283 Gesundheitsämter, das meldete die Sormas-Homepage am 3. März, nutzen die Software schon. © Petra Berkenbusch
Neue Software

Bottroper Gesundheitsamt verfolgt Corona-Kontakte bald mit „Sormas“

Im Bottroper Gesundheitsamt soll demnächst auch die „Sormas“-Software für die Corona-Kontaktverfolgung eingesetzt werden. Die Umstellung ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

Als die Corona-Pandemie begann und Gesundheitsämter sich plötzlich vor ganz neue und ungewohnte Aufgaben gestellt sahen, liefen vielerorts die Fax-Geräte heiß. Labore schickten Testergebnisse per Fax zu Ämtern, von Hand mussten die Daten dann für jeden positiv Getesteten übertragen werden. Ämter tauschten sich per Fax aus. Ein System, das dem exponentiellen Wachstum des Virus nicht gewachsen war.

Das Helmholtz-Zentrum und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung entwickelten eine E-Health-Software, mit dem Gesundheitsämter die Maßnahmen zur Epidemiebekämpfung besser managen können und Labore Daten von Infizierten direkt ins System stellen können. „Sormas“ (Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System) soll bald auch dem Bottroper Gesundheitsamt die Arbeit erleichtern.

Umstellung auf die neue Software hat begonnen

„Die Software ist bereits beschafft. Wir sind derzeit in der Umstellung des Systems“, teilte die Pressestelle der Stadt jetzt auf Anfrage mit. Man könne allerdings noch nicht genau sagen, wann die Umstellung abgeschlossen sein wird. Es hänge eine Menge Arbeit daran, wie Installationen und Schulungen der Mitarbeiter. Arbeit, für die mitten in einer Pandemie eigentlich gar keine Zeit übrig ist.

Mit der Aktivierung von Sormas ist das Bottroper Amt in guter Gesellschaft: 43 der 53 Gesundheitsämter in NRW sind nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums bereits „sormasfähig“, sieben wollen die Software zur Kontaktverfolgung in Kürze installieren, und lediglich drei seien im Land noch nicht im Boot. Bund und Länder hatten die deutschlandweite Einführung der neuen Software in allen Gesundheitsämtern bis Ende Februar beschlossen.

NRW-Gesundheitsämter über dem Bundes-Durchschnitt

Obwohl sich gerade die Kontaktverfolgung während der Pandemie als riesiges Problem erwies, kam die Installation der Software zunächst nur schleppend in Gang. Vor allem Gesundheitsämter, die selbst für Software-Lösungen gesorgt hatten, befürchteten Nachteile oder gar einen Rückschritt. Der Kreis Recklinghausen setzt zum Beispiel nach wie vor auf sein eigenes Programm, das nach seinen Angaben hervorragend funktioniert. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hat aber klargestellt, dass sich das Land vorbehalte, die „Sormas“-Nutzung notfalls per Erlass anzuordnen.

Während die Quote der Sormas-Nutzer in NRW relativ hoch ist, hinkt deutschlandweit noch ein Drittel der Gesundheitsämter hinterher. In Sachsen ist Sormas sogar erst bei zwei von 13 Gesundheitsämtern installiert.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt