Mann greift in Herten Mutter und Kind (5) an Frau in Lebensgefahr – Täter weiter flüchtig

Redaktionsleiter
Ein Polizist und ein Kriminaltechniker sichern in einer Einfahrt an der Straße über den Knöchel in Herten einen Kinderrucksack und eine Mütze als Beweismittel.
Ein Polizist und ein Kriminaltechniker sichern in einer Einfahrt an der Straße über den Knöchel in Herten einen Kinderrucksack und eine Mütze als Beweismittel.
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Nach der blutigen Attacke auf eine 32-jährige Frau und ihren Sohn (5) bündeln wir offizielle Informationen, Zeugenaussagen, unsere Beobachtungen am Tatort sowie Einschätzungen in einer Video-Rekonstruktion: Was wir wissen – und was nicht.

Update 17. Januar, 12.38 Uhr:
Auf Anfrage der Redaktion teilt die Pressestelle der Polizei mit, dass es keine neuen Entwicklungen in dem Fall gibt. Der Zustand der Frau ist unverändert, der Täter weiter flüchtig, Fahndungsmaßnahmen laufen.

Update 17.30 Uhr:

Nach Auskunft der Polizei ist die Suche mit dem Mantrailer-Hund in Gelsenkirchen beendet worden. Weitere Maßnahmen der Polizei werden sich anschließen. Einzelheiten dazu nennt die Polizei nicht. Jedenfalls hat es bisher keine Festnahme gegeben. Die schwer verletzte Frau schwebt unverändert in Lebensgefahr.

Update 13.25 Uhr – Erklärung des Polizeipräsidiums Recklinghausen und der Staatsanwaltschaft Bochum:

Erstmals nach der Bluttat am Montagmorgen (16.01.) in Herten-Disteln/Backum äußern sich Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt offiziell. Die Mitteilung im Wortlaut:
„Heute Morgen (ca. 7.50 Uhr) wurde eine 32-jährige Hertenerin im Beisein ihres fünfjährigen Sohnes an der Ecke Beethovenstraße/Über den Knöchel von einem bislang unbekannten Mann angegriffen und lebensgefährlich verletzt.

Der Mann flüchtete daraufhin in Richtung Backumer Tal, die Frau wurde von Rettungskräften in ein Krankenhaus gefahren. Das fünfjährige Kind ist augenscheinlich körperlich unversehrt, wird jedoch vorsorglich im Krankenhaus untersucht.

Zeugen beobachteten die Tat und informierten die Polizei.

Die genauen Hintergründe zur Tat sind noch unbekannt und müssen weiter eruiert werden. Es ergaben sich jedoch erste Erkenntnisse, die auf eine mögliche Beziehungstat hindeuten könnten. Eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Recklinghausen hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der flüchtige Mann wird wie folgt beschrieben: ca. 1,70m bis 1,80m groß, korpulente Statur, schwarze Haare, Bomberjacke in olivgrün mit Lederapplikation, sonst dunkel gekleidet, anfangs trug er noch eine Mütze, die er am Tatort zurückließ und die von der Polizei sichergestellt wurde.

Es wurden auch ein Hubschrauber und ein Mantrailer-Hund bei der Fahndung eingesetzt.

Wer den Mann gesehen hat oder weiß, wo er sich aufhält, wird gebeten, sich bei der Kripo unter Tel. 0800/2361111 zu melden.“

Wir haben ein zweites Mal live vom Ort des Geschehens berichtet:

Update 12.13 Uhr:

Der Weg des Mantrailer-Hundes, der womöglich einer Spur der flüchtigen tatverdächtigen Person folgt, führt inzwischen durch Herten-Mitte und Herten-Süd über die Gelsenkirchener Straße am Pendlerparkplatz an der A2 vorbei bis auf Gelsenkirchener Stadtgebiet.
Wir berichten an dieser Stelle weiter.

Polizeibeamte mit Mantrailer-Hund sind südlich der Autobahn 2 auf der Münsterstraße in Gelsenkirchen unterwegs. Der Hund hatte am Tatort in Herten-Backum eine Spur aufgenommen und lief danach quer durch Herten-Mitte und -Süd bis zu A2 und weiter.
Polizeibeamte mit Mantrailer-Hund sind südlich der Autobahn 2 auf der Münsterstraße in Gelsenkirchen unterwegs. Der Hund hatte am Tatort in Herten-Backum eine Spur aufgenommen und lief danach quer durch Herten-Mitte und -Süd bis zu A2 und weiter. © Danijela Budschun

Update 11.26 Uhr:
Es gibt erste Informationen zu dem, was am Montagmorgen (16.01.) vorgefallen ist. Eine Anwohnerin berichtet gegenüber unserer Redaktion, dass das offenbar dramatische Geschehen an der Ecke Über den Knöchel/Kirchstraße seinen Anfang genommen haben soll. Zumindest sollen von dort eine junge Frau und ein kleines Kind in Richtung Innenstadt gelaufen sein. Eine Person, die womöglich ein Messer oder einen ähnlichen Gegenstand bei sich trug, soll die Frau angegriffen haben.

