Tausende Landwirte protestieren in Münster gegen eine Verschärfung der Düngeverordnung

Landwirtschaft in Herbern

Auf der Kundgebung in Münster haben am Donnerstag, 4. April, Tausende Landwirte gegen eine Verschärfung der Düngeverordnung protestiert. 27 Landwirte aus Herbern waren mit dabei.

Herbern

, 04.04.2019, 16:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tausende Landwirte protestieren in Münster gegen eine Verschärfung der Düngeverordnung

Landwirte aus dem Kreis Coesfeld fahren am Donnerstagmorgen mit ihren Treckern durch Hiltrup, um an der Kundgebung in Münster teilzunehmen. © Till Goerke

Trillerpfeifen, Plakate, Banner und schätzungsweise 6000 Teilnehmer – so sah der Domplatz in Münster am Donnerstagmorgen, 4. April, und auch noch am Mittag aus. Aus ganz Deutschland waren Landwirte in die Stadt des Westfälischen Friedens geströmt, um gegen eine Verschärfung der Düngeverordnung zu protestieren. Und um den Dialog mit der Politik zu suchen.

Auch etwa 400 Landwirte aus dem Kreis Coesfeld, davon 27 aus Herbern, waren dabei. An drei Stellen im Kreis – Ascheberg, Senden und Coesfeld – trafen sich in den frühen Morgenstunden diejenigen Landwirte, die mit dem Trecker nach Münster fuhren.

80 bis 100 Trecker aus dem Kreis in Münster

„80 bis 100 Trecker dürften das aus unserem Kreis sein“, berichtet Eva-Maria Sälker-Buddendick, Pressereferentin des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV). Insgesamt seien in Münster Hunderte Trecker auf den Straßen unterwegs gewesen. „Auf den Domplatz waren keine, die haben auf dem Schlossplatz geparkt“, berichtet Gerhard Reimann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Herbern.

„Die Veranstaltung heute war jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung.“
Gerhard Reimann, Landwirtschaftlicher Ortsverein Herbern

Die Stimmung sei, so schildert es Sälker-Buddendick im Telefongespräch mit unserer Redaktion, angespannt, aber friedlich. Immer wieder sind Trillerpfeifen während des Gesprächs zu hören. „Hier ist richtig was los“, so die Pressereferentin. Gegen 11.15 Uhr traten dann Bundesagrarministerin Julia Klöckner und NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser auf die Bühne.

Klartext gesprochen

„Frau Klöckner hat Klartext gesprochen. Sie hat die Landwirtschaft zu Recht an einigen Stellen kritisiert, aber uns Landwirten auch Mut gemacht“, sagt Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld.

Dem stimmt auch Reimann zu: „Die Veranstaltung war für alle Seiten gut. So hat man die jeweiligen Standpunkte nachvollziehen können.“ Die Krux: Die Politik muss auf die EU-Forderung reagieren und die Landwirte fürchten um ihre Existenz.

Ob die Veranstaltung langfristig für alle Seiten zu einer zufriedenstellenden Lösung führen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Die EU-Kommission verlangt bis 2020 eine Novellierung der Düngeverordnung zum Schutz des Grundwassers. Fakt ist auch, das an einigen Messstellen im Kreis der Grenzwert des Nitratgehaltes von 50 Milligramm überschritten wird.

Messstellennetz soll ausgebaut werden

Aber: „Das liegt ja nicht nur an uns Landwirten. Da gibt es viele Einflussfaktoren“, sagt Reimann. Darum sei für ihn erfreulich, dass die NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser zugesichert habe, die Standorte der Messstellen überprüfen lassen zu wollen.

„Sie sprach auch davon, neue Messstellen einzurichten“, so Reimann. All das soll dann zu einer größeren Transparenz führen. „Die Veranstaltung heute war jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung.“

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