In Kirchhellen fehlen Kita-Plätze - das kritisiert die Bürgerinitiative Feldhausen und hat eine Online-Petition gefordert. Als Beispiel führen sie die Kita Feldhausen an. © privat
Kinderbetreuung

Bürgerinitiative möchte Kita-Notstand in Kirchhellen ausrufen

Die Bürgerinitiative Feldhausen hat eine Online-Petition gestartet. Sie prangert den Mangel an Kita-Plätzen in Kirchhellen an und fordert die Stadt zum Handeln auf.

Der Feldhausener Bernd Maaßen ist dreifacher Familienvater. Für seine Zwillinge einen Betreuungsplatz zu bekommen, war nicht einfach. Auch Georg Hönes Enkelkinder haben bislang gar keine Betreuungsmöglichkeit gefunden – daher springt er als Großvater öfter ein und das, obwohl er noch berufstätig ist.

Maaßen und Hönes sind Mitbegründer der Bürgerinitiative Feldhausen und sagen, dass es so wie ihnen vielen Familien im Ort ergeht. „Fast jede junge Familie kennt das Problem, hier einen Betreuungsplatz zu bekommen“, so Maaßen. Daher hat die Initiative, die ursprünglich gegründet wurde, um gegen ein geplantes Neubaugebiet im Bereich Hohes Feld/Am Kuhberg vorzugehen, jetzt eine Online-Petition gestartet: https://www.openpetition.de/petition/online/kita-notstand-in-kirchhellen .

Acht Anmeldungen in Kirchhellen ohne Erfolg

Die Initiative fordert den Stadtrat dazu auf, den „Kita-Notstand“ auszurufen. „Mittlerweile sind unsere drei Kinder alle im Kindergarten Feldhausen untergekommen. Bis dahin war es ein beschwerlicher Weg“, sagt Bernd Maaßen. In allen acht Kitas Kirchhellens habe er damals seine Kinder angemeldet, jedoch nirgendwo einen Platz bekommen. Eine Tagesmutter betreute die Kinder schließlich, bis die Kinder später einen Platz in der Feldhausener Einrichtung bekommen konnten.

„Es ist ja auch so, dass durch Neubaugebiete immer mehr Familien nach Feldhausen kommen – die Situation wird also nicht besser“, so Maaßen. Er und seine Mitstreiter kritisieren, dass die Stadt Bottrop ihrer Pflicht, Kita-Plätze bereitzustellen, nicht nachkomme. „Die Stadt scheint diesen Mangel einfach zu ignorieren“, so Georg Hönes.

Die hoffentlich bald fertiggestellte Kita an der Horsthofstraße in Kirchhellen sowie die dort eingerichteten Notgruppen könnten den Mangel mittelfristig nicht beseitigen. In den acht Kirchhellener Kindertagesstätten gebe es insgesamt 514 Kindergartenplätze. Dem gegenüber hätten im Jahr 2019 1.079 Kinder zwischen 0 und 6 Jahren gestanden, die in Kirchhellen lebten.

In Feldhausen müssen viele Anmeldungen abgewiesen werden

Seit 2013 hätten Familien einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, auch für Kinder unter drei Jahren. Die Kommune sei also per Gesetz verpflichtet, Kindern Platz zur Verfügung zu stellen. „Leider klagen die wenigsten Eltern ihr Recht ein“, sagt Maaßen. Um die Situation zu verdeutlichen, verweist er auf den Feldhausener Kindergarten. Dort seien für das kommende Kindergartenjahr 30 Prozent der Anmeldungen abgewiesen worden. Im aktuellen Kindergartenjahr seien es sogar über 50 Prozent gewesen.

„Hinter diesen Zahlen stehen Schicksale von jungen Familien, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder betreuen lassen sollen, Familien deren wirtschaftliche Existenz bedroht ist, wenn nicht beide Elternteile arbeiten gehen können (…)“, schreibt Maaßen in einer Erklärung. Mehr Informationen zur Initiative gibt es unter www.initiative-feldhausen.de .

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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