Drohnen-Projekt an Kirchhellener Schule: Auf den Spuren von Amazon & Co.

hzInformatik-Unterricht

Einfach nur vor dem PC hocken? Nicht an der Kirchhellener Sekundarschule. Da testen Schüler praktische Einsatzszenarien von Drohnen im Informatik-Unterricht.

von Jana Mengede

Kirchhellen

, 10.02.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es klingt, als würde man ein Bienennest betreten, wenn man in den Klassenraum von Christoph Wollny kommt. Was hier durch die Luft surrt, sind jedoch keine Bienen, sondern Drohnen. Seine Schüler sind derweil eifrig mit Programmieren beschäftigt, denn sie haben die Aufgabe bekommen, die Drohnen so zu programmieren, dass sie eine kleine Strecke eigenständig abfliegen und anschließend unfallfrei landen.

Was ein bisschen nach Science Fiction klingt, ist eine ganz normale Informatikstunde an der Sekundarschule Kirchhellen. Insgesamt 21 Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs experimentieren dort seit Anfang des Jahres mit Drohnen.

Schule will MINT-Berufe schmackhaft machen

Der Rotary-Club Bottrop-Wittringen machte das Projekt mit einer Spende möglich. Die Schule schaffte mit dem Geld insgesamt acht programmierbare Drohnen an, um ihren Schülern die sogenannten MINT-Berufe schmackhaft zu machen. Die Drohnen lassen sich „starten, landen, steuern“ und verfügen darüber hinaus über eine Kamera, mit der man Filme in „relativ guter Qualität“ drehen kann, erklärt Wollny.

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Die Idee, ein solches Projekt ins Leben zu rufen, stammt von der Hochschule Ruhr-West. Die Kooperationspartnerin der Kirchhellener Sekundarschule setzt die gleichen Drohnen bereits seit Längerem in seinem Schülerlabor (FabLab) ein.

Lehrer Wollny erklärt, was hinter der Idee steckt: „Ich möchte nicht, dass die Schüler einfach nur vor dem PC sitzen und programmieren. Sie sollen auch sehen, was man damit machen kann in der Praxis.“

Drohnen-Projekt an Kirchhellener Schule: Auf den Spuren von Amazon & Co.

Die Drohnen werden von den Schülern selbst programmiert. © Jana Mengede

Als Beispiel nennt er die Forschungen des Internetgiganten Amazon, der sich schon länger mit dem Thema der Auslieferungen per Drohnen auseinandersetzt. „Wir gucken uns im Kleinen an, welche Schritte notwendig sind, um dahin zu kommen“, so Wollny.

Seit 2018 offiziell „Digitale Schule“

Seit 2018 darf sich die Sekundarschule Kirchhellen offiziell als „Digitale Schule“ bezeichnen. Die Schule hat sich zum Ziel gesetzt, die Schülerinnen und Schüler in der digitalen Welt abzuholen und die Medien im Unterricht sinnvoll einzusetzen. Dem Fachbereich Informatik, dem auch Christoph Wollny angehört, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Von der siebten Klasse an werden den Schülerinnen und Schülern in diesem Wahlpflichtbereich verschiedene praxisrelevante Inhalte vermittelt. Dabei geht es nicht alleine um Programmierung. Unter anderem stehen auch Robotik, Automatisierung und HTML-Codierung auf dem Lehrplan.

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