177 Blutspenden - Kirchhellen gewinnt Marathon

Blutspende

Kirchhellen hat sich beim Blutspendemarathon am Freitag gegen Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen durchgesetzt. Von den 177 Spendern kamen 31 zum ersten Mal.

Kirchhellen

, 04.08.2019, 12:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
177 Blutspenden - Kirchhellen gewinnt Marathon

Sandra Burer war schon zum 37. Mal bei der Blutspende. © Julia Stefan

Top, die Wette gilt! Das Deutsche Rote Kreuz und Radio Emscher Lippe (REL) organisierten am Freitagnachmittag (2. August) einen Blutspendenmarathon mit vier Blutspendeterminen in Bottrop, Kirchhellen, Gelsenkirchen und Gladbeck. Die REL-Reporter und –Moderatoren wetteten im Vorfeld, an diesem Tag mehr als 500 Blutspender zu finden – und verloren.

Für manche mag es ein Horrorszenario sein: Mit einem unangenehmen Pieksen dringt die Nadel in die Haut ein, um eine Ader zu treffen. Bis zu zehn Minuten kann man schließlich dabei zusehen, wie das eigene Blut in einen Beutel läuft. Was empfindet man eigentlich dabei? Angst? Respekt? Die Kirchhellenerin Sandra Burer war jedenfalls ganz entspannt.

„Mir geht es gut“, sagte sie locker, „und ich bin mit mir sehr zufrieden.“ Es war das 37. Mal, dass sie Blut spendete. Ein Schlüsselerlebnis oder eine emotionale Hintergrundgeschichte gab es für sie dabei nicht. „Man kann ohne Kosten oder viel Aufwand Menschenleben retten. Außerdem besteht immer die Möglichkeit, irgendwann selbst betroffenen zu sein.“

Darauf wollten auch die Veranstalter aufmerksam machen. Nicht mit einer emotionalen Rede, nicht mit einem dramatischen Fallbeispiel, sondern mit einer Wette. „Wenn wir es nicht schaffen, am 2. August mindestens 500 Blutspender zu finden, werden wir bei einem der nächsten Blutspendetermine beim Imbiss aushelfen“, lautete die Wette.

Marathon fand in Kirchhellen zum vierten Mal statt

Dabei standen auch die Orte, an denen die Blutspendetermine stattfanden, im Konkurrenzkampf: Der Ort mit den meisten Blutspendern sollte mit einem Pokal belohnt werden. In Kirchhellen fand der Blutspendemarathon schon zum vierten Mal statt.

Beatrix Keizers, Vorstandsvorsitzende des Kirchhellener DRK, leitete die vergangenen Aktionen, am Freitag war ihre damalige Stellvertreterin Nathalie Steinzen dafür verantwortlich.

177 Blutspenden - Kirchhellen gewinnt Marathon

DRK Kirchhellen-Vorstandsvorsitzende Beatrix Keizers (l.), Brauhaus-Geschäftsführer Perica Prgomet (M.) und Organisatorin Nathalie Steinzen (r.) vom DRK freuten sich über die vielen Blutspender. © Julia Stefan

„Jeder gesunder Blutspender kann helfen!“, sagte Beatrix Keizers. Neben ernst zu nehmenden Krankheiten wie HIV sind damit schon Blutspender, die erkältet sind oder Magen-Darm-Probleme haben, ausgeschlossen.

Um persönliche Schäden zu vermeiden, soll jeder vor der Spende einen Fragebogen ausfüllen. Dabei wird auch darauf geachtet, dass der Spender mindestens 18 Jahre alt ist und nicht unter 50 Kilogramm wiegt. Danach geht ein Arzt diesen Fragebogen durch und misst den Blutdruck, die Temperatur wie auch die Eisenwerte des Spenders.

Ausruhen und dann viel trinken

Erst dann können die 500 Milliliter Blut gezapft werden. Mit einem Pflaster oder Verband an der Punktionsstelle sollen sich die Patienten schließlich zehn Minuten im Ruhebereich ausruhen und können anschließend im Gastronomiebereich kostenlos essen und trinken.

„Das, was wirklich wichtig ist, ist genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen“, erklärte Keizers. Deshalb gab es am Freitag auch hauptsächlich Suppe – entweder mit Fleisch oder vegan. Dazu bekam jeder Spender ein Wanderbuch geschenkt.

Brauhaus am Ring stellte drei Räume zur Verfügung

Um dies überhaupt zu ermöglichen, stellte das Brauhaus am Ring drei Räume für die Aktion zur Verfügung. Wirtschaftlich ist das ein Verlust für den Geschäftsführer Perica Prgmoet, den er allerdings gerne in Kauf nimmt: „Es geht nicht immer nur darum, ein Profitgeschäft zu machen. Manchmal muss man für einen guten Zweck kleine Opfer bringen.“ Leider wurden nicht genügend solcher kleiner Opfer gemacht , um die Wette der Veranstalter zu gewinnen. So gingen insgesamt nur 456 Spenden ein.

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Eine gute Nachricht gab es jedoch für Kirchhellen: Sie konnten mit 177 die meisten Spender auftreiben - 31 davon waren sogar Erstspender. Gladbeck konnte 154 Spender begrüßen, während Bottrop nur 76 und Gelsenkirchen 72 Spender hatte. Beatrix Keizer freut sich über diesen Triumph. Wo die REL-Reporter und Moderatoren beim nächsten Blutspendetermin aushelfen, wird per Losverfahren entschieden.

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