Herberner radelt in drei Tagen nach Verdun

Lange Tradition

Wenn Jörg Schütte am Freitag im nordfranzösischen Verdun ankommt, werden seine Beine brennen. Etwa 450 Kilometer wird der 42-Jährige dann auf seinem Fahrrad zurückgelegt haben. Damit setzt er eine lange Herberner Tradition fort. Am Mittwochmorgen schwingt er sich auf den Sattel.

HERBERN

, 25.05.2016 / Lesedauer: 2 min
Herberner radelt in drei Tagen nach Verdun

Alexander Ruhe (v.l.), Jens Hölscher und Hubertus Honerpeik wollen Radfahrer Jörg Schütte in Verdun in Empfang nehmen.

Der Besuch der Gedenkstätten in Verdun, wo einst im Ersten Weltkrieg eine der blutigsten Schlachten geschlagen wurde, ist für viele Herberner lange Tradition. Schon in den 80er- und 90er-Jahren hat Franz-Josef Ruhe die ersten Touren unter Beteiligung des örtlichen Sportvereins und weiterer Vereine organisiert.

Inzwischen übernimmt die Reisen dessen Sohn Alexander. Das wird auch in diesem Jahr so sein. Doch während Ruhe motorisiert nach Frankreich fährt, will es Jörg Schütte auf zwei Rädern schaffen. Dafür habe er zwei bis dreimal die Woche trainiert, erzählt Schütte, der schon ein bisschen Respekt vor der Mammutaufgabe hat: „So eine lange Strecke bin ich noch nie an einem Stück gefahren.“

Auch Merkel und Hollande sind vor Ort

Am frühen Mittwochmorgen macht sich Schütte auf die Reise und will, ausgestattet mit einem Navigationssystem und jeder Menge Kartenmaterial, am Freitag in Verdun ankommen. Zwei Tage später, am 29. Mai, werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande der Schlacht von Verdun gedenken, so wie es einst auch schon François Mitterand und Helmut Kohl taten. Jörg Schütte wird dann auch an jenem Ort sein, an dem vor 100 Jahren, am 21. Februar 1916, die 5. Armee des deutschen Heeres den Angriff auf die französischen Stellungen startete.

Am Sonntag geht es für Schütte zurück nach Herbern. Dann allerdings zusammen mit den Kollegen Jens Hölscher, Hubertus Honerpeik und Alexander Ruhe. „Jedoch fahren wir lieber mit dem Auto – ich muss am Montag wieder arbeiten“, sagt Schütte schmunzelnd.

Mehr als 300.000 französische und deutsche Soldaten fielen im Kampf um wenige Hundert Meter Bodengewinn bei der Schlacht um Verdun. Die Schlacht begann am 21. Februar 1916 und endete am 19. Dezember desselben Jahres.

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