Die Stadt Bottrop will ihre Unternehmen durch die Corona-Hilfspakete lotsen

Coronavirus

Der Oberbürgermeister macht sich in der Coronakrise ernste Sorgen um die Unternehmer in Bottrop und Kirchhellen. Er will ihnen helfen, schnell an die richtigen Hilfen zu kommen.

Kirchhellen

, 24.03.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Geschäfte bleiben zu, die Kosten gehen weiter. Die Stadt Bottrop will ihren Unternehmen durch die Krise helfen.

Die Geschäfte bleiben zu, die Kosten gehen weiter. Die Stadt Bottrop will ihren Unternehmen durch die Krise helfen. © picture alliance/dpa

Die Stadt Bottrop sorgt sich um ihre Unternehmer, vor allem um die kleinen, deren Existenz von der Coronakrise besonders akut betroffen ist. „Unsere Wirtschaftsförderung hat im Hinblick auf das Ende des Bergbaus jahrelang einen Schwerpunkt auf kleine Unternehmen gelegt, und da müssen wir jetzt hingucken“, erklärte der Oberbürgermeister am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Rathaus.

Weil viele Unternehmer und Gewerbetreibende nach der Regierungs-Ankündigung eines milliardenschweren Schutzschirms schon jetzt fragen, wie und wann sie an diese Hilfen kommen, gleichzeitig aber weder das entsprechende Gesetz noch die dazugehörigen Richtlinien und Auszahlungsmodalitäten vorliegen, hat die städtische Wirtschaftsförderung sich kurz entschlossen zum Lotsen gemacht. „Wir wollen den Betrieben Wege zeigen, um schnellstmöglich an Gelder zu kommen“, verspricht Bernd Tischler.

Ab sofort ist die Hotline der Wirtschaftsförderung geschaltet

Dorothee Lauter, Abteilungsleiterin bei der Wirtschaftsförderung, hat sich gemeinsam mit ihren Kollegen dazu entschlossen, die zahlreichen Anfragen zu Wirtschaftshilfen ab sofort gebündelt zu bearbeiten und eine Hotline eingerichtet. Die ist an Werktagen von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr besetzt und unter Tel. (02041) 704646 zu erreichen, per E-Mail unter wirtschaftsfoerderung@bottrop.de. Lauter: „Wir wollen Unternehmen schnell an die richtigen Ansprechpartner und zu den richtigen Antworten lotsen. Derzeit warten auch wir allerdings noch auf die Durchführungsbestimmungen.“

Sie rät Unternehmern und Gewerbetreibenden dazu, sich dennoch schon jetzt bei der Hotline zu melden. „Dann können wir schon mal Fragen sammeln und nach Antworten suchen und uns melden, sobald wir mehr wissen.“ Oft könnten die Wirtschaftsförderer auch schon jetzt mit ihren Netzwerken und Kontakten helfen, betont sie.

Stadt stundet Steuern und erhöht die soziale Sicherheit

Gleichzeitig hat der Oberbürgermeister sich vom Bottroper Finanzamt bestätigen lassen, dass die Behörde derzeit großzügig über Steuerstundungen entscheide und Unternehmen so entlaste. Stadtkämmerer Jochen Brunnhofer kündigte an, die Stadt werde in diesen Zeiten die Gewerbesteuer auf Antrag zinsfrei stunden. Mit Haus und Grund, der Vertretung zahlreicher Hausbesitzer, hat Tischler ebenfalls Kontakt aufgenommen. „Wir haben vereinbart, dass Mieter und Vermieter, wann immer es irgendwie möglich ist, aufeinander zugehen und eine Einigung über die Mietzahlung erzielen.“

Jetzt lesen

Damit auch private Mieter die schwierige Zeit überstehen, will die Stadt für ihre Bürger die soziale Sicherheit erhöhen. Jochen Brunnhofer: „Wir werden den Zugang zur Grundsicherung erleichtern.“ Wohngeld könne helfen und die Zusicherung der Bundesregierung, Kündigungen bei Mietschulden zu untersagen, wenn die Coronakrise der Grund für den Rückstand ist.

Können Unternehmen aus ihren Vorräten helfen?

Dringend Schutzausrüstung gesucht

Weil es in Bottrop nicht mehr genügend Schutzausrüstungen gibt und der von Gesundheitsminister Laumann versprochene Nachschub auf sich warten lässt, bittet der Krisenstab Unternehmen um Hilfe, die selbst mit Schutzkleidung arbeiten, davon welche entbehren können oder sie vielleicht im Moment selbst gar nicht brauchen. Stadtsprecher Andreas Pläsken bittet um Meldungen per E-Mail an krisenstab@bottrop.de .
Lesen Sie jetzt