"An Weihnachten wird es zu den Waffen gehen"

Brief aus Erstem Weltkrieg

Bunte Postkarten, vergilbte Briefe, verblasste Ausweise: Seit dem Ersten Weltkrieg hat Peter Söntgerath alles aufbewahrt. Seine Enkelin, die Herbernerin Gabriele Pettendrup, hat diese Relikte sortiert, ausgewertet und publiziert. Für uns liest sie aus einem Brief ihres Großvaters, den er kurz vor Weihnachten im Schützengraben verfasst hat.

HERBERN

, 27.02.2015, 15:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Sammlung von Postkarten, Fotos, Briefen und Ausweisen, die Gabriele Plettendrup von ihrem Großvater hat, ist sehr umfangreich.

Die Sammlung von Postkarten, Fotos, Briefen und Ausweisen, die Gabriele Plettendrup von ihrem Großvater hat, ist sehr umfangreich.

Gabriele Pettendrup aus Herbern arbeitete von 2012 bis 2014 die Feldpost ihres Großvaters Peter Söntgerath auf. Er war im Ersten Weltkrieg in Flandern stationiert und hat seine Zeit im Krieg dokumentiert. An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster absolvierte sie ein "Studium im Alter" und publizierte - zusammen mit fünf weiteren Senioren-Studenten - zum Thema "Westfalen im ersten Weltkrieg".

Viele Dokumente ihres Großvaters hat Pettendrup in einem großen Album sortiert. Auf der einen Seite sind bunte Postkarten. Sie zeigen die Kathedrale von Ypern unter blauem Himmel, Ansichten von bunten Häusern aus Flandern. Eine Seite weiter dann schwarz-weiße Fotografien. Fotos, die das wahre Ausmaß des Ersten Weltkrieges darstellen. Zerstörte Kirchen, zerschossene Friedhofsmauern, kaputte Dörfer. Es sind Bilder, die zu Zeiten des Ersten Weltkriegs in Deutschland nicht veröffentlicht werden durften. Denn sie stellten das dar, was unbedingt vermieden werden sollte: die Grausamkeit des Krieges.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So dokumentierte Peter Söntegrath für seine Herberner Familie den Krieg

Gabriele Pettendrup aus Herbern arbeitete die Feldpost ihres Großvaters Peter Söntgerath auf. Dieser dokumentierte mit Tagebüchern und Fotos seine Erlebnisse dals deutscher Soldat, stationiert in Flandern.
27.02.2015
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Die Sammlung von Postkarten, Fotos, Briefen und Ausweisen, die Gabriele Plettendrup von ihrem Großvater hat, ist sehr umfangreich.© Foto: Verena Schafflick
Der Luftsturmschein von Peter Söntgerath ist eines der gut erhaltenen Stücke aus der Sammlung von Gabriele Pettendrup.© Foto: Verena Schafflick
Postkarten, Fotos und andere Dokumente hat Gabriele Plettendrup in einem Album sortiert und gesammelt.© Foto: Verena Schafflick
Peter Söntgerath wurde am 13. Dezember 1889 in Wattenscheid als ältestes von sechs Kindern geboren. Von 1903 bis zum Rentenalter arbeitete er als Schlosser und Lokomotivführer auf der Zeche Centrum. 1965 zog er mit seiner Frau Gertrud Söntgerath zur Tochter nach Herbern, wo er 1975 verstarb.© Foto: Verena Schafflick
Mithilfe der Briefe des Großvaters und des Landsturmscheins haben Gabriele Pettendrup und ihr Sohn Michael eine Karte der Stationierungen von Peter Söntgerath erstellt. Dieser war nach seinem Einzug 1916 in den Elsass unter anderem in Ypern und in der Nähe von Verdun in Belgien positioniert.© Foto: Verena Schafflick
Gabriele Pettendrup aus Herbern hat viel zeit investiert, um die Kriegszeit ihres Großvaters Revue passieren zu lassen.© Foto: Verena Schafflick
Nicht bei allen Briefen war für Gabriele Pettendrup die Auswertung einfach. Die Schrift verblasst.© Foto: Verena Schafflick
Der Luftsturmschein dokumentiert viele Daten und Einsätze von Peter Söntgerath.© Foto: Verena Schafflick
Auch Feldpost an Peter Söntgerath ist noch in ihrem Besitz.© Foto: Verena Schafflick
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Viele Briefe sind noch sehr gut zu lesen, einige wiederum sind über die Jahrzehnte stark verblasst. Aus einem dieser Briefe las uns Gabriele Pettendrup vor. Peter Söntgerath schrieb in dem Brief vom 15. Dezember 1916 aus dem Schützengraben an seine Schwester Magdalene:  

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