Die Natur macht den Geschmack

KIRCHHELLEN In Zeiten von Gammelfleisch, Schweinepest, Vogelgrippe und Rinderwahn sind viele Menschen verunsichert. Da ist es nicht verwunderlich, dass Bio-Produkte im Trend liegen. Umso erstaunlicher ist es, dass es im Ruhrgebiet nur wenige Biometzgereien gibt.

von Von Yvonne Dziabel

, 03.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Natur macht den Geschmack

Ulrich Scharun mag nur Bio-Fleisch.

Eine davon ist die von Ulrich und Burkhard Scharun auf der Hauptstraße in Kirchhellen. Doch die beiden Metzger haben nicht den Trend erkannt und ihren Laden dann erst geöffnet. Im Gegenteil: Das Unternehmen ist schon seit 1912 in Familienhand.

"Wir sind in der vierten Generation", erklärt Ulrich Scharun. Aber Scharun war nicht immer eine Biometzgerei. "Wir haben natürlich als Fleischereifachgeschäft angefangen. Seit 1991 sind wir eine Naturmetzgerei und seitdem Bio ein geschützter Begriff ist, heißt unser Laden Biometzgerei", zeigt Scharun den Verlauf auf.

Transparenz

Als Ulrich Scharun und sein Bruder Burkhard den Laden übernahmen, suchten sie nach einer neuen Ausrichtung. "Wir wollten Transparenz beim Futter und bei der Schlachtung zeigen", so Scharun. Der Leitsatz damals hieß "Klasse statt Masse" und ist heute in "Die Natur macht den Geschmack" geändert worden.

In der Zwischenzeit haben aber auch die Supermärkte den Bio-Trend entdeckt und schwimmen mit dem Strom. Doch ist die grüne Welle bei den Discountern wirklich "Bio" und woran erkannt man das?

Siegel beachten

"Man muss genau nach den Siegeln gucken", meint Scharun. "Bio aus anderen Ländern ist für mich nicht Bio, da zu viele Ressourcen dabei verschwendet werden." Für Scharun haben echte Bioprodukte eine regionale Herkunft. "Alles, was wir hier haben, ist aus dieser Region. Nur unser Käse kommt frisch aus dem Alpenland, weil er da einfach besser schmeckt", so Scharun.

Das besondere an dem Biofleisch ist für Scharun leicht erklärt: "Es hat einfach einen authentisch-natürlichen Geschmack." Kritiker werden sicherlich sagen, dass es dafür aber auch um einiges teurer sei.

Doch auch darauf hat Ulrich Scharun eine passende Antwort: "Lebensmittel haben in Deutschland eine zu geringe Wertigkeit. Autos und Kleidung dürfen teuer, Lebensmittel aber müssen billig sein. Darunter kann schon mal die Qualität leiden."

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