Bürgerinitiative Grafenwald sammelt 500 Unterschriften

hzWohnbebauung

Die Bürgerinitiative „Natürlich Grafenwald“ hat mit ihrer Online-Petition bereits 500 Unterschriften gesammelt. Auch Entscheidungen der Politiker weisen in eine ähnliche Richtung.

Grafenwald

, 03.10.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grafenwald soll nicht zubetoniert werden“ - das hat sich die Bürgerinitiative Grafenwald auf die Fahnen geschrieben. Knapp vier Wochen ist es her, dass Jürgen Becker, Dorothee Storm, Lisa Paul und Wolfgang Klinger ihren Protest öffentlich gemacht haben. Jetzt können sie erste Erfolge vermelden.

Gegründet hatten die vier Wöller die Initiative, weil sie fürchten, dass hinter ihren Häusern am Wiesengrund sowie in Richtung Grafenmühle 200 bis 300 Wohnungen gebaut werden sollen. Solche Pläne waren publik geworden, nachdem eine Bebauung am Vossundern gescheitert war. Daraufhin hatte die Stadt unter anderem die genannten Flächen als gut für eine mögliche Wohnbebauung bewertet.

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Die Gründer von „Natürlich Grafenwald“ wollen das jedoch nicht hinnehmen und starteten eine Online-Petition. Diese ist zu finden unter https://www.openpetition.de/petition/online/grafenwald-wird-zubetoniert-stoppt-das-kommende-verkehrschaos#petition-main .

„Wir haben seitdem viel Unterstützung von Bürgern bekommen, die auch finden, dass es der falsche Weg wäre, dort zu bauen, und auch möchten, dass die Flächen dort frei bleiben“, erzählt Jürgen Becker. Knapp 500 Unterschriften habe man inzwischen gesammelt. Anfang November sollen sie Oberbürgermeister Bernd Tischler medienwirksam übergeben werden. „Es geht ja wirklich um eine kleine Fläche in einem kleinen Ort - dafür finde ich 500 Unterschriften schon ne ganz schöne Nummer“, freut sich Becker.

Baulücken sollen erst geschlossen werden

Er und die anderen drei Gründer der Bürgerinitiative machen sich vor allem dafür stark, statt einer Bebauung hinter ihrer Haustür erst einmal Baulücken zu schließen sowie die frei werdende Fläche rund um Schacht 9 in Grafenwald für eine mögliche Mischbebauung zu nutzen. „Wir sind nicht komplett gegen eine Bebauung bei uns, aber man sollte doch erst einmal nach Alternativen gucken“, so Becker.

Er freut sich, dass auch die Kirchhellener Politiker anscheinend in diese Richtung denken. Zumindest haben sie sich in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung dafür ausgesprochen, eine mögliche Wohnbebauung am Schacht 9 anstelle des ursprünglich geplanten Gewerbegebiets von der Verwaltung prüfen zu lassen. Den oftmals angesprochenen Wohnungsdruck in Grafenwald sieht Becker indes nicht. „Woher kommt die Annahme, dass so viele in einen Ort ziehen wollen, in dem die Grundstücke teuer und vom Bergbau belastet sind?“, fragt er.

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