Sparzwang: Bauhof gerät ins Visier der Politik

Haushalt in Ascheberg

Ein schönes Lob für die Mitarbeiter des Ascheberger Bauhofs: Sie arbeiten überdurchschnittlich effizient. Zu diesem Ergebnis kam offenbar die Gemeindeprüfungsanstalt des Landes. Dennoch könnten die Leistungen demnächst deutlich reduziert werden - die Gemeinde muss sparen, und dabei gerät der Bauhof zunehmend in den Fokus.

ASCHEBERG

, 05.02.2015, 12:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ascheberg muss sparen - und der Bauhof gerät zunehmend ins Visier der Politiker.

Ascheberg muss sparen - und der Bauhof gerät zunehmend ins Visier der Politiker.

Räumen, schieben, streuen: Jeden Morgen um 4 Uhr beginnen die Mitarbeiter des Bauhofs mit dem Winterdienst. Da Abstriche zu machen sei tabu, sagt Bauamtsleiter Klaus van Roje im Gespräch mit unserer Redaktion. Bei den anderen Aufgaben des Bauhofes könne die Politik den Rotstift ansetzen, „sinnvoll finde ich das aber nicht“.

„Optimal ausgestattet.“ So hatte die Gemeindeprüfungsanstalt – eine unabhängige Einrichtung des öffentlichen Rechts, die regelmäßig Kommunen auf die Finger schaut – den Ascheberger Bauhof beurteilt. „In allen Teilbereichen“ – auch in der Effizienz – lag er „erkennbar über dem Mittelwert“ anderer Kommunen. Das hatte van Roje dem Ascheberger Bauausschuss am Dienstagabend im Rathaus in Erinnerung gerufen. Dennoch: Bei der Suche nach Einsparpotenzial angesichts des 2,6-Millionen-Euro-Haushaltslochs nahmen sich die Politiker auch diese Einrichtung genau vor.

Reduzierung auf den "Standard"

„Standard“ war das Wort des Abends. Beschlossen wurde noch nichts. Ludger Wobbe (CDU) appellierte, „keine Scheu zu haben vor Standardreduzierungen“ – also etwa nur noch alle 14 Tage im Innenbereich Rasen mähen statt jede Woche. Kai Habersaat (UWG) empfahl, die Bürger selbst vorschlagen zu lassen, „wo sie geringere Standards haben wollen“ – etwa in Mails an die Gemeindeverwaltung. Christian Ley (SPD) machte klar, „dass wir gar keine besonders aufwendigen Standards“ haben. Und Jochen Wismann (FDP) regte an, dass Leistungen des gewohnten Standards auch Private erbringen könnten.

„Den Heckenschnitt erledigt bereits ein Unternehmer aus Ascheberg für uns“, sagt van Roje. Da er das Holz verwerte, entstünden keine Kosten. Auch eine Zusammenarbeit mit anderen Bauhöfen habe er bereits geprüft: „Die Wege zwischen Drensteinfurt, Sendenhorst und uns sind aber einfach zu weit.“

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