Duo Ahlert & Schwab verzaubert beim Schlosskonzert in Herberner Pfarrkirche

Schlosskonzerte

Der Konzertsaal in Schloss Westerwinkel stand der Musikschule Ascheberg für das letzte Schlosskonzert coronabedingt nicht zur Verfügung. Stattdessen wurde die Pfarrkirche St. Benedikt zum Schauplatz.

Herbern

, 24.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Birgit Schwab (Erzlaute/Barocklaute) und Daniel Ahlert (Barockmandoline) wussten den historischen Klangraum zu nutzen.

Birgit Schwab (Erzlaute/Barocklaute) und Daniel Ahlert (Barockmandoline) wussten den historischen Klangraum zu nutzen. © Elvira Meisel-Kemper

Intimer ist es natürlich im Schloss Westerwinkel. Dafür hatten Birgit Schwab (Erzlaute/Barocklaute) und Daniel Ahlert (Barockmandoline) einen größeren, ebenfalls historischen Klangraum zur Verfügung. Unter dem Titel „Eurovisionen“ hatten sie sich Werke aus Europas Barockmusik für Mandoline und Laute ausgesucht.

Die erste Hälfte des Konzerts brachte Schwab die langhalsige, auch optisch beeindruckende Erzlaute zum Klingen. Die Spezialität des Duos liegt schon seit Jahren darin, ihre Stücke nach Manuskripten einzustudieren, die sie zum großen Teil in Archiven neu oder wieder entdeckt haben. Die Sonate Nr. 1, D-Dur, Op.3 von Giacobbe Basevi Cervetto war eines dieser Beispiele für neu entdeckte barocke Werke des 18. Jahrhunderts.

Das Schlosskonzert fand diesmal in der Kirche St. Benedikt statt.

Das Schlosskonzert fand diesmal in der Kirche St. Benedikt statt. © Elvira Meisel-Kemper

Dazu passte François Chauvons Suite Nr.2, a-Moll, als Kontrastprogramm sehr gut. Nach einer Einleitung, die Ahlert mit zahlreichen Verzierungen auf seiner Mandoline zauberte, folgten vier Tänze, die im Barock sehr häufig Bestandteil von Suiten und Sonaten waren.

Der gefühlvolle langsame Tanz der Sarabande war nicht nur Bestandteil von Chauvons Suite, sondern auch von zwei Werken von Sylvius Leopold Weiss. Die Sonate C-Dur von Weiss interpretierte Schwab allein mit der Barocklaute. Der volle Klang dieses bauchigen Instruments mit der ausgefeilten Spieltechnik von Schwab war nur einer der Höhepunkte.

Duopartner seit fast 30 Jahren

Als das Duo die Sarabande aus der Sonate 14 in g von Weiss spielte, entwickelte sich ein noch runderer Gesamtklang. Die Sonata à Solo von Antonio Vivaldi entdeckte Ahlert als Abschrift eines Geigers vor zehn Jahren in Dresden. Auch diese Sonate in vier Sätzen zeigte die Virtuosität und das blinde Verständnis für den Duopartner, die bei Ahlert und Schwab seit ihrem ersten Zusammenspiel 1992 gewachsen sind.

Nicht umsonst haben sie mit ihrer Art der Interpretation schon zahlreiche Auszeichnungen gewonnen. Auch das Publikum in Herbern zeichnete sie durch stehende Ovationen aus, die mit Zugaben belohnt wurden.

Birgit Schwab (Erzlaute/Barocklaute) spielte in St. Benedikt.

Birgit Schwab (Erzlaute/Barocklaute) spielte in St. Benedikt. © Elvira Meisel-Kemper

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