Profitieren Steuerberater von Corona? Eine Aschebergerin antwortet

hzSteuerberatung Ascheberg

Es gibt kaum eine Branche, die nicht von der Corona-Pandemie betroffen ist. Eines haben alle Branchen gemeinsam: einen Steuerberater. Geht dieser Beruf als „Gewinner“ aus der Krise hervor?

Herbern

, 29.07.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurzarbeitergeld, Corona-Soforthilfe und jetzt Überbrückungshilfe - all diese Begriffe gehören neben Toilettenpapier wohl zu den meistgebrauchten Wörtern in Zusammenhang mit der Corona-Krise. Doch wenn mit dem Klopapier noch jeder etwas anfangen kann, wird es bei Kurzarbeitergeld schon schwieriger. In der Krise sind Steuerberater deshalb gefragte Leute, denn sie verfügen über die gewisse Expertise in diesem Zusammenhang.

Steuerberater sind systemrelevant

Julia Laarmann, Inhaberin der Kanzlei Lausten Laarmann Nagel Wering in Ascheberg, bezeichnet ihren Beruf als Steuerberaterin in Corona-Zeiten als systemrelevant. „Wir Steuerberater sind das Bindeglied zwischen Mandanten und den Corona-Maßnahmen“, sagt Laarmann. „Ein Normalsterblicher könnte das Kurzarbeitergeld nicht beantragen.“ Die Rechtslage ohne Hintergrundwissen zu überblicken, sei kaum machbar.

„Ein Normalsterblicher könnte das Kurzarbeitergeld nicht beantragen“, sagt Steuerberaterin Julia Laarmann.

„Ein Normalsterblicher könnte das Kurzarbeitergeld nicht beantragen“, sagt Steuerberaterin Julia Laarmann. © Privat

Wer darf Kurzarbeitergeld anmelden? Für welche Ausgaben darf die Soforthilfe verwendet werden? Wie viel muss zurückgezahlt werden? All diese Fragen kamen plötzlich auf. „Die Menschen haben sich allein gelassen gefühlt“, sagt Laarmann. Denn zu Kurzarbeitergeld und Soforthilfe gibt es viele verschiedene Meinungen. Die IRK sagt das eine, die Wirtschaftsförderung was anderes. Da fungiert der Steuerberater schnell auch mal als Lebensberater, meint Julia Laarmann.

Verschiedene Branchen in Ascheberg betroffen

Die Kanzlei in Ascheberg konnte die Rechtslage zum Kurzarbeitergeld schnell überblicken, da sie ihre Mandaten häufig zum Saison-Kurzarbeitergeld berät, wie es beispielsweise oft in der Baubranche im Winter beantragt wird. „Da haben wir uns schnell reingefuchst“, sagt Laarmann. Seit Mitte März habe die Kanzlei deutlich mehr zu tun gehabt.

Die Branchen, die in dieser Zeit Kontakt zum Steuerberater aufgenommen haben, waren laut Laarmann ganz unterschiedlich. Vertreten waren die, die ganz schließen mussten, wie die Gastronomie, oder Solo-Unternehmer, die vom Umsatz leben. Aber auch Garten- und Landschaftsbauer waren von der Krise betroffen, da die Leute Geld sparen und somit auf diese Dienstleistung verzichtet haben.

„Profitiert haben andere“

Gibt es Nachbesserungsbedarf in Hinblick auf Kurzarbeitergeld und Corona-Soforthilfe? Ja, sagt Julia Laarmann. „Das Land hätte von Anfang an Praktiker und keine Theoretiker daran setzen müssen“, sagt Laarmann. Sie ist der Meinung, dass es hier vor allem an Bürgernähe gefehlt habe.

Julia Laarmann habe als Steuerberaterin nicht von der Corona-Krise profitiert. „Wir haben unseren Job gemacht und wir hatten gut zu tun. Profitiert haben wir davon aber nicht, das haben andere“, sagt Laarmann. Sie habe diese Zeit genutzt, um die Kundenbindung weiter zu stärken.

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