Bekommt die Mariengrundschule an ihrem neuem Standort sogar ein Freiluftkino?

hzUmgestaltung des Schulgeländes

In einigen Jahren soll die Mariengrundschule in die Räumlichkeiten der Profilschule in Herbern ziehen. Um den Schulhof kindgerecht und naturnah zu gestalten, haben 20 Fachleute Pläne geschmiedet.

Herbern

, 17.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Gelände an der Altenhammstraße 31 war am 11. März einiges los: Lehrer, Architekten und Umweltbildner stellten Pläne auf, wie die Fläche für Grundschüler umgestaltet werden kann. In einigen Jahren soll die Mariengrundschule in das Gebäude ziehen, in dem die neunten und zehnten Klassen der Profilschule aktuell lernen.

In dem Seminar, durchgeführt von der Natur- und Umweltschutzakademie des Landes Nordrhein-Westfalen (kurz: NUA), galt der Profilschul-Standort an der Altenhammstraße als Praxisbeispiel für Architekten, Umweltbildner und Lehrkräfte. Bei einer vorherigen Veranstaltung in Recklinghausen wurden die 20 Teilnehmer mit Informationen und Anregungen versorgt.

Schüler werden in die Gestaltung eingebunden

Eltern, Lehrer und Schüler sammelten im Vorfeld ihre Wünsche für die Schulhofgestaltung. Auch die Schüler wurden eingebunden. „Partizipation ist uns sehr wichtig. Wenn die Kinder den ganzen Tag bei uns verbringen, müssen sie sich auch wohlfühlen“, sagt Christine Gesenhoff, Leiterin der Übermittagbetreuung.

Während des Seminares entstanden drei Gestaltungspläne, die die Schulleiterin und die Leiterin der OGS den Kollegen und Eltern vorstellen werden.

„Alle waren sich einig, dass die Fläche hinter dem Gebäude intensiver genutzt werden soll“, so Gisela Lamkowsky von der Natur- und Umweltschutzakademie. Zur Mensa soll es eine größere Terrasse geben und die Klassenräume bekommen Türen nach draußen mit kleinen „Lernterrassen“ davor. Generell soll mehr Unterricht im Freien stattfinden.

Veranstaltungen in der Aula und Platz zum Toben

Eine Sprunggrube, eine Laufbahn und Büsche zum Verstecken sind für das Gelände angedacht. Für die Abböschungen gibt es mehrere Pläne: Dort könnten Seile oder Rutschen oder gar ein Freilichtkino entstehen. Die Aula soll schon vor dem Umzug der Grundschule für die Allgemeinheit geöffnet werden - hier sollen künftig mehr Veranstaltungen stattfinden.

„Uns hat das Seminar richtig viel gebracht“, erzählt die Kitaleiterin. Zustande kam das Seminar an der Profilschule, weil Lamkowsky in Herbern wohnt und so von den Umzugsplänen der Grundschule wusste. Sie wendete sich an die Gemeinde und stielte das Projekt ein. Ähnliche Veranstaltungen gibt es laut Lamkowsky schon seit rund 20 Jahren in ganz NRW.

Schulhofgestaltung wurde aus vielen Perspektiven beleuchtet

Unterstützt wurden die Planer durch Ralf Huihsen von der Unfallkasse NRW. Er klärte unter anderem auf, an welchen Stellen gefahren lauern könnten.

Zur Hälfte bestand die 20-köpfige Gruppe aus Architekten, zur anderen Hälfte aus Lehrern. Die kamen nicht aus dem Team der Mariengrundschule, sondern nahmen am Projekt teil, um sich Anregungen für ihre eigenen Schulen zu besorgen.

Die Aula der Profilschule soll künftig häufiger für Veranstaltungen genutzt werden. Der nächste Schritt ist der Umzug der Grundschule an den Herberner Standort der Profilschule. Damit das passieren kann, muss der Schulhof noch kindgerecht gestaltet werden.

Die Aula der Profilschule soll künftig häufiger für Veranstaltungen genutzt werden. Der nächste Schritt ist der Umzug der Grundschule an den Herberner Standort der Profilschule. Damit das passieren kann, muss der Schulhof noch kindgerecht gestaltet werden. © Claudia Hurek

„Andere Schulen sind schon ein bisschen neidisch auf uns, dass wir als Vorführobjekt gedient haben. Helmut Sunderhaus, Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung, Finanzen und Wirtschaftsförderung der Gemeinde Ascheberg, war ebenfalls vor Ort - zur Freude der Kitaleitung: „Ich finde es super, dass die Gemeinde als Träger mit ins Boot genommen wird und wir gemeinsam planen. So kann jeder einbringen, was ihm wichtig ist.“

Umzugszeitpunkt ist noch unklar

Wichtig sei den Kindern laut Gesenhoff vor allem Platz zum Toben. Eine asphaltierte Fläche zum Roller fahren, ein Fußball- und Basketballfeld und Orte zum Ausruhen waren auf der Wunschliste der Kinder. „Wir als OGS haben uns außerdem Schattenplätze und Schutz vor Regen gewünscht sowie einen abgetrennten Bereich, den wir gut überschauen können.“

Wann die Schule umziehen soll, das ist laut Gesenhoff noch völlig unklar: „Eigentlich sollte es 2023 passieren, aber nach aktuellem Stand wird sich das noch mindestens ein Jahr länger ziehen.“ Bis dahin bleibt noch Zeit, um konkrete Pläne für die Umgestaltung des Geländes zu schmieden.

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