Spende ermöglicht zweite Projektreihe „Hospiz goes Kindergarten“

hzLensing Media Hilfswerk

Die Kinder der Einrichtungen St. Katharina und St. Lambertus Ascheberg setzen sich in der achtwöchigen Projektreihe gemeinsam mit der Hospizgruppe mit Themen wie Tod und Trauer auseinander.

Ascheberg

, 11.03.2019, 18:06 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im vergangenen Jahr konnte sich die Kindertagesstätte St. Katharina in Ascheberg über eine finanzielle Unterstützung eines ihrer Projekte freuen. Insgesamt 1000 Euro überwies das „Lensing Media Hilfswerk“ im Juli 2018 an die Einrichtung. Mit dem Geld wollte die Kita das Projekt „Hospiz goes Kindergarten“ zusammen mit der Kita St. Lambertus in Ascheberg auf die Beine stellen.

Das Projekt hatte die Kita St. Katharina bereits 2018 erfolgreich durchgeführt. Über mehrere Wochen sollten die Kinder gemeinsam mit dem örtlichen Hospiz-Verein auf verschiedenen Ebenen die Themen Vergänglichkeit, Tod und Trauer kennenlernen. „Das Projekt kam bei den Kindern, den Eltern und auch bei den Erziehern sehr gut an. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, es zu wiederholen“, erzählt Sandra Schulz, Leiterin der Kita St. Katharina.

Geld ermöglichte die Anschaffung der Materialien für das Projekt

Bei der Wiederholung sollte jedoch auch die St. Lambertus Einrichtung dabei sein. Um das Projekt für doppelt so viele Kinder ermöglichen zu können, habe man sich beim Lensing Hilfswerk beworben, so Schulz: „Wir haben uns sehr über die Unterstützung gefreut. Damit konnten wir beim diesjährigen Projekt eine Menge verwirklichen.“

Mit dem Geld wurden vor allem die verschiedenen Materialien gekauft, die die Kitas für ihr Projekt benötigten. Hinzu kamen Anschaffungen wie Malbücher und Friedhofskerzen. „Zusätzlich konnten wir durch die Spende auch Referenten einladen, die mit den Kindern dann verschiedene Themen aus der Projektreihe besprochen haben“, erklärt Schulz.

Projekt soll Kindern Themen wie Tod und Trauer näher bringen

Bei dem Projekt „Hospiz goes Kindergarten“ geht es den Erziehern darum, in Zusammenarbeit mit der Hospizgruppe Ascheberg, den Kindern Themen wie Tod und Trauer näher zu bringen. Über insgesamt acht Wochen verteilt beschäftigten sich die 37 Kinder - im Alter von fünf bis sechs Jahren - aus beiden Kitas mit dem Umgang mit Tod und Trauer und um die Frage, was nach dem Tod mit den Verstorbenen passiert.

Spende ermöglicht zweite Projektreihe „Hospiz goes Kindergarten“

Jedes Kind durfte für sich selbst einen Kerzenhalter mitsamt Holzkreuz basteln und gestalten. © Julian Reimann

Neben Gesprächs- und Fragerunden, dem gemeinsamen Singen und der spielerischen Annäherung an das Thema haben die Gruppen verschiedene Orte besucht, die mit dem Ableben in Verbindung stehen. „Wir haben mit den Kindern einen Friedhof besucht, uns dort die verschiedenen Grabstellen und Bestattungsmöglichkeiten angeschaut und Luftballons mit Wünschen für Verstorbene steigen lassen“, erzählt Schulz. „Außerdem waren wir bei einem Bestatter und haben uns dort angeschaut, wie Särge und Urnen aussehen.“

Kinder bemalten Särge und Urnen

An den Besuch beim Bestatter schloss sich nun, am letzten Projekttag, das Gestalten zweier Särge und Urnen in der Kita St. Katharina an. Elly Mangels, die vor Ort in der Hospizarbeit tätig ist und einen Bestatterbetrieb führt, brachte zwei helle Holzsärge sowie zwei Urnen in den Kindergarten und betreute die Kinder bei der malerischen Gestaltung.

Mit Fingermalfarben durften die Kinder die Särge und Urnen nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen bemalen. Zusätzlich bastelten sie kleine Teelichthalter mit einem Holzkreuz, die sie mit nach Hause nehmen durften. Nach der Gestaltung der Särge und der Urnen steht als Abschluss der Projektwochen nur noch eine gemeinsame Reflexion an. Außerdem können sich die Eltern, die das Projekt auch begleitet haben, die bemalten Särge und Urnen von ihren Kindern zeigen lassen.

Bemalte Särge und Urnen finden im Anschluss weiter Verwendung

„Für die Eltern ist es natürlich auch ein sehr bewegendes Thema“, meint Sandra Schulz. „Wenn die Kinder von den Projekttagen nach Hause kommen, möchten sie darüber sprechen.“ Deswegen gebe man den Eltern auch Tipps mit auf den Weg, wie sie mit ihren Kindern Themen wie Tod und Trauerbewältigung altersgemäß besprechen können.

Für die bunten Särge wird sich aller Voraussicht nach auch nach der Aktion eine Verwendung finden. „Nach dem letzten Projekt hatten wir die bemalten Särge und Urnen in unserem Bestatterbetrieb im Fenster stehen“, erzählt Mangels. „Daraufhin haben sich sofort Leute gemeldet, die die Särge gerne haben wollten.“ Ähnlich wird man auch nach der aktuellen Projektreihe verfahren. Wenn sich niemand meldet, der einen bemalten Sarg oder eine Urne haben möchte, könnten sie auch bei einer Sozialbestattung Verwendung finden.

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