Weiblich und jung: Wollen die Bürgerschützen nur „knackiges Gemüse“ für ihre Damengarde?

hzKommentar „Klare Kante“

Aus Herbern, weiblich und jung - so könnte eine Anzeige des Bürgerschützenvereins Herbern lauten. Denn sie bauen eine Damengarde auf. Voraussetzung ist, man ist weiblich und jung. Ein Kommentar.

Herbern

, 07.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Endlich ist es soweit: Frauen dürfen auch mitmarschieren bei den Bürgerschützen in Herbern. Das, was schon längst in vielen anderen Schützenvereinen seit Jahren gang und gäbe ist, ist nun auch bei den Bürgerschützen in Herbern möglich.

Die Verantwortlichen haben nun eine Damengarde ins Leben gerufen, weil der Bedarf da ist, wie Oberst Heiko Mönster erklärt. Bereits 18 junge Frauen haben sich nach dem Aufruf beim Schützenverein gemeldet.

„Wir wollen eine jüngere Truppe haben“

Nun sucht der Verein weitere weibliche Mitstreiter. Einziger Haken: Man darf nicht zu alt sein. Interessierte Frauen zwischen 18 bis 27 Jahren sollen sich bei den Bürgerschützen melden. Und die anderen? Was ist, wenn man als 35-jährige Frau mitmachen möchte?

„Wir schicken niemanden nach Hause. Aber wir wollen eine jüngere Truppe haben“, erklärt Mönster. Er weist darauf hin, dass die Altersangabe das Eintrittsalter betrifft. Klar, Interessenten wird der Verein nicht abwimmeln.

Nur junges, knackiges Gemüse gesucht?

Aber wieso legt der Verein überhaupt eine Altersgrenze fest? Zum einen möchten die Bürgerschützen noch mehr Frauen in ihrem Verein sehen, zum anderen beschränken sie das Eintrittsalter für die neu gegründete Damengarde.

Frauen, die sich im Verein engagieren wollen und Lust auf Schützenfeste haben, aber älter sind, könnten sich gleich ausgegrenzt fühlen. Scharfe Zungen könnten behaupten, der Verein sucht nur junges, knackiges Gemüse. Man sollte - schon allein wegen der Gleichberechtigung - grundsätzlich alle Frauen für die Damengarde ansprechen.

Altersgrenze für die Damengarde ist völlig unnötig

Dass der Bürgerschützenverein Herbern nach der Nachfrage vor allem jüngerer Frauen nun eine Damengarde bildet, ist eine tolle Sache. Aber die Altersbegrenzung ist völlig unnötig.

Denn sie könnte ältere Frauen - und wir reden hier über ein Alter um die 30 Jahre - vergraulen. Die Erklärung, warum es überhaupt eine Altersbegrenzung für die neu gegründete Damengarde des Bürgerschützenvereins gibt, ist mir viel zu einfach.

Nicht pauschalisieren!

Frauen um die 30 seien im gebärfähigen Alter. Kurz nach dem Eintritt in die Damengarde werden sie schwanger und könnten dann nicht mehr im Vereinsleben teilnehmen. „Dann sind sie ein paar Jahre wieder raus“, sagt Heiko Mönster. Ja, na und?

Nicht jede Frau um die 30 Jahre bringt pauschal ein Kind zur Welt, nicht jede junge Mutter scheidet gleich aus dem Vereinsleben aus. Ganz im Gegenteil: Sind die heutigen Babys der Frauen aus der Damengarde nicht die Bürgerschützen von Morgen?

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