränen

Detlef Eckey (56, M.) war überrascht, als er von seinen Kameraden ausgezeichnet wurde. Ihm gratulieren Hendrik Wenner (Vorsitzender, l.) und Michael Steinkamp (2. Vorsitzender). © Andrea Wellerdiek

Kameradschaft ist einzigartig

Und um den Nachwuchs muss sich der Spielmannszug keine Sorgen machen. „Ohne die Jugendarbeit wären wir nicht das, was wir heute sind“, sagte Hendrik Wenner, Vorsitzender des Spielmannszugs, in seiner Rede zum Jubiläum. Vor allem die Kameradschaft unter den Mitgliedern, die 9 bis 89 Jahre alt sind, aber auch die mit anderen Vereinen, zeichne den Spielmannszug aus.

Mit unzähligen Veranstaltungen im Jahr, die die Mitglieder musikalisch begleiten, sei der Spielmannszug ein fester Bestandteil im Vereinsleben von Herbern. Auch Bernhard Pettendrup, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Ascheberg, pflichtete dem bei: „Der Spielmannszug ist aus Herbern nicht mehr wegzudenken.“

Viele Herberner feiern mit

So war es auch keine Überraschung, dass sich viele Freunde und Bürger aus Herbern auf dem Schulhof und den umliegenden Straßen einfanden, um mit dem Spielmannszug das Jubiläum zu feiern. Und nach dem Sternmarsch zur Schule ging es dann gemeinsam in einem langen Festumzug zum Sportplatz des SV Herbern am Siepen, um dort im Festzelt weiter zu feiern.

Angeführt wurde der Umzug - na klar - vom Spielmannszug der Kolpingsfamilie Herbern mit ihrem Ehren-Tambourmajor Detlef Eckey. Am Ende des Jahres wird er dann den Stab an seinen Nachfolger weitergeben.

70. Geburtstag des Spielmannszugs: Herbern feiert Musiker und am Ende fließen sogar Tränen

Der Taktgeber: Zum Jubiläum ging Detlef Eckey wieder vorne weg. Am Ende des Jahres soll dann aber Schluss sein, so der 56-Jährige. © Andrea Wellerdiek

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