Aschebergerin näht hunderte Masken für Bedürftige am anderen Ende der Welt

hzMund-Nasen-Schutz

Eine Aschebergerin näht Masken und sammelt so Spenden, um einem weit entfernten Land in der Corona-Pandemie zu helfen. Zu dem Land und den Einheimischen hat sie eine private Verbindung.

Ascheberg, Herbern

, 18.11.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur in Deutschland wütet die Corona-Pandemie. Wie der Name es schon vermuten lässt, hat sich das neuartige Virus über die gesamte Welt ausgebreitet. Der von Deutschland etwa 8000 Kilometer entfernte Inselstaat Sri Lanka vor der Küste Indiens ist ebenso betroffen. Eine gebürtige Aschebergerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Spenden für die bedürftigen Menschen in dem 22 Millionen Einwohner Land zu sammeln.

Hunderte Masken für Sri Lanka

Die Aschebergerin Anja Wevers betreibt eine Praxis für Osteopathie und Naturheilkunde in Münster. In ihrer Freizeit näht sie zur Zeit Mund-Nasen-Schutze. Doch nicht etwa ausschließlich für sich selbst oder die Familie, sondern im großen Stil. „Für eine einzelne Maske brauche ich etwa 15 Minuten, meistens nähe ich 20, 30, 40 Stück auf einen Schlag, dann reduziert sich die Zeit pro Maske natürlich“, sagt Wevers, die das Nähen, als sie jünger war, in der Volkshochschule gelernt habe.

Bisher habe sie bereits 850 Masken genäht. Im Frühjahr hat sie schon einmal mit dem Nähen von Masken Spenden für Sri Lanka gesammelt.

Mehr als 800 Masken hat Anja Wevers schon genäht.

Mehr als 800 Masken hat Anja Wevers schon genäht – und damit tausende Euro an Spenden gesammelt. © Anja Wevers

Die selbst genähten Masken von Anja Wevers können Menschen kostenlos mitnehmen oder aber eine kleine Spende hinterlassen. Dafür stellt sie eine Box für einen kontaktlosen Austausch vor ihre Praxis.

Die Spenden schicke sie dann nach Sri Lanka. „Im Frühjahr konnte ich so 2388 Euro sammeln. Seit der neuen Aktion, die seit etwa drei Wochen läuft, habe ich schon 1420 Euro gesammelt“, erzählt Wevers.

Persönliche Verbindung nach Sri Lanka

Warum aber Sri Lanka? „2014 haben wir eine Hochzeitsreise nach Sri Lanka unternommen. Dort waren wir in einer Eco-Lodge, einer Art Hotel im Regenwald, das von deutschen Auswanderern betrieben wird. Die Auswanderer sind frühere Nachbarn eines Arbeitskollegen meines Mannes“, erklärt Anja Wevers ihre Verbindung ins weit entfernte Sri Lanka.

Eben diese Auswanderer, Alli und Edna, betreiben auch seit 15 Jahren Entwicklungshilfe in Sri Lanka. Dafür haben sie den Verein „New home Beruwala“ gegründet. An diesen fließen die gesammelten Spenden von Anja Wevers.

Mit den beiden sei Anja Wevers gut befreundet.

Einkaufen unter Polizeischutz

Die meisten Bauern in Sri Lanka wären Tagelöhner, erzählt Anja Wevers. Da sie nicht mehr vor die Tür dürfen, verdienen sie kein Geld mehr. Sie würden hungern.

Mit dem Geld, das Anja Wevers durch ihre Masken sammelt, werden in Sri Lanka Care-Pakete zusammengestellt. Dafür gehen die beiden Auswanderer Alli und Edna unter Polizeischutz Grundnahrungsmittel wie Reis, Milch, Mehl und Gewürze einkaufen. Für das Einkaufen brauche man nämlich eine Sondergenehmigung. Die Care-Pakete werden schließlich in Säcken an die bedürftigen Bauern verteilt.

Wer mit Anja Wevers in Kontakt treten möchte, kann das über ihre Website www.naturamed-wevers.de tun.

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