Schulen in Bottrop sollen mit kostenlosen Menstruationsartikeln ausgestattet werden. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-tmn
Schulen

Bottroper Schulen sollen Spender für Binden und Tampons bekommen

Die Verwaltung der Stadt Bottrop plant, alle weiterführenden Schulen mit kostenlosen Binden- und Tamponspendern auszustatten. Diese sollen jedoch nicht in den Toilettenräumen hängen.

Bald sollen alle Bottroper Schülerinnen auf kostenlose Tampons und Binden an ihren Schulen zurückgreifen können. Das plant zumindest die Verwaltung. Den Vorschlag, auch öffentliche Toiletten, Hallenbäder und Sporthallen damit auszustatten, sieht sie jedoch kritisch.

Angeregt wurde das Projekt vom Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Familie. Dieser hatte die Verwaltung in seiner letzten Sitzung beauftragt, die Ausstattung von weiterführenden Schulen, Bädern und Sportstätten mit Menstruationsartikeln zu prüfen.

Daraufhin hat die Stadt ein Angebot einer Reinigungstechnik-Firma eingeholt. Diese berechnet für die Erstausstattung der genannten Einrichtungen rund 45.000 Euro. Die Stadt verweist dabei darauf, dass bei der Wahl der Hygieneartikel auf die von der Firma angebotenen zurückgegriffen werden müsste, da nur diese in die Spender passen würden.

Die Lieferzeit von Spendern und Artikeln wird mindestens sechs Wochen betragen. Haushaltsmittel stehen aktuell dafür nicht zur Verfügung und auch die Folgekosten können laut zuständigem Fachbereich Immobilienwirtschaft schwer geschätzt werden, da sie vom Verbrauch abhängen.

Angst vor verstopften Toiletten und kaputten Spendern

Der Fachbereich blickt jedoch skeptisch auf die Ausstattung der Toiletten mit Tampons und Binden. Es sei zu erwarten, dass die Toiletten dann noch häufiger als es eh schon der Fall sei verstopft wären. Außerdem habe man Angst vor Vandalismus. „Es ist zu befürchten, dass die für Hygieneartikel zu beschaffende Ausstattung (Spender) ständig erneuert werden muss und dadurch nicht unerhebliche Kosten verursacht“, heißt es in einer Erklärung.

Eine Umfrage an den weiterführenden Schulen im Stadtgebiet habe zudem ergeben, dass etwa die Hälfte bereits Hygieneartikel für den Notfall in den jeweiligen Sekretariaten bereit halte. Diese würden auch von den Schülerinnen bei Bedarf genutzt. Bestellt würden sie sowie Anschauungsmaterial für den Biologie-Unterricht über die Plattform „lehrer-online“.

Der Fachbereich Immobilienwirtschaft schlägt vor, zwar alle Schulsekretariate mit Tampon- und Bindenspendern auszustatten, öffentliche sowie Toiletten in Schwimmbädern und Sporthallen jedoch außen vor zu lassen. Nach einem Jahr soll die Wirksamkeit der Aktion sowie die Akzeptanz unter den Bottroper Schülerinnen überprüft werden.

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Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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