Tourismus in Ascheberg: „Die ersten Coronamonate waren eine Katastrophe“

hzHotels in Ascheberg

Die Gemeinde Ascheberg musste im ersten Halbjahr 2020 starke Einbußen in den Übernachtungszahlen verzeichnen. Neueste Zahlen lassen aber eine Erholung der Lage erkennen - zumindest ein bisschen.

Ascheberg

, 25.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tourmismusbranche in der Gemeinde Ascheberg hat wie in den meisten Städten und Gemeinden in Deutschland einen erheblichen Einbruch durch die letzten Coronamonate erlebt. Den neuesten Zahlen des Statistischen Landesbetriebes IT NRW zufolge hat Ascheberg von Januar bis Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 46,9 Prozent erlebt: 10.132 Gäste haben in einer Unterkunft in der Gemeinde übernachtet, 2019 waren es noch 19.091.

„Man kann das nicht schönreden. Die ersten Coronamonate waren eine Katastrophe“, sagt Martin Bußkamp, Geschäftsführer von Ascheberg Marketing e.V.. Allerdings fange sich die Katastrophe langsam. „Um im Coronasprech zu bleiben: Die Kurve flacht ab“, so Bußkamp. „Wir sind zuversichtlich, dass wir wieder auf Monatswerte kommen, wie wir sie im vergangenen Jahr hatten.“

Zahlen für Juli lassen eine Erholung der Situation erkennen

Eine Erholung der Situation lässt auch ein Blick auf die Zahlen von IT NRW für den Monat Juli erkennen: Allein im Juli 2020 lag das Minus an Übernachtungen in der Gemeinde nur noch bei 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 2445 Menschen haben diesen Juli in der Gemeinde übernachtet, im Vergleich zu 2895 im Juli 2019.

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Dieser Trend ist sogar auch der Fall für die ausländischen Gäste: Waren es von Januar bis Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum -40,1 Prozent weniger Übernachtungsgäste aus dem Ausland, waren es im Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat noch -26,7 Prozent.

„Wir merken, dass die Kurzreise vor der Haustür an Attraktivität gewonnen hat. Jetzt gibt es mehr Fahrradtourismusnachfrage als im vergangenen Jahr“, so Bußkamp. Trotz allem sei dies nur ein kleines Segment. „Man darf die Geschäftsreisenden nicht vergessen, da sieht es immer noch mau aus“, so Bußkamp.

Home Office und Videokonferenzen verändern Strukturen

Einige Übernachtungsbetriebe in der Gemeinde hatten die Lockdown-Zeit und Teilschließungen zum Anlass genommen, in ihre Betriebe zu investieren, Ausbesserungen durchzuführen oder interne Aufgaben abzuarbeiten. „Das Hotel Clemens August in Davensberg hat just in seine Tagungsinfrastruktur investiert.“ Bußkamp befürchtet, dass durch neue Arbeitsstrukturen durch die Coronapandemie wie das Home Office und Videokonferenzen nun langfristig mit Veränderungen zum Nachteil von Geschäftsreisen zu rechnen ist. „Das ist natürlich Mist. Manche Ferienwohnungen etwa leben davon.“

Insbesondere, da den Übernachtungsbetrieben in der Gemeinde die Umsätze und Einnahmen fehlten. „Lockdown ist Lockdown“, so Bußkamp. Schließen müssen habe allerdings noch kein Betrieb. „Alle haben sich bislang über die Zeit gerettet.“ Aber insgesamt hoffe er, dass die Kurve der negativen Übernachtungszahlen nun weiter Monat für Monat abflache.

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