Weihrauch so weit die Nase riechen kann: Orgelkonzert in St. Benedikt hat besondere Duftnote

St. Benedikt Herbern

Das Abschlusskonzert des 125. Jubiläums der Fleiter Orgel in St. Benedikt stand unter einem ganz besonderen Duft. Alles drehte sich um Weihrauch - einen teils ziemlich teuren Spaß.

Herbern

, 11.11.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weihrauch so weit die Nase riechen kann: Orgelkonzert in St. Benedikt hat besondere Duftnote

Benedikt Rottmann (v.l.), Luisa Meinke, Michael Greiner, Uwe-Reiner Bochmann freuen sich sehr über das gelungene Abschlusskonzert im Jubiläumsjahr der Fleiter Orgel. © Claudia Hurek

Benedikt, du nimmst ab jetzt das Weihrauchfass - dieser Satz war vor vielen Jahren für Benedikt Rottmann, Messdiener der Kirchengemeinde St. Christophorus Werne, der Auslöser, sich intensiv mit dem Thema Weihrauch zu beschäftigen. Am vergangenen Sonntag brachte er nun den Besuchern in der St.-Benedikt-Kirche verschiedene Weihrauchsorten näher.

Uwe-Reiner Bochmann kam auf die Idee, das dritte und letzte Konzert aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Fleiter Orgel, dem Klang „der alten Dame und Königin der Instrumente“ sowie dem Weihrauch zu widmen. Während Michael Greiner, Lehrer aus Lüdinghausen, der Orgel opulente Töne von Josef Gabriel Rheinberger, Johann Sebastian Bach und Anton Bruckner entlockte, stellte Benedikt Rottmann gemeinsam mit Lebensgefährtin Luisa Meinke und Uwe-Reiner Bochmann verschiedene Weihrauchsorten vor.

Insgersamt 80 Weihrauchsorten

Im Verlauf des eineinhalbstündigen Konzertes lernten die Besucher insgesamt sieben seiner bislang rund 80 gesammelten Weihrauchsorten kennen. Nach einer kurzen Erklärung über Herkunft und Bedeutung des jeweiligen Weihrauchs für die verschiedenen Glaubensgemeinschaften, befüllte er die vorbereiteten Weihrauchgefäße und ging durch die Reihen, damit jeder Besucher den Duft erschnuppern konnte.

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Leider fanden nur wenige Besucher den Weg zu dem Jubiläumsabschlusskonzert in die Kirche, was der Stimmung allerdings keinen Abbruch tat. „Was ist das doch für ein interessantes Thema. Da hat man sich vorher ja nie mit beschäftigt“, sagte Georg Beerens, der gemeinsam mit Ehefrau Christa das Konzert besuchte. „Der junge Mann hat das sehr gut rübergebracht und erklärt.“

Weihrauch kostet mehr als 300 Euro

Die meisten der Anwesenden kannten bislang nur den herkömmlichen Kirchenweihrauch. Dass es aber auch hier Unterschiede im „Duft“ wie Tag und Nacht gibt, wussten die wenigsten. Während Kirchenweihrauch rund 50 Euro pro Kilogramm kostet, ist der reine Weihrauch, dessen Duft deutlich angenehmer ist, erst ab 350 Euro pro Kilogramm erhältlich. Alle anderen Weihrauche oder auch Harze sind mit ätherischen Ölen oder auch Blüten versetzt. Grundsubstanz eines jeden ist der reine Weihrauch, der gestreckt wird, um ihn so bezahlbar zu machen.

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Während man bei den verräucherten Harzen den Rosenweihrauch ganz klar am Duft erkennen kann, fällt es bei den anderen schon schwerer, sie einzuordnen. Von ganz feinen Duftnoten des reinen Weihrauchs, über den Vanilleduft von Styrax bis hin zum „Duft des Himmels“, wie die Harze genannt werden, die Mönche am Berg Athos in mühevoller Handarbeit herstellen.

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