Anwohner: Wiesengrund wird zur Rennstrecke

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Die Anwohner der Straße „Wiesengrund“ klagen über Raserei auf der verkehrsberuhigten Straße und fordern Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler auf, endlich zu handeln.

Grafenwald

, 27.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anwohner der Straße „Wiesengrund“ in Grafenwald schlagen Alarm: Sie klagen über Auto- und Mopedfahrer, die mit deutlich über 40 Stundenkilometern durch den verkehrsberuhigten Bereich preschen. Familien würden ihre Kinder nicht mehr auf der Straße spielen lassen, die Bitte an Raser, doch vom Gas zu gehen, stieße häufig nicht nur auf Unverständnis, sondern sogar auf Aggressivität. Durch die Teilsperrung der Schneiderstraße habe sich die Situation zudem noch einmal verschärft. „In den verkehrsintensiven Zeiten wird der Wiesengrund zu einer Rennstrecke“, schreiben die Anwohner in einem aktuellen Brief an Oberbürgermeister Bernd Tischler.

Die Problematik ist schon seit vielen Jahren bekannt und wurde bereits vor mehr als zehn Jahren von den Anwohnern kritisch bei der Stadtverwaltung angemerkt. 2007 wurden nach Angaben der Anwohner kleine Schilder mit der Aufschrift „Schrittfahren“ aufgestellt, Info-Flyer zum „verkehrsberuhigten Bereich“ verteilt und für wenige Tage eine elektrische Anzeigetafel mit Geschwindigkeitsanzeige aufgestellt. „Die Tafel war am falschen Ort aufgestellt und funktionierte nicht richtig“, halten die Anwohner dazu fest.

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Sie fordern, dass auf Höhe der Häuser 38/41 zwei Anzeigetafeln mit Smileys und Geschwindigkeitsangabe angebracht werden und insbesondere in den Hauptverkehrszeiten häufiger Geschwindigkeitsmessungen stattfinden.

Das Straßenverkehrsamt bestätigt in einem Schreiben das subjektive Empfinden der Anwohner bezüglich der zu hohen Geschwindigkeit. Die Straße „Wiesengrund“ bilde mit den Straßen Birkenweg und Glaserhüttenheide einen zusammenhängenden verkehrsberuhigten Bereich. Geschwindigkeitsüberprüfungen seien in der Vergangenheit unregelmäßig durchgeführt und ebenso sei die Verkehrsdichte überprüft worden.

Insgesamt nur wenig Verkehr

Dabei habe man festgestellt, dass „dort tatsächlich ein hohes Geschwindigkeitsniveau der durchfahrenden Autos, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden vorherrscht.“ Tatsache sei jedoch auch, dass auf der Straße insgesamt nur wenige Autos unterwegs seien. Bei den „Rasern“ handele es sich zum größten Teil um Ortsansässige und teilweise sogar um Anwohner.

Trotzdem sei in diesem Jahr die Anschaffung und feste Installation eines Geschwindigkeitsdisplays geplant. Kostenfaktor: rund 4000 Euro. Darüber muss die Bezirksvertretung Kirchhellen in ihrer nächsten Sitzung entscheiden.

  • In einem verkehrsberuhigten Bereich muss Schritttempo gefahren werden, Fußgänger dürfen weder gefährdet noch behindert werden, Kinderspiele sind überall erlaubt und außerhalb der gekennzeichneten Flächen darf nicht geparkt werden.
  • Das monatliche Auswerten der Displays wird durch Personal des
    Straßenverkehrsamtes erledigt.
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