Pogrom-Gedenken in Herbern SPD lädt zu Mittwochabend zur Merschstraße ein

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In Herbern gedenken SPD und Anwohner an die Pogromnacht 1938.
Mehr als 40 Herberner Bürger waren 2021 dem Aufruf der SPD Ascheberg zum Gedenken an den Pogrom-Tag am 9. November gefolgt. © SPD Ascheberg
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In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 lösten die Nationalsozialisten deutschlandweite Pogrome gegen Jüdinnen und Juden und Einrichtungen der jüdischen Gemeinden aus. Angehörige von SA und SS sowie tausende Mitläufer zündeten Synagogen in ganz Deutschland an. Sie plünderten Geschäfte und Wohnungen jüdischer Eigentümer, Bürgerinnen und Bürger wurden verfolgt, misshandelt oder ermordet. „Die Pogrome in der Nacht im November des Jahres 1938 waren der Auftakt zum millionenfachen Mord, zum Zivilisationsbruch der Shoah“, schreibt die SPD Ascheberg in einer Pressemitteilung.

Familie Samson nachts aus Haus geholt

„Jährlich erinnert der SPD-Ortsverein Ascheberg in einer Gedenkveranstaltung daran, dass das menschenverachtende Vorgehen der Nationalsozialisten auch in der eher beschaulichen Ortschaft Herbern seine Opfer fand.“ Die vierköpfige Familie Samson, Vater Ernst, Mutter Emma und die beiden Töchter Gerda und Margret, wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gegen 4 Uhr in Nachtwäsche, „in einem Zustand höchster Verletzlichkeit und Machtlosigkeit, auf die Straße geprügelt und musste mit ansehen, wir ihr Hab und Gut einem Mob zum Opfer fielen“.

Ernst Samson überlebte die Inhaftierung im Konzentrationslager Stutthof nicht, seine Frau Emma konnte zwar befreit werden, starb aber kurz darauf in einem Berliner Krankenhaus, die beiden Töchter überlebten, verließen dann aber Deutschland. Sie waren noch kurz nach Herbern zurückgekehrt, sahen für sich dort aber keine Zukunft mehr und wanderten in die USA aus.

Das Motto der Gedenkveranstaltung lautet wie immer: „Erinnerung für die Zukunft, nie wieder schweigen, nie wieder wegschauen!“

Ort: Stolpersteine der Familie Samson in Herbern, Bernhardstraße/ Ecke Merschstraße, gegenüber der Volksbank

Zeit: Mittwoch, 9. November um 18 Uhr

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.