Bundesweite Demonstration der Landwirte: Herberner Bauern legten den Verkehr in Münster lahm

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No Farmers, No Food, No Future: Landwirte aus ganz Deutschland protestierten am 22. Oktober an verschiedenen Orten gegen aktuelle Gesetze. Mit dabei war ein Konvoi aus Herbern und Umgebung.

Münster

, 23.10.2019, 17:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

85 Traktoren, mehrere Kilometer Stau: Landwirte aus Herbern, Werne und Umgebung sorgten für viel Wirbel im Münsterland. Mit einem Treckerkonvoi fuhren sie zur Agrar-Demo nach Münster. Bauern aus allen Himmelsrichtungen trafen sich dort, um gegen aktuelle Gesetze der Bundesregierung zu protestieren. Die Landwirte wünschen sich mehr Mitspracherecht. Rund 950 Trecker verstopften die Münsteraner Straßen - erwartet wurden lediglich 400. Deutschlandweit wurde an 16 Orten demonstriert.

Verstopfte Straßen in Münster

Aus Herbern waren 15 Bauern dabei. An der Kreuzung B54/B58 trafen sie sich mit den Kollegen aus der Umgebung. Allein dieser Trupp bildete eine etwa 1,5 Kilometer lange Traktorenschlange. Den ganzen Weg über wurde die von der Polizei begleitet.

In Münster herrschte dann Chaos: Die Busse hatten zwischen 20 und 90 Minuten Verspätung. „Es ging richtig rund in Münster. Wir blockierten den ganzen Innenstadtring“, berichtet Gerhard Reimann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Herbern.

Gemeinschaftsgefühl zwischen den Landwirten

„Es war ein tolles Gefühl zu wissen, dass sich die Kollegen aus dem ganzen Land verbünden, um auf uns aufmerksam zu machen“, erzählt Reimann. „Viele Leute in Münster waren beeindruckt von unserer Aktion. Viele standen an der Straße und beobachteten uns und machten Fotos“, sagt Reimann. „Manche hielten den Daumen hoch. Eine Familie hatte ein Schild gebastelt, auf dem Stand ‚Danke für eure tolle Arbeit‘. Dieser Zuspruch tut richtig gut.“

Bundesweite Demonstration der Landwirte: Herberner Bauern legten den Verkehr in Münster lahm

Landwirte wollen mitreden. Von der Politik fühlen sie sich übergangen. Neue Gesetze seien für sie teilweise gar nicht umsetzbar. Auf einer bundesweiten Demo wollen sie ihren Standpunkt vertreten. Falls sich nichts ändert, seien weitere Demos denkbar, so Gerhard Reimann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Herbern. © Bleckmann

Friedlicher Bauernprotest

Reimann berichtet von einer fröhlichen Stimmung unter den Bauern: „Wir hatten richtig Spaß bei der Demo.“ Mit einem Bauernaufstand mit Mistgabeln, so wie man ihn aus Filmen kennt, hatte die Demonstration wenig zu tun.

„Keiner der Polizisten war in voller Montur da. Alles lief ganz friedlich ab. Das Chaos war perfekt, aber es hätte die Stadt sicherlich auch schlimmer treffen können.“

Das meinte auch ein Passant, der auf der Demonstration mit Reimann plauderte: „Ihr benehmt euch ja alle. Die Kinder von Fridays For Future machen dagegen richtig Rabatz.“

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Bauern fordern Mitspracherecht

„Es kann nicht sein, dass uns Vorgaben gemacht werden, die gar nicht umsetzbar sind. Wir fordern, dass wir Bauern erst gefragt werden, bevor Gesetze erlassen werden“, erklärt Reimann „Dass wir etwas beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ändern sollen, sehen wir ja ein. Aber man sollte sich mit uns zusammensetzen und darüber reden.“ Deshalb lautete das Motto der Demo „Land Schafft Verbindung - wir rufen zu Tisch“.

Nach der Demonstration beschlossen die Herberner Bauern, den Protest zu wiederholen, falls sich vonseiten der Regierung nichts ändere.

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