Coronavirus: Kritik an Besuchermassen am Heidesee in Kirchhellen

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Das schöne Wetter und die geschlossenen Freizeiteinrichtungen sorgen aktuell für einen überlaufenen Heidesee. Daran gab es jetzt Kritik von Kirchhellenern.

Kirchhellen

, 04.04.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwimmbäder, Spiel- und Sportplätze und viele weitere Einrichtungen sind aktuell geschlossen. Wer frei hat und sich bewegen möchte, muss sich daher etwas einfallen lassen. In Kirchhellen zieht es daher bei gutem Wetter offenbar viele an den Heidesee. Das zumindest kritisierten Bürger in den vergangenen Tagen bei Facebook.

Von Massen an Spaziergängern, die sich teilweise nicht an die Abstandsregeln hielten und dicht an dicht auf den Bänken ausruhten, war da die Rede. Schnell wurde in der Diskussion über diese Zustände der Ruf nach dem Ordnungsamt laut.

Ordnungsdienst kontrolliert Freizeitmagnete wie den Heidesee

Stadtsprecher Andreas Pläsken sagt dazu auf Anfrage der Redaktion: „Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) und in Amtshilfe die Polizei sind an vielen Orten in der Stadt unterwegs, von denen wir wissen, dass sich dort viele Menschen aufhalten oder die uns gemeldet werden.“ Dazu würden natürlich auch besondere „Freizeitmagnete“ wie der Heidesee zählen.

So hatte der RVR beispielsweise auf Bitten der Stadt am Wochenanfang das Tetraeder geschlossen. Grund dafür sei gewesen, dass sich die Besucher nicht an die Abstandsvorgaben gehalten hätten, diese aber auch aufgrund der baulichen Situation nicht einzuhalten gewesen seien.

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Der KOD habe, so Pläsken, am Mittwoch im Krisenstab für Dienstag fünf Anzeigen für das gesamte Stadtgebiet gemeldet, die Polizei 20. Der Bußgeldkatalog beginne nach Landesweisung bei 200 Euro für leichte Fälle. „Wir halten derzeit aber nicht nach, in welcher Höhe die Anzeigen sind. Neben den Bußgeld-Anzeigen haben wir städtischerseits allerdings auch schon mindestens eine Strafanzeige gestellt“, so Andreas Pläsken.

Corona sorgt für mehr Spaziergänger in den RVR-Wäldern

„Es stimmt, es sind derzeit mehr Menschen in den RVR-Wäldern unterwegs als sonst üblich zu dieser Jahreszeit“, bestätigt RVR-Sprecher Jens Hapke auf Anfrage. Die allermeisten würden sich jedoch an die Regeln der Kontaktsperre halten, hielten Abstand und gingen sich aus dem Weg. „Größere Gruppen sind die Ausnahme, melden unsere Förster und Ranger“, so Hapke. Er hofft, dass das auch in den nächsten Wochen und über Ostern so bleibt, denn prinzipiell sei ein Waldspaziergang gerade in der aktuellen Situation wichtig und fördere die Gesundheit.

Bereits Mitte März hatte der Regionalverband alle RVR-Besucherzentren geschlossen. Davon betroffen ist unter anderem auch der Heidhof in Kirchhellen. Ebenso sind sämtliche Exkursionen und Veranstaltungen von RVR und RVR Ruhr Grün bis Ende April abgesagt.

  • Der RVR mahnt alle Bürger ausdrücklich, sich an die Vorgaben der Kontaktsperre zu halten.
  • Kontaktsperre bedeutet für den Spaziergang: Der Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter ist einzuhalten. Spazierengehen oder Radfahren ist nur in Gruppen von zwei Personen oder in der Familie bzw. Menschen mit gemeinsamem Haushalt erlaubt.
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