Benzingespräche am Brauhaus

Motorrad-Veteranen-Rallye

"Wenn man das Erste hat, will man auch das Zweite haben.“ So beschreibt Josef Heisterkamp aus Kirchhellen, wie er zur Sammelleidenschaft für alte Motorräder kam. Am Samstag trafen er und rund 50 Oldtimer-Fans sich mit ihren Motorrädern zur 28. Motorrad-Veteranen-Rallye-Kirchhellen am Brauhaus.

Kirchhellen

, 11.09.2016, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Es ist Glückssache, so eine Maschine zu finden", sagt Josef Heisterkamp.

"Es ist Glückssache, so eine Maschine zu finden", sagt Josef Heisterkamp.

Josef Heisterkamp steht mit seiner Leidenschaft für nostalgische Motorräder nicht allein da: Niemand der befragten Teilnehmer hat nur ein historisches Gefährt in der Garage. Wilhelm Romswinkel aus Dorsten: „Ich habe rund 20 Motorräder zu Hause: BMW, NSU, Triumph.“

Wanderer, DKW, Hercules und Puch

Mit einem gemütlichen Kaffeetrinken beginnt der Tag am Brauhaus. Die Motorrad-Sammler präsentieren vor dem Start ihre Gefährte. Darunter Namen, die heute von den Straßen so gut wie verschwunden sind: Wanderer, DKW, Hercules, Puch. Auch Exoten, wie ein russisches Armeemotorrad aus dem Zweiten Weltkrieg, gehen an den Start. Groß ist der Anteil an Motorräder mit Beiwagen, hier dominiert die Marke BMW. Die BMW R12 wurde 1935 vorgestellt und gilt als das meistgebaute Vorkriegsmotorrad von BMW. Mit Seitenwagen war die R12 das Standardgespann der Wehrmacht. So sind auch in Kirchhellen viele dieser Gespanne in Wehrmachts-Ausstattung zu sehen.

Das große Knattern

Pünktlich um 10 Uhr startet das große Knattern. Denn die ersten Maschinen, die sich auf den Weg machen, sind Zweitakter mit ihrem unverkennbaren Klang, der mit Benzingeruch vermischt umso intensiver in die Ohren kriecht, je älter das Motorrad ist. Bei der Veteranen-Rallye geht es nicht um Pferdestärken oder Höchstgeschwindigkeit – hier treten Motorräder gegen Motorroller und Mopeds an. Geschicklichkeitsprüfungen sind an jedem Kontrollpunkt zu lösen. Die Strecke durchs Münsterland ist durch Schilder ausgewiesen.

Für die meisten Teilnehmer ist der Grund für die Teilnahme klar – die „Benzingespräche“. „Es geht um das gemeinsame Fahren mit Gleichgesinnten“, sagt Sabine Kallabis. „Man bekommt hier viele hilfreiche Tipps in Sachen Reparatur und Wartung“, fügt ihr Mann Sascha hinzu. Wilhelm Romswinkel, der schon seit Beginn der Veranstaltung mitfährt, lobt: „Es sind jedes Jahr wunderschöne Strecken, die die Organisatoren aussuchen.“ 90 Kilometer geht es am Samstag durchs Münsterland und die Benzingespräche können am Abend bei einer Party im Bläsertreff fortgesetzt werden. 

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