125.000 Euro für Herberns Spielplätze – Aber Eltern haben kein Interesse

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Die Gemeinde will die Spielplätze in Herbern optimieren. Eigentlich, so der Wunsch der Planer, sollten viele Eltern für die Neugestaltung ihre Meinung einbringen. Doch daraus wurde nichts.

Herbern

, 27.05.2019, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Stuhlreihen mit jeweils 14 Plätzen – theoretisch hätten bei der Informationsveranstaltung „Spielplatzgestaltung in Herbern“ 56 Eltern bequem Platz in der Aula der Profilschule gefunden. Doch die Realität sah anders aus. Lediglich eine Handvoll Eltern folgte am vergangenen Donnerstag (23. Mai) der Einladung der Gemeinde. Immerhin: Rege Diskussionen gab es dennoch. Zumindest punktuell.

„Wir hatten uns ein bisschen mehr versprochen“, eröffnete Christian Scheipers, Fachgruppenleiter Tiefbau der Gemeinde Ascheberg, die Info-Veranstaltung mit Blick auf die fast leeren Stuhlreihen. Denn eigentlich sah der Plan der Gemeinde vor, mit möglichst vielen Eltern ins Gespräch zu kommen und ihre Ideen und Wünsche bezüglich der Spielplatzneugestaltung in die Umsetzung mit aufzunehmen.

125.000 Euro für die Spielplatzoptimierung in Herbern

Immerhin nimmt die Gemeinde Ascheberg in diesem Jahr 125.000 Euro für die Sanierung und Umgestaltung von 6 der 13 Spielplätze in Herbern in die Hand. Zum Vergleich: 75.000 Euro investierte die Gemeinde 2018 in die sechs Spielplätze in Davensberg. Dass in Herbern nur knapp die Hälfte der vorhandenen Spielplätze optimiert werden, liegt laut Christian Scheipers „an dem vorwiegend gutem Zustand“.

Zusammensetzung der Kosten:
  • 85.000 Euro für Spielgeräte
  • 25.000 Euro für Pflasterarbeiten
  • 15.000 Euro für die Herrichtung der Flächen
  • Unterhaltskosten aller Plätze im Jahr: 25.000 Euro

Folgende sechs Spielplätze werden optimiert:

  • Siepen/Neuenhamm
  • Auf der Rulle
  • Am Kahlenberg
  • Joesef-Schürmann-Straße
  • An Menses Mühle
  • Papenbrede

Die Optimierungsmaßnahmen variieren von Spielplatz zu Spielplatz, stehen aber alle unter dem Motto größere Haltbarkeit und Sicherheit. Besonders an den zahlreichen Holzbänken nagt der Zahn der Zeit. Sie werden einer Edelstahlvariante weichen. Selbiges gilt für die Spielgeräte. „Die tragenden Teile werden aus Edelstahl sein. Das erhöht die Haltbarkeit“, so Christian Scheipers.

125.000 Euro für Herberns Spielplätze – Aber Eltern haben kein Interesse

Die Holzbank auf dem Spielplatz „Auf der Rulle“ ist laut Christian Scheipers, Fachgruppenleiter Tiefbau der Gemeinde Ascheberg, „endgültig auf und muss dringend ersetzt werden.“ © Till Goerke

Der größte Kostenfaktor ist der Austausch der Spielgeräte. So soll zum Beispiel auf dem Spielplatz „Auf der Rulle“ der Spielturm einem Multifunktionsgerät weichen. Kostenpunkt: bis zu 15.000 Euro. Eine der zwei Federwippen „Auf der Rulle“ wird in Zukunft Platz für bis zu vier Kinder bieten. Die anwesenden Eltern plädierten im Sinne ihrer Sprösslinge für eine Spielhaus-Federwippe. „Gut, das nehmen wir so auf“, entgegnete Scheipers.

Spielplätze wurden gründlich unter die Lupe genommen

Im Vorfeld der Info-Veranstaltung hatte die Fachgruppe Tiefbau alle Spielplätze in Herbern gründlich unter die Lupe genommen. Zudem wurde anhand der Gemeindeunterlagen ermittelt, wie viele Kinder welchen Alters im Einzugsgebiet eines jeden Spielplatzes wohnen. „Auf Basis dieser Erhebung konnten wir die geeignete Ausstattung für jeden Platz zusammenstellen“, erklärte Scheipers.

125.000 Euro für Herberns Spielplätze – Aber Eltern haben kein Interesse

Die zwei Holzbänke auf dem Spielplatz „Auf der Rulle“ ersetzt der Bauhof durch eine Rundbank. © Till Goerke

Generell werde bei den Optimierungsmaßnahmen laut Bauhofleiter Andreas Nünnecke auf eine „pflegeleichte Gestaltung geachtet“. Davon seien vor allem die Sandkastenflächen betroffen. Diese sollen, zum Beispiel am Kahlenberg, mit Kantensteinen eingefasst werden. Nicht auszuschließen sei dabei, dass die Arbeiten eine Sperrung des jeweiligen Spielplatzes nach sich ziehen könnten.

Spielplatzwiese als Hundeklo zweckentfremdet

Für die größten Diskussionen sorgte aber ein Spielplatz, an dem gar keine Veränderungen geplant sind – die Spielfläche „An der Vogelrute“. Besonders die kleine Wiese war den anwesenden Eltern ein Dorn im Auge. „Die wird einfach nur als Hundeklo benutzt – ein Unding“, wetterte eine Mutter. Auch seien die Bänke unter den Bäumen ungünstig platziert. „Die sind fast immer beschissen.“

Dinge, die laut Christian Scheipers nun überprüft werden sollen. „Dann können wir gemeinsam schauen, was wir dort noch umsetzen können.“ Ein bisschen Geld stünde noch zur Verfügung, obwohl ein Großteil der Spielgeräte unter Vorbehalt zur Bestellung schon ausgeschrieben seien.

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