Keine Anzeige nach Auto-Schmiererei - warum das aber wichtig ist

hzVandalismus in Ascheberg

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde in Ascheberg ein Auto mit Farbe beschmiert. Der Betroffene hat sich gegen eine Anzeige bei der Polizei entschieden. Warum das jedoch dringend nötig ist.

Herbern

, 21.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als ein Ascheberger, der lieber anonym bleiben möchte, am Freitagmorgen (17. Juli) zur Arbeit fahren wollte, entdeckte er Schmierereien an seinem Auto. In der Nacht zuvor hat jemand mit Sprühfarbe sein Auto bemalt. Die „Kritzeleien“ erstrecken sich auf die gesamte rechte Fahrzeugseite. Farbe ist in Türrahmen und Scheinwerfer gelaufen.

Daraufhin hat der Ascheberger in die örtliche Facebook-Gruppe ein Bild davon gepostet, „damit andere Anwohner vorsichtig sind, wo sie ihr Auto parken“, sagt er. Angezeigt hat der Ascheberger diese Sachbeschädigung nicht.

Facebook-Post sorgt für viel Aufsehen in Ascheberg

Auf Facebook hat der Post für viel Aufsehen gesorgt. 34 Reaktionen und 24 Kommentare sind unter dem Beitrag zu sehen. Eine Userin schreibt: „Ist die Polizei denn in allen Fällen informiert?! Auch wenn man vielleicht nix weiß, aber da wäre ja mal eine Zusatzstreife sinnvoll.“ Eine weitere Betroffene meldet sich unter dem Beitrag mit Fotos von ihrem Auto. Hier wurde ein Prospekt auf dem Auto verbrannt und hat Spuren auf dem Lack hinterlassen. „So sah es beim ersten Mal bei uns aus. Danach gab es noch zwei weitere Sauereien“, schreibt sie.

Der betroffene Ascheberger hat sich nicht bei der Polizei gemeldet, sondern den Schaden an seinem Auto selbst beseitigt. Als Fahrzeugaufbereiter verfüge er über das nötige Hintergrundwissen, um die Sprühfarbe an seinem Auto zu entfernen, sagt er. „Ich wollte kein großes Theater machen.“ 9 Stunden habe er gebraucht, um das Auto zu reinigen. Der Schaden liege seiner Schätzung nach bei rund 600 bis 800 Euro.

Kontaktaufnahme mit der Polizei

Die Polizei zu informieren wäre jedoch wichtig gewesen, sagt Sascha Kappel von der Polizei Coesfeld. In so einem Fall handelt es sich um Sachbeschädigung. Der erste Schritt wäre die Kontaktaufnahme mit der Polizei über die 110 gewesen. „Wenn die Polizei nichts weiß, kann sie nichts machen“, sagt Kappel.

Die Beamten schauen sich die Sachlage vor Ort an und nehmen Beweise auf. Der Geschädigte hat dann die Möglichkeit, eine Anzeige aufzugeben. Normalerweise liege es im Interesse des Betroffenen, einen Verantwortlichen zu finden, um den Schaden zu regulieren.

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Gehäuft Vandalismus-Fälle in Ascheberg

Zwei Tage vor der Auto-Schmiererei hatten sich drei weitere Vandalismus-Fälle in Ascheberg zugetragen, die der Polizei gemeldet worden waren. Bei Naturstein Plässer wurden in der Grabmalausstellung an die 50 Steine umgeschmissen und dadurch beschädigt. Außerdem wurden bei zwei Autos die Reifen aufgeschlitzt. Verdächtige habe die Polizei derzeit noch nicht. Sie bittet in diesen Fällen um Hinweise aus der Bevölkerung an die Tel. (02591) 7930.

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