Steuern und Gebühren: Familie Mustermann aus Ascheberg zahlt 11 Euro mehr im Jahr

hzHaushalts-Entwurf

Die Gemeinde will die gute Wirtschaftslage nutzen, um kräftig ins Zukunftsthema Bildung zu investieren. Während die Grundsteuer sinkt, steigen im Gegenzug die Abfallgebühren.

Ascheberg

, 14.12.2018, 12:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

So lauten die Eckpunkte des Haushaltsplanes, den Bürgermeister Dr. Bert Risthaus in der letzten Ratssitzung des Jahres am 11. Dezember den Fraktionen vorstellte. Die beraten in den nächsten Wochen über das Zahlenwerk, um es dann, gegebenenfalls mit Änderungen, nächstes Jahr zu beschließen.

Doch schon jetzt war zu spüren: Die Mehrheit der Ratsmitglieder scheint mit der groben Richtung des vorgelegten Planes einverstanden zu sein. Schließlich hat der nur in Maßen Unvorteilhaftes für die Bürger zu verkünden.

Senkung der Grund- und Gewerbesteuer geplant

Im dritten Jahr in Folge senkt die Gemeinde die Steuern, deren Höhe sie selbst bestimmten kann: die Grund- und die Gewerbesteuer. Eine Senkung der Gewerbesteuer entlastet die Betriebe und ist Anreiz für Neuansiedlungen.

Die Senkung der Grundsteuer betrifft zwar nominell nur Immobilienbesitzer. Die geben diese Steuer allerdings in der Regel an ihre Mieter weiter, sodass im Prinzip jeder Ascheberger von der Senkung profitiert. So ermäßigt sich dieser Posten für die Ascheberger Musterfamilie (freistehendes, schon länger genutztes Haus) um rund 3 Euro von 225,19 auf 222,04 im kommenden Jahr.

Müll- und Abwassergebühren steigen

Kleiner Wermutstropfen: Abwasser und Müllgebühren legen zu. Betrachtet man die Gesamtrechnung aus Steuern und Gebühren für die Familie Mustermann, zahlt sie im kommenden Jahr nach den jetzigen Plänen 10,69 Euro mehr. „Das ist knapp ein Euro pro Monat Mehrbelastung und sollte tragbar sein“, sagt Kämmerer Peter Hanewinkel auf Anfrage.

Die Bildungslandschaft in der Gemeinde steht vor einer großen Umwälzung, die mit der Einführung der Profilschule vor mehr als sieben Jahren vergleichbar ist.

Dieser Umbau soll nach Art einer Kettenreaktion funktionieren und beinhaltet folgende Schritte:

  • Die Profilschule gibt ihre Herberner Filiale an der Altenhammstraße (ehemalige Fontane-Hauptschule auf) und konzentriert ihre zurzeit rund 470 Schüler am Standort Bahnhofsweg im Ascheberg.
  • Der muss dazu ausgebaut werden. Der Haushalt sieht dafür in 2019 bereits 200.000 Euro vor.
  • Ist das Herberner Profilschul-Gebäude leer, soll dort die benachbarte Mariengrundschule inklusive Übermittagsbetreuung einziehen, die an ihrem jetzigen Standort aus allen Nähten platzt.
  • Wenn wiederum das Grundschul-Gebäude verlassen ist, könnte das die neue Heimat der Kita Abenteuerland werden, die in Herbern aktuell in Containern untergebracht ist.
  • Schließlich steht noch der Um- und Ausbau der Schulaula Herbern zu einer multifunktionalen Halle an.

„Das ist ein Gesamt-Projekt, das uns die nächsten drei bis vier Jahren beschäftigen wird“, sagt Bürgermeister Dr. Bert Risthaus auf Anfrage. In seiner Haushaltsrede betonte das Gemeindeoberhaupt: „Damit leiten wir die bislang größte gemeindliche Investition ein.“

Eckdaten des Haushaltsplanes 2019
  • Der Plan geht von Einnahmen über 32.464,180.65 Euro und etwas höheren Ausgaben von 32.448,824,68 Euro aus. Was ein minus von rund 15.000 Euro bedeutet.
  • Rund 4,6 Millionen Euro plant Ascheberg an Investitionen im kommenden Jahr.
  • Zur Finanzierung dieser Ausgaben sind keine Kredite nötig.
  • Die letzte Kreditaufnahme für Investitionen resultiert aus dem Jahre 2015, als zwei Millionen für die Unterbringung außerplanmäßig nötig waren.
  • Der Gesamtschuldenstand der Gemeinde betrug Anfang 2018 4,02 Millionen Euro, jetzt zum Ende des Jahres liegt er durch Tilgungen bei 3,75 Millionen.
  • Zum Ende des Jahres soll er bei rund 3,40 Millionen Euro liegen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 222 Euro entspricht.
  • Zum Vergleich: Die Pro-Kopf-Verschuldung im Durchschnitt aller NRW-Kommunen liegt bei knapp 3000 Euro.

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