Gasbohrungen bei Herbern wurden genehmigt

Bezirksregierung Arnsberg

Grünes Licht von der Bezirksregierung Arnsberg: Hamm-Gas hat am Mittwoch die Erlaubnis erhalten, bei Herbern-Nordick nach Grubengas zu bohren. Es handelt sich um Aufsuchungsbohrungen, bei denen geschaut wird, wo sich das wertvolle Gas genau befindet. Dabei muss sich das Unternehmen an Auflagen halten.

HERBERN

, 06.01.2016, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bohranlage der Firma Daldrup soll die Aufsuchungsbohrung in Herbern-Nordick übernehmen.

Die Bohranlage der Firma Daldrup soll die Aufsuchungsbohrung in Herbern-Nordick übernehmen.

Geknüpft ist die Erlaubnis an die Bedingung, den Grundwasserschutz streng zu überwachen. Denn die Frage, ob das Grundwasser durch die Probebohrung belastet wird, ist die größte Sorge der Einwohner von Nordick und von ganz Herbern.

Auch wenn Hamm-Gas stets betont hatte, dass keine Gefahr besteht – ganz ausschließen kann das auch die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Bergbaubehörde nicht.

Wasser wird überwacht

Folglich genießt der Gewässer- und Grundwasserschutz „oberste Priorität“, wie es am Mittwoch in einer Mitteilung aus Arnsberg hieß: „Ein Monitoringkonzept zur Überwachung des Bohrvorhabens ist verbindlich festgeschrieben“, erklärte Jürgen Kugel als der für Wasserwirtschaft zuständige Dezernent. „Durch insgesamt neun Beobachtungsbrunnen werden der Stand und die Qualität des Grundwassers rund um die Bohrung vor, während und nach der Betriebsphase überwacht.“

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Die wasserrechtlichen Erlaubnisse für die Aufsuchungsbohrung und für die Wasserversorgung seien ebenfalls gestern „im Einvernehmen mit der Wasserbehörde des Kreises Coesfeld“ erteilt worden, so die Bezirksregierung: „Durch Auflagen wird sichergestellt, dass das Vorhaben umweltverträglich und in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben durchgeführt werden kann.“

Gegner der Bohrungen

Nicht nur die Bürgerinitiative „Rote Hand Nordick“, sondern auch der Rat der Gemeinde Ascheberg hatten sich gegen die Erlaubnis ausgesprochen und ihre Position auf öffentlichen Versammlungen und direkt bei der Bezirksregierung deutlich gemacht.

Dies sei auch beim Entscheidungsprozess in Arnsberg berücksichtigt worden, so Dezernent Wolfgang Dronia. Doch genützt haben die Proteste wohl nichts.

Es soll schnell losgehen

Hamm-Gas will nun zügig zur Tat schreiten, wie Pressesprecher Daniel Hitschfeld auf RN-Anfrage bestätigte: „Wir können in den nächsten Tagen mit den Vorbereitungen für die sogenannten vorbereitenden Arbeiten beginnen.“ Dazu gehöre auch die Installation der Grundwassermessstellen.

Voraussichtlich ab März soll die erste Bohrung erfolgen, über deren genauen Zeitpunkt Hamm-Gas die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren will. Die erste Bohrung ist auf zwei Monate angesetzt, eine zweite Bohrung – für die keine neue Genehmigung erforderlich ist – folgt im Anschluss. „Nach der Analyse beider Bohrung entscheiden wir, ob und wie es dann weitergehen soll.“

Wichtig:
Bei den Aufsuchungsbohrungen handelt es sich nicht um Fracking. 

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