Spendentour per Rad durch Süd- und Zentralamerika

343 Tage

HERBERN 16 143 Kilometer in 343 Tagen durch 17 Länder: Thomas Großerichter radelte durch Süd-, Zentral- und Nordamerika und sammelte dabei Spenden für die Christoffel-Blindenmission.

von Von Helga Felgenträger

, 08.07.2009, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Schnitt 120 Kilometer am Tag. Bei Wind und Wetter. Durch ganz gegensätzliche Landschaften. Der Herberner erinnert sich an die imposante Bergwelt der Anden (4400 Meter), die Atacama-Wüste in Chile (trockenste Gegend der Welt), die Millionen Flamingos, Geisire und Steinbäume in Bolivien, an den Titicacasee und die vielen Begegnungen mit den Latinos. In einem einsamen Dorf jubelten die Leute ihm zu, weil sie stolz darauf waren, dass jemand aus Deutschland ihr kleines Dorf besucht. Und ein LKW-Fahrer reichte ihm Kokosnüsse aus.

„Es war ein erhebendes Gefühl“, sagt Thomas Großerichter, der stets Kontakte zu den Einheimischen knüpfte. Das Gespräch mit den LKW-Fahrern spielte eine besondere Rolle. „Bevor ich mir eine Karte kaufte, setzte ich mich zu den Latinos an die Theke“. Hier erfuhr er zumeist mehr über die Einheimischen als in jedem Reiseführer stand. Staunende Blicke trafen ihn in Las Vegas. Sein ungewöhnliches Auftreten irritierte die Hautevolee. „Schließlich musste ich zu meinem Hotel“, ließ er alle Superschlitten im Schatten stehen und besuchte am Abend selbst die Spielbank. Mit 150 Dollar Gewinn.

Weihnachten feierte er in der Karibik bei seinem deutschen Freund, mit dem er sich zum Jahreswechsel in Costa Rica verabredet hatte. „Die schlimmste Zeit meines Lebens“, sagt er. Silvester und Weihnachten waren wunderschön, aber die 40-stündige Segeltour zur Silvesterfeier auf eine einsame Insel (Inselarchipel San Blas) war die Hölle. Großerichter wurde seekrank. Mit einem Abstecher nach New York und Alaska (per Flugzeug) ging die Reise zu Ende. Sie stand nicht nur unter dem Motto, sich einen Traum zu erfüllen und die grenzenlose Freiheit zu genießen. Der 23-Jährige sammelte bei seiner Spendentour „Cycling for a cause“ für die Christoffel Blindenmission und besuchte beispielsweise in Guatemala eine Schule für taubblinde Kinder. „Ihre Sinne beschränken sich nur auf das Fühlen“, sagt Großerichter und hofft, in seiner Heimat weitere Spender zu finden. „Das größte Gut eines Menschen sind seine Sinne, Hören und Sehen“, so bittet er um weitere Spenden.

Die

ist ein freies Hilfswerk von Christen verschiedener Konfessionen, die der Auftrag verbindet, augenkranken, blinden und anders behinderten Menschen in Länder der Dritten Welt zu helfen – ohne Ansehen von Nationalität, Geschlecht oder Religion.

Konto 2020, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Verwendungszweck „Cycling for a cause“.

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