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1100 Kinder pflanzen 2200 Bäumchen am Waldpädagogischen Zentrum

Einpflanzaktion

Vor 21 Jahren pflanzten zum ersten Mal Erstklässler kleine Bäume in die Beete am Waldpädagogischen Zentrum. Vom 30. April bis zum 10. Mai sind sie jetzt wieder eifrig im Einsatz.

Kirchhellen

, 08.05.2019 / Lesedauer: 3 min
1100 Kinder pflanzen 2200 Bäumchen am Waldpädagogischen Zentrum

Die Kinder pflanzen die Bäumchen in Pflanztöpfe ein und bedeckten sie mit Erde. © Jennifer Uhlenbruch

Laute „Uffs“ und erleichterte „Puhs“ waren am Dienstagmorgen immer wieder aus dem Garten des Waldpädagogischen Zentrums (WPZ) zu hören. „Die sind ganz schön schwer“, rief Marlena, sichtlich froh, ihren Topf voller Erde und einem kleinen Bäumchen an die ehrenamtlichen Helfer weitergeben zu können. Diese pflanzten die kleinen Eichen in Beete, und die Erstklässler durften sie mit zwei großen Gießkannen abwechselnd wässern. „Jetzt können sie groß werden“, freuten sich die Kinder.

1100 Kinder pflanzen 2200 Bäumchen am Waldpädagogischen Zentrum

Die ehrenamtlichen Helfer nahmen den Kindern die Pötte mit den Bäumchen ab. © Jennifer Uhlenbruch

Und dabei können die 1100 kleinen Mädchen und Jungen aus rund 50 Klassen von 25 Grund- und Förderschulen in den nächsten Jahren teilhaben. Denn auf die traditionelle Einpflanzungsaktion am WPZ folgen jährliche Besuche bei ihren 2200 Bäumchen und im vierten Schuljahr die große Auspflanzungsaktion am Kletterpoth.

1100 Kinder pflanzen 2200 Bäumchen am Waldpädagogischen Zentrum

Die Bäume wurden von den Kindern gewässert. © Jennifer Uhlenbruch

Seit 21 Jahren organisieren die Ehrenamtlichen Ein- und Auspflanzungsaktionen jedes Jahr aufs Neue. Von Anfang an mit dabei ist Erich Schüttauf. „Es ist ganz wichtig, dass die Kinder an die Natur herangeführt werden und sie fähig werden, die Natur zu erleben. Das ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe“, findet der Chef-Organisator, der nun aus Altersgründen in die zweite Reihe zurücktritt.

Den Staffelstab weitergereicht

Der 82-Jährige reicht den Staffelstab weiter an Horst Brosa, der aber selbst ebenfalls schon 15 Jahre „Probezeit“ bei den Pflanzaktionen hinter sich hat. Und weiß, wie viel Arbeit hinter der Organisation steckt. Die richtigen Bäume müssen zusammen mit Förster Markus Herber ausgewählt werden, die Vorbereitung der Beete muss organisiert, die Lehrer, Betreuer und Busse koordiniert werden. Dennoch findet auch er, dass die Aktion jede Arbeit wert ist. „Wir bringen den Kindern die Natur nahe. Manche waren ja noch nie im Wald.“

1100 Kinder pflanzen 2200 Bäumchen am Waldpädagogischen Zentrum

Die Kinder schleppten ihre Bäumchen zum Beet. © Jennifer Uhlenbruch

Auch Hubert Kaiser, Ministerialdirigent beim NRW-Umweltministerium, betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der Aktion des Kreisverbandes Bottrop der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. „Das ist ein außerordentliches Projekt im Land NRW.“ Einmalig stattfindende Projekte besuche er häufiger, aber dass eine Idee in solcher Konsequenz so lange verfolgt werde, sei einmalig.

Er verwies auf den Bericht zur Artenvielfalt, der am 6. Mai erschien und erklärt, dass eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind. „Da ist es wichtig, jetzt nicht in Pessimismus zu verfallen, sondern zu überlegen: Was kann dagegen getan werden?“ Das Projekt am WPZ sei wichtig, weil es die Kinder sind, die die natürlichen Lebensräume der Arten über Jahre und Jahrzehnte bestimmen.

Und dabei hoffentlich so viel Spaß haben, wie bei ihrem Einsatz am WPZ. „In der Erde zu wühlen“, hat Defne Spaß gemacht, die wie jedes andere Kind zwei kleine Bäumchen in die Pflanztöpfchen setzte und diese mit Erde bedeckte. „Die Stängel in den Topf zu machen“, hat auch Eleyna begeistert. „Alles macht Spaß“, fasste Jana für die Freundinnen zusammen.

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