Feuerwache, Gewerbe, Wohnbau - „In Herbern wird ganz viel passieren“

hzBürgermeister-Kandidat Thomas Stohldreier

Zwei Kandidaten möchten die Nachfolge von Bert Risthaus als Bürgermeister von Ascheberg antreten. Thomas Stohldreier ist Fachbereitsleiter der Gemeinde und will auf Risthaus‘ Stuhl Platz nehmen.

Herbern

, 10.09.2020, 16:00 Uhr

Einige Tage vor der Wahl haben wir ein Interview mit dem von der CDU unterstützten Bürgermeister-Kandidaten Thomas Stohldreier (48) über seine Ideen für Ascheberg und speziell Herbern geführt.

Hallo Herr Stohldreier, wer ist auf die Idee gekommen, Sie könnten Bürgermeister von Ascheberg werden?

Als ich als Fachbereichsleiter Anfang 2019 in Ascheberg angefangen habe, habe ich mich sofort wohl gefühlt. Und als Bürgermeister Dr. Risthaus im Frühsommer erklärte, nicht mehr kandidieren zu wollen, habe ich mich gefragt, ob das nicht was für mich wäre.

Also eine einsame Entscheidung von Ihnen?

Nicht ganz. Denn quasi parallel zu meinem Abwägungsprozess ist die CDU auf mich zugekommen, ob ich nicht ihr Kandidat werden wolle. Das passte dann alles gut.

Sie sind parteilos. Wollte die CDU Sie zum Parteieintritt bewegen?

Überhaupt nicht. Ich bin parteilos und möchte es bleiben. Für die CDU war das auch kein Thema.

Video
Interview mit Bürgermeister-Kandidat Thomas Stohldreier

Wenn Sie Bürgermeister würden, würden Sie dann Ihre Unabhängigkeit im Rat bewahren?

Ich sehe mich in der Pflicht, gute Kompromisse zu finden mit allen Beteiligten vor Ort.

Das könnte bedeuten, Sie würden gegebenenfalls auch gegen einen Antrag der CDU stimmen?

Das könnte vorkommen. Ich glaube allerdings, dass wir wie in der Vergangenheit auch zukünftig mit allen Fraktionen gute Lösungen zum Wohle unserer Gemeinde finden werden.

Und was hat Ihre Familie zu dem Entschluss gesagt?

Wir haben das intensiv besprochen. Meine Familie weiß einerseits, dass das Bürgermeister-Amt mich erheblich mehr als bisher in Anspruch nehmen würde, auch an vielen Abenden und Wochenenden. Sie weiß aber auch, wie gerne ich dieses Amt ausüben möchte. Sie hat aber um eines gebeten.

Jetzt lesen

Das wäre?

Meine Frau und meine beiden Jungs möchten ihr gewohntes Umfeld mit Schule, Freunden und Bekannten in Münster zunächst nicht verlassen.

Was ist die Konsequenz daraus?

Wir würden nicht sofort nach Ascheberg umziehen. Das sage ich ganz offen. Einen späteren Umzug will ich aber auch nicht gänzlich ausschließen.

Gibt es ein besonderes Ziel, das Sie als Bürgermeister erreichen möchten?

Ach, das ist eher ein Bündel von Maßnahmen, die zum Teil schon auf dem Weg sind. Wie etwa die zwei neuen Kitas, die notwendigen Schulerweiterungen und der Umzug der Herberner Marienschule in das alte Haupt- bzw. Profilschul-Gebäude. Und ganz vordringlich die Ansiedlung von HIT und Rossmann und damit verbunden die Platzgestaltung.

Was ist mit Herbern?

In Herbern wird ganz viel passieren: Der dringend notwendige Neubau der Feuerwache, die Entwicklung des Gewerbegebietes Ondrup als Erweiterungsoption für neue und ansässige Unternehmen, eine Tagespflege für ältere Menschen und ganz wichtig auch die Entwicklung neuer Wohnbauflächen – auch für bezahlbaren Wohnraum. Außerdem möchte ich das Thema Mobilität auch in Herbern stark nach vorne bringen.

Was heißt das genau?

Ich stelle mir ein Mobilitätskonzept vor, das zum Beispiel bessere Anknüpfungspunkte Richtung Werne und Münster, aber auch Lückenschließungen im Radwege-Netz vorsieht, wie z. B. den Radweg zum Bahnhof Mersch, mit dem wir demnächst beginnen. Vor diesem Konzept wollen wir eine Befragung durchführen.

Wen wollen Sie befragen?

Natürlich alle Bürger, aber auch die Krankenhäuser der Umgebung, Ärzte und Unternehmen. Wir wollen die Mobilitäts-Bewegungen ermitteln. Außerdem wollen wir im Oktober das Car-Sharing sowie ein Lasten-Fahrrad-Sharing in unserer Gemeinde an den Start bringen.

Herr Stohldreier, Sie gelten als Favorit. Mit welchem Abstand werden Sie am Sonntag gewinnen?

Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen ihre Stimme geben.

  • Thomas Stohldreier (48), ist verheiratet und hat zwei Söhne.
  • Die Familie wohnt in Münster.
  • Seit Anfang 2019 arbeitet er Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales in der Gemeinde Ascheberg.
  • Er ist parteilos, kann bei seiner Kandidatur aber auf die Unterstützung der CDU zählen.
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt