Rudi Assauers Ex Britta klagt an "Der kranke Mann wurde gegen seinen Willen vorgeführt!"

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Ein Bild aus glücklichen Tagen: Britta und Rudi Assauer waren von 2011 bis 2013 verheiratet.
Ein Bild aus glücklichen Tagen: Britta und Rudi Assauer waren von 2011 bis 2013 verheiratet. © Privat
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Rudi Assauers Urne ruht unter einem Baum im gräflichen Friedwald von Herten-Westerholt. Doch wirkliche Ruhe scheint es für den einstigen Manager des FC Schalke 04 noch immer nicht zu geben. Um den Nachlass des einst so starken Machers ist ein Rechtsstreit entbrannt, der die Gerichte seit Jahren beschäftigt.

Das Leben und Sterben der Schalker Legende sorgt auch mehr als drei Jahre nach seinem Tod immer wieder für Schlagzeilen. Als es zuletzt hieß: „Rudi Assauers Testament vom Gericht für ungültig erklärt!“, fühlte sich eine Frau endlich gehört und bestätigt, die von vielen stets nur belächelt wurde und der man niedere Beweggründe unterstellte: Britta Assauer (57), seine Ehefrau Nummer 2.

„Ich kämpfe wie eine Löwin für die Wahrheit“

Über die letzte Ehefrau von Rudi Assauer gibt es vor allem Berichte, die sich um den erbitterten Kampf um den Aufenthalt und die Betreuung des schwer an Alzheimer erkrankten Mannes und um sein Erbe drehen. Dazwischen liegt eine Scheidung, die Britta Assauer absolut nicht wollte und die sie nach wie vor für ein großes Unrecht hält. Man habe ihrem geliebten Ehemann eingeredet, dass er die Scheidung wolle. „Das ist bei demenziell Erkrankten ein Leichtes“, sagt sie.

Ihre Sammlung an Dokumenten zu all den rechtlichen Auseinandersetzungen um ihr Leben mit Rudi Assauer füllt 12 dicke Aktenordner. „Ich kämpfe seit mehr als zehn Jahren wie eine Löwin für meinen Mann, um die Wahrheit und unsere Rehabilitation“, sagt die sehr schlanke Blondine. Sie ist aus Mönchengladbach nach Herten zum Friedwald gekommen, um vor unserer Kamera über ihren Kampf zu sprechen und ihre Version der Vorfälle zu schildern.

Britta Assauer im Friedwald in Herten-Westerholt. Dort liegt ihr Ex-Mann Rudi Assauer begraben.
Britta Assauer im Friedwald in Herten-Westerholt. Dort liegt ihr Ex-Mann Rudi Assauer begraben. © Christian Pozorski
Am 13. Februar 2010 lernen sich Britta und Rudi Assauer bei einer Veranstaltung im Europapark Rust kennen und kommen sich gleich sehr nahe.
Am 13. Februar 2010 lernen sich Britta und Rudi Assauer bei einer Veranstaltung im Europapark Rust kennen und kommen sich gleich sehr nahe. © Gary von der Ahe
Ein Bild von Britta und Rudi Assauer aus glücklichen Tagen.
Ein Bild von Britta und Rudi Assauer aus glücklichen Tagen. © Privat

„Rudi fragte: Darf ich Dich küssen?“

Am 19. April 2011 heiraten Britta und Rudi Assauer standesamtlich.
Am 19. April 2011 heiraten Britta und Rudi Assauer standesamtlich. © Privat

Britta Assauer führte den Nachnamen Idrizi, als sie am 13. Februar 2010 den Mann kennenlernte, der ihr Leben nachhaltig verändern sollte. Sie war Sekretärin, er der große Rudi Assauer, den sie bei einer Veranstaltung im Europapark Rust um ein Autogramm bat. Der Prominente war damals bereits erkennbar an Alzheimer erkrankt. Ob das der Grund für sein forsches Herangehen war oder halt „typisch Rudi“, sei dahingestellt. „Jedenfalls fragte er mich, ob er mich küssen dürfte“, erzählt die damals 44-Jährige.

Rudi Assauer mit seiner langjährigen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Simone Thomalla.
Rudi Assauer mit seiner langjährigen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Simone Thomalla. © dpa

„Der kranke Mann wurde regelrecht zur Schau gestellt“

Es sei für ihren Partner und späteren Ehemann aufgrund der Demenz zunehmend eine Tortur gewesen, sich im grellen Scheinwerferlicht zu bewegen. „Deshalb empfinde ich es auch als grausam, wie er später als schwer Kranker immer wieder auf Veranstaltungen regelrecht zur Schau gestellt wurde. Man konnte ihn ja über die Homepage buchen. Das wollte er nicht, es geschah gegen seinen Willen und er hat darunter gelitten, da bin ich mir sicher“, sagt sie.

Sophia und Simone Thomalla sowie Katy Assauer (v.l.) bei der Beerdigung von Rudi Assauer.
Sophia und Simone Thomalla sowie Katy Assauer (v.l.) bei der Beerdigung von Rudi Assauer. © picture alliance/dpa

Kurz nach dem Eheglück beginnt der Alptraum

Die Hochzeit am 19. April 2011 sei Rudis Idee jedoch ganz in ihrem Sinne gewesen, erzählt Britta Assauer. Ihre gemeinsame Zeit sei wunderschön gewesen, doch sie währte nicht lange. Als Ihr Ehemann von seiner Tochter Bettina Michel im Dezember 2011 aus dem Haus regelrecht entführt wird, beginnt für Britta Assauer ein Alptraum, der Jahre andauert und bis heute nicht wirklich ausgeträumt ist. Sie verliert ihren Mann und ihre Wohnung, muss schließlich Privatinsolvenz anmelden und arbeitet heute in einem Outlet-Geschäft in Holland.

„Hätte man mir doch damals schon geglaubt“

Einen Etappenerfolg sieht sie nun in dem Gerichtsbeschluss, der Rudi Assauers Testament für ungültig erklärt. Es sei von Anfang an offensichtlich gewesen, dass der Kranke nicht testierfähig war, als es am 17. Januar 2012 in aller Eile verfasst wurde. „Hätte man mir doch damals schon geglaubt, dann wäre auch Rudi viel Leid erspart geblieben“, glaubt sie. Immerhin: Nun ist es amtlich, dass Bettina Michel nicht mehr Alleinerbin ist, sondern die gesetzliche Erbfolge gilt, bei der dann auch die ebenfalls ausgebootete Tochter Katy Assauer zum Zuge kommt

Rudi und Britta Assauer lebten in der Villa in Gelsenkirchen mit Hunden und Meerschweinchen.
Rudi und Britta Assauer lebten in der Villa in Gelsenkirchen mit Hunden und Meerschweinchen. © Privat

„Ich will Rehabilitation für mich und Rudi“

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