CDU und SPD zeigen sich zufrieden: Blicke nun auf Stohldreier gerichtet

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Die CDU bleibt stärkste Kraft in Ascheberg. Die SPD blickt nun genau auf Bürgermeister Thomas Stohldreier (parteilos), der mit seiner Stimme wieder für eine Mehrheit der CDU im Rat sorgen könnte.

Ascheberg, Herbern

, 14.09.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die CDU wird mit 49 Prozent aller Stimmen und damit 15 Sitzen stärkste Kraft im Rat der Gemeinde Ascheberg bleiben. Die absolute Mehrheit haben die Christdemokraten nur, wenn sie die Stimme des neu gewählten Bürgermeisters Thomas Stohldreier bekommen. Den 48-Jährigen, der parteilos ist, hatten die Christdemokraten aber selbst als ihren Kandidaten nominiert.

Die SPD, die einen Sitz verliert und nun mit vier Mandaten im Rat vertreten ist, nimmt den neuen Bürgermeister beim Wort, dass er sich für das Wohl der Gemeinde einsetzen und sich nicht auf die Seite der CDU stellen wird. „Ich hoffe, dass wir immer einen Kompromiss und mit allen Parteien eine Lösung finden werden“, erklärt Christian Ley, Fraktionsvorsitzender der SPD Ascheberg.

Sechs Parteien im Gemeinderat vertreten

Mit der FWA (Freie Wähler Ascheberg) sind nun sechs Parteien im Gemeinderat vertreten. „Es waren sechs Parteien, die alle Wahlkreise besetzt haben. Da war es klar, dass es im Vergleich zur letzten Wahl enger werden würde“, so Ley. Bei der SPD habe man natürlich gehofft, dass die CDU die absolute Mehrheit verlieren würde. „Aber mit der Bürgermeister-Stimme haben sie die absolute Mehrheit ja wieder“, erklärt Ley.

Aufgrund der Sitzverteilung kommt es zu einer Pattsituation. Die CDU mit ihren 15 Sitzen steht den anderen Parteien, die insgesamt auf ebenfalls 15 Sitze kommen, gegenüber. So kann bei engen Entscheidungen die Stimme des neu gewählten Bürgermeisters Thomas Stohldreier das Zünglein an der Waage sein.

Die CDU, hier Dietmar Panske, bleibt stärkste Partei im Gemeinderat Ascheberg.

Die CDU, hier Dietmar Panske, bleibt stärkste Partei im Gemeinderat Ascheberg. © Andrea Wellerdiek

Stimme des neuen Bürgermeisters entscheidend

Er ist zwar parteilos, wurde aber von der CDU als Kandidat aufgestellt. Er werde aber auch gegen die CDU stimmen, hatte Stohldreier immer wieder betont. Und darauf wird die SPD genau schauen. Die Sozialdemokraten kamen bei der Ratswahl auf 16,5 Prozent und verlieren damit 5,54 Prozent.

„Wir sind zufrieden, dass wir wieder die zweitstärkste Partei geworden sind. Es gab keinen absoluten Super-Gau, aber es hätte schon etwas mehr sein dürfen“, sagt Ley. Das gilt auch für den Ausgang der Bürgermeister-Wahl. Für die SPD holte Monika Verspohl 34,65 Prozent der Stimmen. „Wir sind nicht völlig unzufrieden, wir hätten uns aber ein bisschen mehr gewünscht. Wir hätten gern vorn eine Vier gehabt“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Ley.

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Eine Rolle habe wie für alle Parteien natürlich der Wahlkampf unter erschwerten Bedingungen aufgrund der Corona-Pandemie gespielt. Thomas Stohldreier habe es da aufgrund seiner Funktion in der Gemeindeverwaltung leichter gehabt, so Ley. „Wir konnten ja nicht aus dem Haus gehen“, sagt Ley.

Über das „Super-Ergebnis“ für Thomas Stohldreier in einem Wahlkampf unter erschwerten Bedingungen freut sich Maximilian Sandhowe, Vorsitzender der CDU Ascheberg. Auch wenn die Christdemokraten 4,64 Prozente einbüßen mussten bei der Gemeinderatswahl, sei man mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

„Uns war klar, dass wir etwas verlieren werden würden, weil ja auch die Grünen alle Wahlbezirke besetzt haben und mit der FWA eine ganz neue Partei dazu kam. Einige haben auch damit gerechnet, dass wir die absolute Mehrheit verlieren würden“, erklärt Sandhowe.

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Mit dem Blick auf die sechs Parteien, die insgesamt ins Rennen gegangen sind, sei man aber mit dem Ergebnis (49 Prozent) zufrieden. „Dass wir trotzdem alle Wahlbezirke gewonnen haben und darunter auch neue Gesichter sind und dabei auch drei Unter-30-Jährige, ist ein ganz starkes Ergebnis für uns“, erklärte Sandhowe.

Durch Überhangmandate ist der Gemeinderat in Ascheberg von 28 auf 30 Sitze erweitert worden. Die neu gegründete FWA erhält zwei Sitze. Die Grünen, die 10,17 Prozent zulegten (Endergebnis 13,7 Prozent), sind künftig mit vier Mandaten vertreten.

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