Coronavirus: Auf dem Golfplatz Schwarze Heide fliegt kein Ball mehr

hzGolfclub Schwarze Heide

Seit dem 18. März ist der Golfplatz Schwarze Heide geschlossen. Für eine Berufsgruppe ist das besonders hart.

von Ralf Weihrauch

Kirchhellen

, 28.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Golfplatz ist ein Stück reinster Natur. Über 60 Hektar Wiesen, Büsche und Teiche wären perfekt für jeden Spaziergang. An Golfen ist aber derzeit nicht zu denken - auch beim GC Schwarze Heide fliegt seit dem 18. März kein einziger Ball mehr.

Hartwig Keidel tut das in der Seele weh. Der Vorsitzende des Kirchhellener Golf-Clubs muss erleben, wie Fairways und Grüns bei schönstem Golf-Wetter brach liegen: „Der Erlass der Bundesregierung war aber eindeutig. Auch das Golfen ist derzeit verboten.“ Bis zum 17. März hatten die Clubs noch versucht, Schlupflöcher im Erlass des Landes zu finden. Schließlich besteht keine Ansteckungsgefahr, wenn nur eine Person mit großem Abstand durch die Natur spaziert und einen Ball schlägt, doch der Bundeserlass erlaubt keine Ausnahmen.

Für Golflehrer Frank Jansen ist das aber verständlich: „Golfer werden ohnehin oft misstrauisch beäugt. Da wäre eine Sonderrolle eher schädlich für das Ansehen.“ Für Frank Jansen und Marcel Kunefke, die Golf-Pros auf der Schwarzen Heide, ist die Platzsperre bitter. Für beide gilt seit dem 18. März ein Berufsverbot, ausgerechnet in der Zeit, in der die Golflehrer sonst Hochkonjunktur haben, sagt Jansen: „Die Golfer kommen aus der Winterpause und wollen sich auf die neue Saison vorbereiten. Das fällt nun alles weg. Wir Golflehrer verdienen im Winter ohnehin kaum Geld, und nun bricht alles weg.“

Geld reicht für etwas mehr als die Krankenkassenbeiträge

Marcel Kunefke befindet sich in der gleichen Situation: „Ich habe bei einigen Pro-Am Turnieren in Portugal im Winter zwar ein paar Hundert Euro verdient, doch das reicht für etwas mehr als meine Krankenkassenbeiträge.“ Dieses Schicksal teilen die beiden mit den Golflehrern auf der ganzen Welt, denn rund um den Globus sind die Anlagen seit der Corona-Krise gesperrt.

Auch nach einer Wiedereröffnung wird noch nicht eitel Sonnenschein herrschen. Eventuell wird die Mannschaftssaison abgesagt, und damit fielen auch weitere Einnahmen der Trainer aus, die die diversen Ligen-Teams coachen. Kunefke fügt hinzu: „Viele unserer Kunden sind Selbständige, deren Einnahmen ebenfalls wegbrechen. Da gehört eine Golfstunde zum Luxus, auf den man verzichten muss.“

Greenkeeper sind noch fleißig

Die einzigen die noch auf den 18 Bahnen arbeiten, sind die Greenkeeper. Über ein halbes Dutzend Mitarbeiter kümmern sich weiter um die Pflege des großen Geländes. Der Vorsitzende Hartwig Keidel sagt: „Die Greenkeeper haben immer Arbeit. Zudem arbeiten wir gerade an der Erneuerung eines Teiches, der Kurzlochplatz wird neu gestaltet und auch die Driving-Range bekommt ein neues Gesicht. Wenn unsere Mitglieder wieder auf den Platz dürfen, wird alles top-gepflegt sein.“

Diese Kosten laufen weiter, und daher kann der Vorsitzende nicht verstehen, dass es tatsächlich Mitglieder gibt, die nach einer Beitragserstattung fragen: „Es waren glücklicherweise nicht viele. Ich erwarte in solchen harten Zeiten auch Solidarität von unseren Mitgliedern.“

Kleine Lehr-Videos auf der Homepage

Die beiden Golf-Pros helfen den Club-Mitgliedern mit praktischen Tipps. Frank Jansen stellt beispielsweise kleine Lehr-Videos zum Thema Putten und Chippen auf www.gc-schwarze-heide.de. Das ist allerdings mehr oder weniger Zeitvertrieb mangels Alternativen.

Es besteht aber Hoffnung, dass sich der Zustand bald ändert. Keidel weiß, dass sich der Deutsche Golf-Verband recht bald mit einigen Politikern zusammensetzen will: „Unter strengen Auflagen kann durchaus Golf gespielt werden, und das ist auch gut für die Gesundheit. Wir haben zu Jahresbeginn unseren Turnierkalender geplant, sobald wir wieder auf den Platz dürfen, können auch die regulären Veranstaltungen stattfinden.“

Lesen Sie jetzt