Dazu passen die Beobachtungen, die unsere Redaktion vor Ort gemacht hat. In einer Grundstückzufahrt unweit der Ecke Über den Knöchel/Kirchstraße lagen ein Kinderrucksack und eine Mütze auf dem Boden. Beides wurde von Polizeibeamten als Beweismittel gesichert.

Die Polizei wollte die Schilderungen der Anwohnerin auf Nachfrage nicht bestätigen. Der Sachverhalt sei aktuell noch nicht ausreichend geklärt. Inzwischen habe die Staatsanwaltschaft Bochum die Angelegenheit übernommen. Dies deutet darauf hin, dass es sich um eine gravierende Straftat handeln muss, mutmaßlich ein Fall von schwerer Körperverletzung oder ein (versuchtes) Tötungsdelikt.

Polizei-Sprecherin Corinna Kutschke betonte auf Nachfrage, dass kein Amoktäter oder jemand vergleichbares unterwegs sei. Diese Aussage legt die Vermutung nahe, dass es sich um einen gezielten Angriff gehandelt haben könnte. Womöglich kennen sich die Beteiligten.

Wichtig ist aber auch: Der oder die Tatverdächtige ist weiter flüchtig. Der eingesetzte Mantrailer-Suchhund hat am Tatort eine Fährte aufgenommen und ist inzwischen über Feldstraße, Schützenstraße und Ewaldstraße nach Herten-Süd gelaufen, am Süder Markt vorbei, am Lidl-Markt nach rechts auf die Gelsenkirchener Straße.

Update 11.01 Uhr:

Mittlerweile ist auch ein Mantrailer-Hund der Polizei vor Ort eingetroffen und soll dort nach Personen oder möglichen weiteren Beweismitteln schnüffeln.

Update 10.35 Uhr:

Etwa 200 Meter entfernt von den Streifenwagen befinden sich offenbar Beweismittel auf der Fahrbahn. Einen Kinderrucksack und eine Mütze hat die Spurensicherung in eine große Tüte gepackt und mit einem Warnkegel markiert.

Außerdem sind derzeit jeweils zwei Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofs Herten (ZBH) und der Polizei im Gelände rund um das nahe gelegene Copa Ca Backum unterwegs. Dagegen ist vom Hubschrauber am Himmel derzeit nichts mehr zu sehen. Was das bedeutet, ist allerdings noch völlig unklar.

Update 10.06 Uhr:

Die Lage am Ort des Geschehens – der Ecke Beethovenstraße/Über den Knöchel in unmittelbarer Nähe des Backumer Tals – ist zurzeit noch völlig unübersichtlich. Mehrere Streifenwagen sind vorgefahren, außerdem ist die Spurensicherung vor Ort. Diese hat bereits Gegenstände identifiziert und nummeriert, die für die Aufklärung der Tat relevant sein könnten.

Nach aktuellem Wissensstand hat die Tat offenbar unweit der Ecke Über den Knöchel/Kirchstraße ihren Anfang genommen und sich dann rund 200 Meter weiter in Richtung Hertener Innenstadt verlagert (siehe Google-Maps-Grafik)

Update 9.38 Uhr:

Der Polizei-Einsatz verlagert sich. Der Hubschrauber kreist jetzt über dem Hertener Schlosspark und der Innenstadt. Zahlreiche Streifenwagen sind unterdessen im Bereich Über den Knöchel/Beethovenstraße in Disteln im Einsatz.

Mehrere Streifenwagen befinden sich in Herten an der Ecke Beethovenstraße/Über den Knöchel. Hinter dem Einsatzfahrzeug liegen Beweisstücke, die nach und nach gesichert werden.
Mehrere Streifenwagen befinden sich in Herten an der Ecke Beethovenstraße/Über den Knöchel. Hinter dem Einsatzfahrzeug liegen Beweisstücke, die nach und nach gesichert werden. © Frank Bergmannshoff

Unsere erste Berichterstattung:

Der Hubschrauber kreist im Bereich Scherlebeck/Langenbochum, steht zeitweise auch still in der Luft, dicht über den Dächern der Häuser. Die Polizei äußert sich aktuell noch nicht zu Einzelheiten. Sprecherin Annette Achenbach gibt auf Nachfrage unserer Redaktion lediglich die Information, dass offenbar ein Mensch verletzt worden sei. Aktuell werde eine tatverdächtige Person gesucht. Dabei komme auch der Hubschrauber zum Einsatz.