Sternsinger ziehen in Herbern von Tür zu Tür - teils in ganz besonderer Mission

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Ein ordentliches Pensum spulten in den vergangenen Tagen die Sternsinger in Herbern ab. Eine Gruppe von Königen war dabei in ganz besonderer Mission unterwegs.

Herbern

, 05.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen der Sternsinger. Acht Gruppen mit insgesamt fast vierzig Kindern zogen in Herbern singend von Haus zu Haus, um den Sternsinger-Segen zu bringen und für einen wohltätigen Zweck zu sammeln. Das Motto der Aktion Dreikönigssingen lautete in diesem Jahr „Frieden! Im Libanon und weltweit“.

Gleichzeitig mit den kleinen Sternsingern ist die Gruppe der Könige unterwegs. Seit nunmehr 56 Jahren ist diese Gruppe in Herbern und den angrenzenden Bauerschaften unterwegs und sammelt ausschließlich für ein Projekt von Schwester Jutta vom Orden der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes in Namibia.

Schwester Jutta befindet sich inzwischen im wohlverdienten Ruhestand; das Projekt, bei dem es sich um eine Schule mit angeschlossenem Internat handelt, wird von jüngeren Schwestern in der Mission weitergeführt.

Ersatzkönige sprangen ein

Die zweite Generation der „Könige“ übernahm das Zepter vor 27 Jahren von Ulrich und Werner Nienhaus, dessen Großtante Pia Maria den Kontakt zu Schwester Jutta hergestellt hat. Seit zehn Jahren treffen sich die Könige und Hirten nun bei Birgit und Rainer Nienhaus. Hier laufen alle Fäden zusammen; die prachtvollen Gewänder lagern im Keller, hier kleidet sich das Team an und Marcel Börste verwandelt sich dank reichlich brauner Schminke in König Balthasar. König Melchior, alias Andreas Nienhaus, feierte in diesem Jahr seine Königspremiere.

Berufsbedingt sind zwei Mitglieder der Gruppe ausgefallen; alle Ersatzkönige meisterten die Zeit ihrer Regentschaft bravourös.

Sternsinger ziehen in Herbern von Tür zu Tür - teils in ganz besonderer Mission

Im Wohnzimmer von Familie Nienhaus findet traditionell das "Einsingen" statt. © Claudia Hurek

An sechs Tagen und in rund 250 Haushalten singt und segnet die Gruppe der Könige gemeinsam mit den Hirten zu Gitarrenklängen und Trommelschlägen ausschließlich für die Kinder in Namibia. „Das Geld kommt dort zu 100 Prozent an“, so Birgit Nienhaus. „Bis 2014 haben wir jedes Jahr Briefe von Schwester Jutta erhalten, in denen sie uns gedankt hat und mitgeteilt hat, welche Dinge mit unserer Spende möglich gemacht wurden.“

Seit Schwester Jutta nicht mehr ganz gesund ist, übernimmt diese Aufgabe die Niederlassung der Missionsschwestern in Münster. „Mit unserer Spende sichern wir die Ernährung und Schulbildung der Kinder“, sagt Birgit Nienhaus. Vor vielen Jahren hat sich die erste Gruppe der Könige direkt vor Ort in Afrika einen Eindruck von dem Projekt verschaffen können.

Sternsinger ziehen in Herbern von Tür zu Tür - teils in ganz besonderer Mission

Pater George segnete am Donnerstagabend während der Gemeinschaftsmesse der kfd-Herbern die Sternsinger. © Claudia Hurek

Für ein schnelles und sicheres Vorankommen der Gruppe bei Wind und Wetter sorgen Kegelbrüder und Freunde der Familie Nienhaus, die gemeinhin liebevoll als „Kamele“ bezeichnet werden.

Die kleinen Könige, die Sternsinger, betreut seit rund 27 Jahren mit Leib und Seele Hugo Billermann (46). „Leider wird es immer schwerer Kinder zu finden, die dieses Amt übernehmen wollen“, sagt Billermann. Die Sternsinger (Kinder ab dem 3. Schuljahr) treffen sich im November in der Regel drei Mal, um sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten. „Es wäre doch schade, wenn wir aus Mangel an Interesse diese schöne Tradition aufgeben müssten.“

Die Gruppe der Könige (inklusive der Ersatzkönige) und Hirten besteht aus Hugo Billermann, Toni Billermann, Manfred Neuhaus, Thomas Averkamp, Marcel Börste, Peter Kirschner, Johannes Forsthövel, Christian Raulf, Andreas Nienhaus, Marion Krass, Anne Krass, Katharina Frigge, Marleen Krass und Lina Krass.

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