Ein Fahrzeug vom Winterdienst der Autobahnmeisterei in Kamen am Sonntag, 7. Februar. © Stefan Milk
Schnee auf Autobahnen

Dauereinsatz mit Schneepflug auf der Autobahn: „Wir wenden und es ist schon wieder weiß!“

Dort, wo der Schneepflug gerade im Einsatz war, ist es schon wieder weiß. Die 24 Kräfte der Autobahnmeisterei sind im Dauereinsatz auf den Autobahnen zwischen Dortmund, Werl, Lichtendorf und Hamm.

Als „Kampf gegen Windmühlen“ bezeichnet Jörg Kost, Winterdienst-Koordinator bei der Autobahnmeisterei in Kamen, die derzeitige Situation auf den hiesigen Autobahnen. „Man hat den Schnee geräumt, wendet an der nächsten Anschlussstelle und auf dem Rückweg ist es schon wieder weiß“, berichtet er am Sonntagmorgen von der schneereichen Situation, die zwar herausfordernd sei, aber nicht ungewöhnlich. „Es ist nicht der erste stärkere Winter, den wir erleben“, sagt der Oberstraßenwärter von der neuen Autobahn GmbH, der seit 1984 im Autobahnbetriebsdienst ist, schmunzelnd.

Das Salzgemisch, das auf die Straße gebracht wird, wirkt vor allem, wenn der Schnee schon weg ist. Die Kräfte der Autobahnmeisterei räumen erst und streuen dann.
Das Salzgemisch, das auf die Straße gebracht wird, wirkt vor allem, wenn der Schnee schon weg ist. Die Kräfte der Autobahnmeisterei räumen erst und streuen dann. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Seit Samstagnachmittag läuft der Einsatz auf Hochtouren

Die komplette Meisterei ist zur Stunde im Einsatz: Bereits seit Samstagnachmittag läuft der Dienst der insgesamt 24 Kräfte, die sich in zwei Schichten abwechseln, auf Hochtouren. Sechs Streu- und Räumfahrzeuge mit überbreiten Schneepflügen sind permanent im Einsatz. Ihr Einzugsgebiet auf den örtlichen Autobahnen ist wie folgt…

  • auf der A1 zwischen Anschlussstelle Hamm/Bergkamen und der Autobahn-Raststätte Dortmund-Lichtendorf
  • auf der A2 zwischen Anschlussstelle Hamm/Rhynern und Dortmund-Mengede
  • auf der A44 zwischen Autobahnkreuz Dortmund Unna und Autobahnkreuz Werl
  • auf der A44, Übergang B1 zwischen Autobahnkreuz Dortmund/Unna und kurz hinter der Anschlussstelle Dortmund-Aplerbeck.

Schichtwechsel um 6.45 Uhr

Um 6.45 Uhr lösten sich die beiden Schichten, die im Einsatz sind, ab: Fahrerwechsel auf dem Hof der Autobahnmeisterei am Zollpost. In der Nachtschicht waren 13 Kräfte unterwegs, tagsüber sind es nun elf, die in den sechs Streufahrzeugen die zahlreichen Autobahnkilometer permanent abfahren. „Unsere Mitarbeiter sind fast alle zu zweit unterwegs. Das ist sicherer, weil sie sich gegenseitig unterstützen können und vom Beifahrersitz eingreifen können, falls erforderlich“, so Kost. In Bereitschaft stehen in der Halle am Zollpost zwei weitere Streu- und Räumfahrzeuge, die eingesetzt werden sollen, falls die Lage noch unwirtlicher wird. „Die sind natürlich schon fertig gerüstet“, so Kost.

Deswegen sind jetzt auch die Autobahnen weiß

Erfolg für die 24 tapferen Kräfte der Autobahnmeisterei: Der Verkehr läuft, auch wenn er langsam läuft. „Am besten fährt man zurzeit gar nicht. Zuhause bleiben ist angesagt“, so Kost. Denn es sei aktuell sehr herausfordernd, das Streusalz direkt auf die Straße zu bringen. „Wenn das Salz in den Schnee einsickert, dann wirkt es nicht so gut und es könnte auch glatt werden“, schildert er die Herausforderung. Ziel sei es also, den Schnee möglichst von der Straße zu entfernen und erst dann das Salzgemisch auf die Straße zu bringen. „Das funktioniert vor allem, wenn viel Verkehr ist. Jetzt aber gibt es wenig Verkehr“, berichtet er. Und folglich seien bei derlei starkem Schneefall die Straßen schnell wieder weiß.

Fahrer können auf der Strecke Fahrzeuge neu beladen

Die Fahrer müssen während ihrer Schicht im Übrigen kaum zurück zur Autobahnmeisterei, die sie vollgetankt und mit vollen Salzgemisch-Tanks verlassen. „Wir haben zwei Stationen an den Autobahnen, wo die Fahrer zwischenladen können. Sie kommen also nur für den Fahrerwechsel her“, berichtet Kost. Damit wird Zeit gespart und der Einsatz wird effektiver. Am Sonntagmorgen waren im Übrigen alle Leute da, die bei der Autobahnmeisterei ihren Dienst versehen – aus dem Münsterland, Hamm und dem Kreis Unna. Auch wenn die Anfahrt schwierig war. Kost: „Wir haben keine Ausfälle. Alle sind rechtzeitig von zuhause gestartet!“

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt