Baby Nils hatte es besonders eilig: Geburt im Rettungswagen

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Die Mutter Vanessa Lübeck-Rose mit dem kleinen Nils und den beiden persönlichen Helden Marco König und Thomas Kucera. © Stadt Kamen
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Ein Kamener Rettungswagens wird zu einem Einsatz der etwas anderen Art gerufen. Bei einer jungen Frau haben die Wehen eingesetzt und somit steht der Transport zur Geburt ins Krankenhaus an. Soweit erst einmal noch nichts Ungewöhnliches für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kamener Rettungswache.

Doch dann nimmt der Einsatz, der sich bereits am 14. Juli abspielte, eine überraschende Wendung. Noch während der Fahrt zum Krankenhaus werden die Wehen bei der werdenden Mutter immer stärker und 800 Meter vor der Klinik, ist der kleine Nils auch schon da. So schildert die Stadt Kamen den besonderen Fall in einer Mitteilung.

„Ich hatte die Wehen vorher gar nicht so ernst genommen und meinen großen Sohn noch in die Kita gebracht, gekocht und ganz normal gegessen“ erzählt die junge Mutter Vanessa Lübeck-Rose beim Besuch der Rettungswache, wo sie sich bei ihren Geburtshelfern bedankte. „Zum Glück hatte mein Mann eine kurze Arbeitsschicht und war schon zuhause und konnte mich dann unterstützen.“

Werdender Vater fuhr im PKW hinterher

Wegen der Corona-Vorschriften durfte der werdende Vater allerdings nicht im eingetroffenen Rettungswagen mitfahren und musste im privaten PKW hinterherfahren. Kurz nach der Geburt um 16.41 Uhr holte er den am Straßenrand stehenden Rettungswagen ein und konnte kurz darauf stolz seinen Sohn auf den Arm nehmen.

Am Familientag der Feuerwehr am vergangenen Samstag (13. August) war die junge Familie dann zum ersten Mal gemeinsam an der Rettungswache im Mersch zu Besuch. Dort sah sich die Mutter zunächst den Rettungswagen genauer an. „Denn dazu war während der Geburt überhaupt keine Gelegenheit.“

„Ganz schön eng hier“, war dann ihr Fazit, als sie das Wageninnere inspiziert hatte. Der große Bruder Emil fuhr in der Zwischenzeit mit dem Feuerwehrwagen und Blaulicht und äußerte anschließend den Wunsch, später einmal Feuerwehrmann werden zu wollen. Das Interesse des Jungen für die neugegründete Kamener Kinderfeuerwehr war groß.

Persönliches Dankesgeschenk für die Helden

Bei ihrem zweiten Besuch war die junge Mutter dann extra noch einmal vorbeigekommen, um sich mit einem kleinen Geschenk bei ihren ganz persönlichen Helden Marco König und Thomas Kucera zu bedanken. Die beiden erhielten jeder einen individuell für sie angefertigten Schlüsselanhänger mit dem Fußabdruck des Neugeborenen. „Trotz des großen Stresses habe ich mich bei den Rettern wohl, sicher und gut aufgehoben gefühlt“, dankte die junge Mutter der beteiligten Besatzung für die kompetente Hilfe.

„Dies war ein auch für uns außergewöhnlicher Einsatz, der einem sicher immer im Gedächtnis bleiben wird. Oft geht es bei uns um den Transport von Kranken oder die Rettung von Leben. Am gleichen Tag musste wir zum Beispiel auch noch einen Beatmungspatienten verlegen, doch hier ging es um den Beginn eines neuen Lebens und dass es so gut ausgegangen ist, erfüllt uns auch mit Freude und ein wenig Stolz“, war die einhellige Meinung der Rettungswagenbesatzung.

So eilig der kleine Nils es auch am Anfang hatte, beim Fototermin hatte er die Ruhe weg und hat den ganzen Auftritt schlicht verschlafen.