Keine Züge zwischen Dortmund und Hamm. Die Deutsche Bahn schickt Busse als „Schienenersatzverkehr“ auf die Reise. Die Fahrpläne stehen auf provisorischen Ständern. © Stefan Milk
Bahnstrecke Dortmund-Hamm

Busse statt Bahnen: Alles über die zwei Wochen lange Sperrung der Bahnstrecke Dortmund-Hamm

Der Zugverkehr zwischen Dortmund und Hamm steht still. Die Busse für den Schienenersatzverkehr rollen. Betroffen sind die Bahnhöfe Kamen, Methler, Nordbögge und in Dortmund Scharnhorst und Kurl.

Der Zugverkehr zwischen Dortmund und Hamm steht still. Die Deutsche Bahn hat am Freitagabend den Betrieb auf der Bahnstrecke Dortmund-Hamm eingestellt. Seit 22 Uhr rollt kein Zug mehr auf der 13 Kilometer langen Strecke. Dafür rollen nun Busse des sogenannten Schienenersatzverkehrs. Zwei Wochen lang ist die Strecke über die Herbstferien stillgelegt, bevor die regulären Fahrpläne am Montag, 26. Oktober, 5 Uhr, zum Berufsverkehr wieder in Kraft treten.

Betroffen sind fünf Bahnhöfe

Betroffen sind die Hauptbahnhöfe Dortmund und Hamm, die Bahnhöfe Kamen, Kamen-Methler, Hamm-Nordbögge und zusätzlich in Dortmund die Stationen Scharnhorst und Kurl. Auf der Strecke pendeln dann Busse unter der bildhaften Bezeichnung „Schienenersatzverkehr“.

An den Bahnhöfen Dortmund und Hamm gibt es entsprechendes Personal, das die Bahnkunden zu den Bushaltestellen leitet. Rote und blaue Fußabdrücke kennzeichnen überdies die Wegeführung.

Hier ist ein Überblick über Ersatzfahrpläne und die Arbeiten, die während der sogenannten Sperrpause, wie eine solche Sperrung im Sprachgebrauch der Deutschen Bahn bezeichnet wird, durchgeführt werden.

Die Linienübersicht des Ersatzverkehrs, dessen Fahrpläne vom 9. bis 26. Oktober gelten. © Deutsche Bahn AG © Deutsche Bahn AG

Der Nahverkehr – wie läuft es zwischen Dortmund und Hamm? Zwei Buslinien ersetzen den Bahnverkehr: Die Linien A und B sind 20-minütlich getaktet, eine davon schnell mit nur zwei Zwischenstopps in Kamen und Nordbögge, die andere mit Anfahrt aller Bahnhöfe zwischen Dortmund und Hamm – außer Nordbögge.

Die Busse für den Schienenersatzverkehr zu finden, dürfte an den Bahnhöfen in Kamen und Methler und auch an den anderen drei kleinen Haltepunkten in Nordbögge, Scharnhorst und Kurl weniger schwierig sein – in Kamen befindet sich der Busbahnhof direkt vor dem Bahnhofsgebäude. An den deutlich größeren Bahnhöfen in Dortmund und Hamm gibt es auf den Boden geklebte, symbolische Fußabdrücke, die die Bahn als „Footsteps“ bezeichnet. Bahnkunden sollen sich mit diesen Hinweisen nicht verlaufen. Zusätzliches Servicepersonal, sogenannte „Reisendelenker“, sind im Einsatz, die vor Ort Auskunft geben.

Der gestern ausschnittsweise veröffentlichte Fahrplan der Ersatzbusse, die alle 20 Minuten fahren sollen. © Deutsche Bahn © Deutsche Bahn

Der Fernverkehr – was für Beeinträchtigungen gibt es? Der Fernverkehr wird umgeleitet. 20 Minuten länger dauert die Fahrt mit den Schnellzügen, die sonst über die Strecke Dortmund-Hamm brausen. Das liegt daran, weil sie über die Güterzugstrecke der sogenannten Hamm-Osterfelder-Bahn umgeleitet werden. Deswegen fahren alle Fernzüge nach der Baustelle, die Richtung Düsseldorf unterwegs sind, ab Dortmund 20 Minuten später ab. Und alle Fernzüge, die vor der Baustelle in Richtung Hannover/Berlin unterwegs sind, 20 Minuten früher.

Damit bleiben die IC/ICE-Abfahrzeiten ab Hamm in Richtung Hannover/Berlin unangetastet, während man sich in Dortmund auf frühere und spätere Abfahrzeiten einstellen muss. Zum Teil entfallen Halte in Düsseldorf Hbf, Düsseldorf Flughafen und in Duisburg, so Breitenbach.

Für die Fernverkehrslinie Richtung Dresden und Einzelzüge Richtung Erfurt/Gera gilt: Diese Züge werden über Hagen und Unna umgeleitet, der Halt in Dortmund entfällt.

Rote Fußspuren, sogenannte Footsteps, zeigen den Bahnkunden den Weg, wie sie die Busse für den Ersatzverkehr finden. © Deutsche Bahn © Deutsche Bahn

Das ist die Einzelübersicht über die Bahnlinien, Nahverkehr:

  • RE 1 (RRX) Aachen Hbf – Hamm Hbf: Die Züge fallen zwischen Dortmund Hbf – Hamm Hbf. Als Ersatz verkehren Busse.
  • RE 3 Düsseldorf Hbf – Hamm Hbf: Die Züge werden zwischen Dortmund Hbf – Hamm Hbf ohne Zwischenhalt umgeleitet. Als Ersatz zu den ausfallenden Halten verkehren Busse.
  • RE 6 (RRX) Minden – Köln/Bonn Flughafen: Die Züge fallen zwischen Dortmund Hbf – Hamm Hbf aus. Als Ersatz verkehren Busse
  • RE 11 (RRX) Kassel / Hamm Hbf – Düsseldorf Hbf: Die Züge fallen zwischen Dortmund Hbf – Hamm Hbf aus. Als Ersatz verkehren Busse.

Und die Änderungen im Fernverkehr:

  • Die Züge des Fernverkehrs zwischen Dortmund und Hamm (Westf.) werden umgeleitet und verkehren mit geänderten Fahrzeiten.
  • Fernverkehrslinien Düsseldorf-Dortmund-Hannover-Berlin: Die Züge werden zwischen Dortmund und Hamm umgeleitet und verkehren mit geänderten Abfahrts- und Ankunftszeiten. Die Reisezeiten verlängern sich um bis zu 20 Minuten. Zum Teil entfallen Halte in Düsseldorf Hbf, Düsseldorf Flughafen und in Duisburg.
  • Fernverkehrslinie Richtung Dresden und Einzelzüge Richtung Erfurt/Gera: Diese Züge werden über Hagen umgeleitet, der Halt in Dortmund entfällt.

Was ist überhaupt der Grund für die Mega-Sperrung? Vor allem der Streckenbereich in Kamen spielt bei der Sperrung eine bedeutende Rolle. Es wird nicht nur die Oberleitung zwischen Bahnhof und Südkamener Straße auf einer Strecke von rund zwei Kilometern Länge erneuert.

Auch die Vorbereitungen für die Beseitigung des dort schienengleichen Bahnübergangs zugunsten der Südkamener Spange werden vorangetrieben. Insgesamt sind es vier Baustellen gleichzeitig, darunter neue Lärmschutzwänden in Hamm und der Abschluss der Modernisierung des Kamener Bahnhofs statt – dort wird der 49 Meter lange Wetterschutz auf dem Mittelbahnsteig erneuert. Die Investitionen haben ein Volumen von mehr als 33 Millionen Euro.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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