In Ascheberg, Herbern und Davensberg soll es blühen. Dafür wollen die Grünen in Ascheberg eine vernetzte Fläche von Blühstreifen. Das erste Projekt dazu ist bereits angelaufen. © Marie Rademacher (A)
Blühprojekte in Ascheberg

Blühpatenschaften sollen Platz für Insekten und Tiere in Ascheberg schaffen

Die Grünen wollen eine möglichst vernetzte Fläche von Blühstreifen für Insekten und Tiere schaffen. Ein Projekt dazu läuft bereits. Und daran kann sich jeder Bürger beteiligen.

Das Ziel der Grünen in Ascheberg ist es, mehr Blühflächen für Insekten und Tiere zu schaffen. Eine entsprechende Anfrage hatten sie bereits in einer Ratssitzung gestellt. Beim nächsten Nachhaltigkeitsausschuss wolle man auch einen entsprechenden Antrag stellen, so Ortsverbandssprecher Heinz Wesselmann.

Ein Projekt zu den Blühstreifen läuft bereits. Das Projekt von Dirk Schulze Pellengahr (sachkundiger Bürger für die CDU) und Hubertus Beckmann (mittlerweile parteiloses Ratsmitglied), hat zum Ziel, die Artenvielfalt in Ascheberg zu erhalten und gleichzeitig Bürger und Landwirte in den Austausch zu bringen. „Bislang gab es in der Landwirtschaft das Bestreben, durch Blühstreifen die Monokulturflächen vielfältiger zu gestalten”, so Hubertus Beckmann.

Mehrjährige Blühstreifen

Doch dabei ging es immer nur um einjährige Blühstreifen. Die neue Idee sieht vor, dass Blühstreifen über fünf Jahre erhalten bleiben. So hätten Insekten, die ihre Eier dort legen, die Chance, auch weiter zu bestehen. Warum es nur fünf Jahre sein können, erklärt Beckmann: „Alle fünf Jahre müssen Kulturpflanzen angebaut werden, sonst verliert das Land den Ackerstatus und damit sinkt auch der Wert des Landes.”

Nun sollen Landwirte also Flächen für die Blühstreifen zur Verfügung stellen. Doch diese müssen auch sehen, dass der Betrieb läuft. „Die Landwirte brauchen ca. 1300 bis 1500 Euro pro Jahr für einen Hektar”, so Beckmann. Und da kommen die Blühpatenschaften ins Spiel.

Blühpatenschaften für jedermann

Jeder Bürger kann eine Patenschaft für eine bestimmte Fläche übernehmen. 13 bis 15 Euro kostet eine Patenschaft für 100 Quadratmeter Blühstreifen im Jahr. Wer Pate werden möchte, kann sich bei Hubertus Beckmann unter hubert.beckmann@gmail.com mit Name, Adresse und der Angabe, welcher Beitrag jährlich zur Verfügung gestellt wird, melden.

Geplant sind die Blühstreifen in Ascheberg, Herbern und Davensberg. Und wer eine Patenschaft übernimmt, darf sich über eine entsprechende Fläche quasi vor der Haustür freuen. „In jedem Ortsteil gibt es schon mindestens eine Fläche”, so Beckmann. Insgesamt sei schon über ein Hektar Fläche zusammengekommen. Ziel sei es auch, dass sich Landwirte und Paten zweimal im Jahr entweder über Zoom oder – wenn es wieder möglich ist – persönlich zum Austausch treffen können.

Wesselmann: Möglichst viele Akteure ins Boot holen

Die Grünen arbeiten gleichzeitig daran, die Blühstreifenaktion auf noch größere Beine zu stellen. „Wir möchten gerne die Flächen vernetzen”, so Heinz Wesselmann. Dazu stehe man zum einen im Kontakt mit der Gemeinde bezüglich Gemeindeflächen und Wegerändern. „Wir wollen aber möglichst viele Akteure mit ins Boot holen. Also auch Industriefirmen, Handwerksbetriebe und so weiter, sodass wir in der Summe eine Vernetzung hinkriegen.”

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