Anwohner sollen für Entfernung von Raupen-Nestern zahlen – auf Fläche der Gemeinde

hzEichenprozessionsspinner

Kerstin Krampe sorgt sich wegen der Eichenprozessionsspinner vor ihrer Haustür. Die Gemeinde Ascheberg bietet an, die Nester der Raupen zu entfernen. Auf Kosten der Anwohnerin.

Ascheberg

, 02.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz in weiß gekleidet sind die Äste und sorgen dafür, dass Kerstin Krampe (55) nicht mehr ruhig schlafen kann. Sie sorgt sich. Um ihre fünf Enkel, die Kinder, die sie als Tagesmutter betreut, und um Fußgänger. Eichenprozessionsspinner haben sich direkt gegenüber der Einfahrt ihres Hauses angesiedelt.

Krampe fühlt sich hilflos. Die Gemeinde, sagt sie, lasse sie hängen. Auf ihre Beschwerde, so die 55-Jährige, habe niemand reagiert. Doch jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen.

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„Wir können die Raupennester entfernen“, sagt Simone Bönisch, Pressesprecherin der Gemeinde Ascheberg, auf Anfrage dieser Redaktion. Der Haken: Krampe soll für die Kosten selbst aufkommen, obwohl die Eiche auf dem Gebiet der Gemeinde steht.

„Wir können den Eichenprozessionsspinner nicht auf allen Gemeindeflächen entfernen lassen“, sagt Bönisch. Die Gemeinde Ascheberg konzentriere sich auf sensible und zentrale Bereiche. Dazu gehören Spielplätze, Schulen und Kitas. Der Wohnbereich von Tagesmutter Kerstin Krampe nördlich von Ascheberg gehört nicht dazu.

Anwohner sollen für Entfernung von Raupen-Nestern zahlen – auf Fläche der Gemeinde

Tagesmutter Kerstin Krampe ärgert sich über den Eichenprozessionsspinner. © Till Goerke

Will Krampe sichergehen, dass weder sie noch ihre Enkel und die betreuten Kinder allergisch auf die umherfliegenden Brennhaare der Eichenprozessionsspinner reagieren, muss sie selbst in die Tasche greifen.

„Eine Ausrottung des Eichenprozessionsspinners ist nicht möglich, eine Bekämpfung ist – wenn überhaupt – nur innerhalb von Siedlungsflächen sinnvoll“, sagt Bönisch.

Zu viele Nester: Gemeinde kommt bei Beseitigung kaum hinterher

Eines der Probleme: Es gibt so viele Eichenprozessionsspinner, dass die Schädlingsbekämpfer „bis unters Dach beschäftigt sind“, so Bönisch. Deshalb komme die Gemeinde gar nicht hinterher, alle Nester der Raupe zu beseitigen.

„Wir leiden hier alle unter der Raupe und keiner will uns helfen“, sagt Kerstin Krampe. Allem Anschein nach ist sie damit nicht alleine, wie Bönisch bestätigt. Zahlreiche Anrufe zum Eichenprozessionsspinner seien bei der Gemeinde angegangen. „Doch es werden langsam weniger“, sagt Bönisch.

Gemeinde möchte Kontakt aufnehmen

Für Kerstin Krampe ist das allerdings kein Grund zur Ruhe. Denn selbst wenn die Raupe zum Nachtfalter geworden ist, bleiben die Nester mit den Brennhaaren zunächst noch zurück.

Die Gemeinde Ascheberg hofft nun, mit Kerstin Krampe ins Gespräch zu kommen, um die Probleme zu lösen. Der Ball liegt nun also bei der Anwohnerin. Sie muss entscheiden, ob sie es fair findet, für eine Entfernung der Raupe auf einer Fläche der Gemeinde selbst zu zahlen.

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