Einer der größten Arbeitgeber Herberns expandiert – doch nicht im Ort. Euroroll baut in Werne, obwohl die Gemeinde Ascheberg extra ein Areal erworben hat. Darauf bleibt sie nun sitzen.

Herbern, Werne

, 08.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Weltmarktführer in seinem Transportsystem-Bereich und mit 150 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Herbern: Das Unternehmen Euroroll ist großer Bestandteil des Ortes. Entgegen vieler Gerüchte bleibt das Unternehmen in Herbern – doch es baut einen zweiten Standort in Werne.

„Wir haben ein Grundstück in Werne erworben“, sagt Stephan Holdenried, Geschäftsführer von Euroroll Beckmann, auf Anfrage dieser Redaktion. Das Unternehmen möchte sich zukünftig im Gewerbegebiet Wahrbrink ansiedeln, um sich dort weiterzuentwickeln.

Euroroll will Herbern nicht den Rücken kehren

„Der Standort ist von der Größe und dem Zuschnitt gut geeignet“, sagt Holdenried über das neue Grundstück in Werne. „Wir wollen unsere Produktion neuer und schöner gestalten.“

„Wir konnten keine Wartezeiten eingehen und müssen weiter wachsen.“
Stephan Holdenried, Geschäftsführer Euroroll

Den Rücken wolle man Herbern deshalb aber nicht kehren. Euroroll will zukünftig auf zwei Standorte zurückgreifen, Teile der Produktion nach Werne verschieben und Mitarbeiter auslagern – und zwar dauerhaft und nicht nur übergangsweise. Dafür werde die Produktion in Herbern umgestellt, bleibe aber bestehen und werde nicht aufgegeben.

Euroroll plant seit Jahren Erweiterung in Herbern

Schon seit Jahren plant das Unternehmen eine Erweiterung – am liebsten auch am bisherigen Standort in Herbern. Dafür stand Euroroll im engen Austausch mit der Gemeinde Ascheberg – und die hat sogar ein Areal erworben, damit sich Euroroll in Herbern vergrößern kann.

„Wir haben Flächen erworben, den Regionalplan ändern lassen und überplanen die Fläche gerade“, so Dr. Bert Risthaus, Bürgermeister der Gemeinde Ascheberg, über das Gewerbegebiet Ondrup.

Wie diese Redaktion erfahren hat, soll die Gemeinde ein Areal mit der Größe von 30.000 Quadratmetern für Euroroll vorgesehen haben. „Wir haben das Feld sozusagen für Euroroll bereitet“, so Risthaus.

Euroroll erweitert in Werne – Gemeinde Ascheberg bleibt auf bereitgestelltem Areal sitzen

Euroroll hat eine Fläche im Werner Gewerbegebiet Wahrbrink erworben. © Julian Reimann

Doch Euroroll hat sich gegen das von der Gemeinde Ascheberg bereitgestellte Areal entschieden. „Aus zeitlichen Gründen“, wie Holdenried sagt. Man sehe jetzt den Bedarf zu expandieren und könne nicht noch länger warten, denn bis man den Neubau in Herbern bauen könne und alle Voraussetzungen gegeben wären, müsste man sich noch gedulden.

Gemeinde Ascheberg kann Fläche ad hoc nicht anders vermarkten

„Wir konnten keine Wartezeiten eingehen und müssen weiter wachsen“, so Holdenried. Die Gemeinde Ascheberg bleibt nun vorerst auf dem erworbenen Gelände sitzen.

„Ad hoc können wir die Fläche nicht anderweitig vermarkten“, sagt Risthaus. Auf Dauer sei er allerdings positiv gestimmt, dass man andere Interessenten für das Areal findet. Doch dafür ist nun Geduld gefragt.

Holdenried: „Wollen unseren Mitarbeitern Rechnung tragen“

Ein Teil der Euroroll-Mitarbeiterschaft muss zukünftig nach Werne fahren. Wann der Bau dort beginnt und wann er bezogen werden kann, ist noch unklar. Wichtig war Euroroll hingegen, in der Region zu bleiben.

„Wir wollen unseren Mitarbeitern Rechnung tragen“, sagt Holdenried und bezieht sich damit auf die verhältnismäßig kurze Strecke von Herbern nach Werne. Zehn Kilometer trennen die beiden Orte.

Lesen Sie jetzt

Halterner Zeitung Herberner Unternehmer

Joachim Raguse hat auch mit 69 Jahren noch klare berufliche Ziele

Vor 38 Jahren hat Joachim Raguse an der Lindenstraße 24 die Keimzelle für sein Unternehmen für Medizintechnik gegründet. Nun, mit 69 Jahren, kehrt er zurück zu seinen Wurzeln. Von Jörg Heckenkamp

Lesen Sie jetzt